In meinem gestrigen Beitrag habe ich das Problem der Zinswetten auf griechische Staatsanleihen kurz skizziert. Es läuft de facto auf die Frage hinaus, ob durch ein Rettungspaket 2 der EU-Mitgliedsländer den Spekulanten, die genau auf dieses Ereignis gesetzt haben, durch die Staatengemeinschaft der Gefallen getan wird, ihre Wette und damit ihre exorbitanten Gewinne durch diese Entscheidung zu Lasten der Steuerzahler zu garantieren. Wenn es zu keinem Haircut kommt, d.h. einer Abschöpfung der Gewinne von 25%plus, dann wird es zu einer öffentlichen Debatte über die Rolle der Regierungen bei dieser massiven Umverteilung kommen.
Es geht ums Geld und nicht um die Moral
Da einige Anleger darunter offenbar auch in erheblichen Umfang italienische, französische und britische Geschäftsbanken, die wie möglicherweise auch griechische Banken ihre Forderungsposition ausgebaut haben als andere ihre Staatsschuldverschreibungen mit einem deutlichen Abschlag am Kapitalmarkt darunter insbesondere auch deutsche Geschäftsbanken veräußerten, könnte bei einer Fortsetzung der Stützung durch die Staatengemeinschaft ihre Gewinne risikolos realisieren. Dies ist eigentlich der Kern der Beteiligungsdebatte von Privatanlegern. Die Bundesregierung will dies verhindern. Das Zögern der anderen großen Länder der EU hier mit entsprechenden Maßnahmen in Richtung auf ihre Geschäftsbanken mitzuziehen, hat eben nicht nur einen moralischen Hintergrund – Solidarität mit Griechenland -, sondern berührt auch materiellen Interessen. Da hört aber bekanntlich der Spaß auf.
Durch eine Verlängerung der Laufzeit auf sieben Jahre würde der Zinssatz dann wieder auf einen normalen Zinssatz zwischen 3% bis 4 % gesenkt. Ob sich beim heutigen Treffen zwischen Merkel und Sarkozy eine Einigung abzeichnet, bleibt abzuwarten.
Stichtagsregelung könnte die Lösung sein
Käufer die spekulativ die griechischen Staatsanleihen nach dem Termin 1. Januar 2010 gekauft bzw. verkauft haben, müssten sich an der Umschuldung in angemessener Form “freiwillig” beteiligen. Damit würden die gravierenden Umverteilungseffekte verhindert.
Photo: asterix611, via flickr
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