Ausbildung bei der Bundeswehr?

Ein Abwägen von Chancen, Risiken und Gefahren mitten in der politischen Debatte um internationale Einsätze und Reform der Bundeswehr – Junge Menschen in Zeiten der Wirtschaftskrise zwischen Hoffen und Bangen Die internationalen Einsätze und die Reform der Bundeswehr werden in der öffentlichen Debatte in Deutschland kontrovers diskutiert. Mehr und mehr

5435585397_8273aec5d9.jpgEin Abwägen von Chancen, Risiken und Gefahren mitten in der politischen Debatte um internationale Einsätze und Reform der Bundeswehr – Junge Menschen in Zeiten der Wirtschaftskrise zwischen Hoffen und Bangen

Die internationalen Einsätze und die Reform der Bundeswehr werden in der öffentlichen Debatte in Deutschland kontrovers diskutiert. Mehr und mehr Menschen erheben ihre Stimme für den Frieden in der Welt und hinterfragen kritisch den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan. Andere Menschen beklagen die fehlende und nicht ausreichende Ausstattung der Bundeswehr für komplexe und gefährliche Auslandsmissionen. Je nach Umfrage-Insitut lehnen zwischen 60 Prozent bis zu zeitweilig 70 Prozent der Befragten einen weiteren Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan ab.

Hin- und hergerissen, und inmitten der politischen Debatte um internationale mit zeitweise großen Gefahren verbundene Einsätze der Bundeswehr in fernen Ländern, befinden sich junge Frauen und Männer, die in Zeiten von Weltwirtschaftkrise, die auch an Deutschland nicht ohne Folgen vorrübergegangen ist, nach einer Perspektive suchen. Die jungen Menschen befinden sich in der schwierigen Situation des Abwägens von Chancen, Risiken und Gefahren, die mit einer Ausbildung, einer beruflichen Karriere und mit einem freiwilligen Einsatz bei der Bundeswehr verbunden sind.

Ohne Zweifel bietet die Bundeswehr eine ganz Reihe lukrativer Ausbildungs- und Studien-Möglichkeiten, die vor allem für junge Menschen nicht nur finanziell lohnend, sondern auch verlockend sein können.

Bei Entscheidungen für eine Wahl einer Ausbildung bei der Bundeswehr werden oft die Bilder von schwer verletzten und schwer verwundeten Soldaten und Soldatinnen, die bei Auslands-Missionen, zu Schaden gekommen sind, verdrängt. Das Erfurter Bündnis für Soziale Gerechtigkeit gegen Rechts lädt deshalb am 23. Juni 2011 um 17 Uhr auf dem Anger in Erfurt zur Donnerstags-Kundgebung mit dem Thema “Ausbildung bei der Bundeswehr ?” ein.

In einem “Vollbild” wollen die Veranstalter hinterfragen, ob im Hinblick auf die Reform der Bundeswehr eine Ausbildung und eine Berufskarriere ein sinnvoller Ausweg für Jugendliche aus prekären Billiglohn-Job-Verhältnissen oder aus der Situation von drohender Langzeitarbeitslosigkeit in Deutschland sein kann.

Viele Menschen hinterfragen mehr und mehr kritisch die internationalen Einsätze der Bundeswehr in fernen Ländern.

Schmerz, Trauer und Entsetzen über die Situation der bei Auslands-Einsätzen getöteten jungen Soldaten sind groß. Wenn Eltern ihre Kinder zu Grabe tragen, ist dies eine der schwierigsten Situationen im Leben. Doch welche Alternativen gibt es angesichts von Billiglohn-Jobs, fehlenden Ausbildungs-Plätzen bei Wirtschaftsunternehmen, Behörden und Verwaltungen in der Folge von Weltwirtschaftskrise und Überschuldung vieler Kommunen? Die drohende Langzeitarbeitslosigkeit ist ganz sicher keine Zukunfts-Perspektive.

Es gilt abzuwägen, zwischen Chancen, Risiken und Gefahren, die mit einer Ausbildung und einer Karriere bei der Bundeswehr verbunden sind. Die absolute Sicherheit für junge Menschen, die sich für den Arbeitgeber Bundeswehr entscheiden, kann die Bundeswehr weder in Deutschland noch in Afghanistan versprechen oder gewährleisten. Lohnt sich das Risiko bei einer Auslands-Mission verwundet und auf Dauer behindert zu werden?

Erschwerend zum Abwägen von Chancen, Risiken und Fragen stellt sichoft auch die Gewissenfrage, ob internationale Auslandseinsätze  der Bundeswehr mit dem Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland und mit internationalem Völkerrecht vereinbar und zu verantworten sind. Keine leichte  Frage, denn Jugendliche und junge Menschen können in der Regel nicht über den Erfahrungsschatz und das Wissen von älteren Menschen mit viel Lebenserfahrung verfügen.

Photo: Bundeswehr-Fotos, via flickr

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