“Ich habe wenige Muslime auf dem Kirchentag gesehen“, fasst Ali Yardim, Vorsitzender der Akademie für interkulturellen Dialog Dresden (AID e.V.), seine Eindrücke vom 33. Evangelischen Kirchentag für die Deutsch Türkischen Nachrichten zusammen. Die Christen hätten ihre Sache gut gemacht. Bei seinen Glaubensgenossen mahnt er jedoch mehr Dialog-Engagement an.
Neun Veranstaltungen, die allesamt sehr gut besucht waren, befassten sich ausschließlich mit den Themen, Islam, Muslime und dem Leben in Deutschland. Auch habe er im Rahmen seines ersten Kirchentagbesuches sehr viele interessante Gespräche führen können. Aber: “Aber ich habe leider wenige Muslime angetroffen – nach dem äußeren Erscheinungsbild nach beurteilt.” Das, so seine Überzeugung, liege aber auch an der Innenkommunikation der muslimischen Verbände und der Migrantenmedien, wo der Kirchentag kaum wahrgenommen worden sei.
Dementsprechend fällt auch sein Appell aus: “Die Chance, sich als Verband oder Initiative zu präsentieren, an Infoständen muslimische Literatur und Lektüre vorzustellen, sollte bei den nächsten Kirchentagsveranstaltungen genutzt werden.” Es reiche nicht, so Ali Yardim weiter, sich immer über die einseitige Berichterstattung der Medien zu beschweren. Hier habe es die Chance, einem interessierten, kritischen, gebildeten, jungen Publikum sich so zu zeigen, wie man ist, auf Fragen, bestehende Vorurteile, Unwissenheit einzugehen, gegeben.
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