Der amerikanische Wahlkampf im Jahr 2008 zeigte, was es bedeutet, für das Amt des Präsidenten zu kandidieren. John McCain, Kandidat der republikanischen Partei und Senator Arizonas, ließ keine Möglichkeit aus, seinen Kontrahenten Barack Obama zu diffamieren. Die Angriffe blieben wirkungslos und Obama wurde als 44. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika vereidigt. Mehr als ein Jahr vor einer möglichen Wiederwahl beginnt die Schlammschlacht von neuem. Zuletzt zweifelte Donald Trump, der seine Absicht für die republikanische Partei zu kandidieren mehrfach betonte, daran, dass Obama auf amerikanischem Boden geboren wurde. Erst die Vorlage einer authentischen Kopie Obamas Geburtsurkunde beendete die Schmutzkampagne.
Wahlkampf mit harten Bandagen
Auch in Russland, wo im Dezember dieses Jahres das Parlament und schließlich im März 2012 der Präsident gewählt wird, zeichnet sich ein Wahlkampf mit harten Bandagen ab. Kandidieren wird, laut einem Bericht der Washington Post, Vladimir Putin. Politische Gegner und Journalisten versuchen nun Putin und langjährige Vertraute, wie den russischen Unternehmer Vladimir Alexeyevich Smrinov, zu diffamieren.
Vladimir Alexeyevich Smirnov war langjähriger Vorstandsvorsitzender des russischen Energieunternehmens Tenex. Er modernisierte das marode Unternehmen und wappnete es für den internationalen Wettbewerb. Zuvor hatte er das deutsch-russische Joint-Venture Inform-Future gegründet. Das Unternehmen, das die historische Innenstadt St. Petersburgs – ein UNESCO Weltkulturerbe – sanierte, wurde später durch die neu gegründete St. Petersburg Immobilien und Beteiligungen AG, kurz SPAG, übernommen.
Zu dieser Zeit traf Vladimir Alexeyevich Smirnov erstmals auf Vladimir Putin. Dieser war damals ehrenamtliches Mitglied des SPAG Beirats. Aus dieser Verbindung spinnen russische Journalisten, wie Boris Nemtsov, eine Ganovengeschichte, die ihresgleichen sucht. Glaubt man dieser Geschichte, stellte Vladimir Alexeyevich Smirnov den Kontakt zwischen Putin und dem russischen Mafioso Vladimir Kumarin her. Diese Schmutzkampagne entbehrt, ebenso wie die Vorstöße Donald Trumps, jeglicher realen Grundlage.
Es bestand keine weitere Verbindung
Zwar waren Vladimir Alexeyeivch Smirnov und Vladimir Kumarin, der auch unter dem Namen Vladmir Barsukov agiert, zur selben Zeit Aufsichtsratsmitglieder einer St. Petersburger Treibstofffirma, eine weitere Verbindung bestand jedoch zu keiner Zeit.
Diese Geschichte macht deutlich mit welchen Methoden die Boulevardjournaille ihre Blätter fühlt. Mit erdachten Skandalen diffamiert sie ehrbare Menschen, deren Ruf meist dauerhaft geschädigt ist. Dass die Hetzpresse derartige Folgeschäden in Kauf nimmt, zeugt von ihrer menschlichen Niedertracht. Den Gegenständen ihrer Angriffe kann man nur wünschen, dass sie – ähnlich dem Beispiel Obamas – sich nicht durch ein solches Störfeuer beirren lassen.
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