Im Sommer 1986 traf sich eine kleine Gruppe Unerschrockener, die alle ein gemeinsames Hobby hatten: Die Musik. Heute, 25 Jahre später, leben viele von ihnen immer noch ihre Leidenschaft für handgemachte Klänge. Gemeinsam mit den nachfolgenden Generationen kehren sie jetzt zu ihren Anfängen zurück und lassen mit einem Open Air auf der Hammelburger Schlossbühne alte, aber auch aktuelle Zeiten des Vereins zur Förderung der Rockmusik wieder aufleben. Im Schatten des Schloss Saaleck geben sich ab dem frühen Nachmittag des 6. Augusts insgesamt acht Bands die Klinke in die Hand. Mit dabei sind unter anderem Spaceman Spiff und die durch Stefan Raab bekannt gewordenen Bakkushan aus Berlin.
Fast ein Jahr Planung liegen hinter der Vorstandschaft der Musikini. In einer eigens hierfür einberufenen Runde aus jungen und alteingesessenen Mitgliedern wurde sich über viele Monate regelmäßig getroffen, um der Region ein ganz nachhaltiges musikalisches Erlebnis zu schenken. Was würde sich da wohl besser eignen, als sich zweieinhalb Dekaden später erneut auf die Pfade der Vereinsgründung zu begeben? Mit einem Open-Air fing damals alles an. Mit viel guter Musik unter freiem Himmel soll es auch 2011weiter gehen.
Die Mischung war schnell gefunden: „Reggae, Rock und Pop – für jeden Geschmack und jede Altersgruppe ist etwas dabei.“ fasst Burkhard Fenn, erster Vorsitzender der Musikinitiative, das abwechslungsreiche Programm zusammen.
Ab 15.00 Uhr schallen die Klänge aktueller und ehemaliger Wasserhausmusiker von der Bühne unterhalb des historischen Gemäuers. Hardrock von den Ghostbastärtz, Grunge von Dumb und Oldschool-Rock von Double UC geben einen Auszug aus der musikalischen Vereinsgeschichte der Musikini. Aber auch hiesige Größen wie die Schweinfurter Truppe Vein sind mit einer Mischung aus Elektro und Alternative mit von der Partie. Den musikalischen Gegenpol dazu bildet der ehemalige Wasserhauszögling Spaceman Spiff, der aber nicht nur mit seiner Gitarre in die Heimatstadt reist, sondern zur Feier des Tages sogar ein kleines Orchester mitbringt.
Bei einem gelungenen Geburtstagsfestival dürfen natürlich auch die überregional bekannten Acts nicht fehlen. Die quirligen Jungs von Timid Tiger sorgen bereits seit 2005 für Aufsehen. Ihr Song „Miss Murray“ lief vor sechs Jahren rauf und runter in den deutschen Radios. Ihre Genremischung aus Indie, Elektro und Hip Hop war damals schon angesagt. Und auch heutzutage kommt der Mix noch immer grandios gut an.
Skurrile und sogleich fesselnde Show
Abgelöst werden die Kölner, die erst im vergangenen Jahr auf dem Taubertal-Festival zu Gast waren, von den Berlinern Mellow Mark und Pyro Merz. Das ungleiche Duo ist den Hammelburgern spätestens seit dem „Drinnen & Draußen“ im Sommer 2010 ein fester Begriff. Doch diesmal haben die beiden nicht nur die Turntables, sondern gleich eine ganze Band im Gepäck. Sprichwörtlich mit „Pauken und Trompeten“ wollen sie die Schlossbühne zum Kochen bringen und verbinden dabei Reggae mit einer skurrilen und gleichzeitig fesselnden Show.
Last but not least stürmen Bakkushan die Schlossbühne. Das Quartett aus der Hauptstadt glänzte nicht nur beim „Bundesvision Song Contest 2010“, sondern wurde im Frühjahr 2011 auch für den Echo in der Kategorie „Bestes Video national“ nominiert. Mit eingängigem Pop-Rock, der weit über ihre Hits „Baby, du siehst gut aus“ und „Spring, spring, spring“ hinausreicht, entpuppten sie sich als wahre Chartstürmer und wissen nicht nur Damenherzen zum Schmelzen zu bringen.
Nach den letzten Klängen unterhalb der Burg ist aber noch lange nicht Schluss. Weiter geht es ab Mitternacht im Vereinsheim an der Ausfahrt Hammelburg Ost. Wer zur Aftershowparty im Wasserhaus dann an den Plattentellern steht, bleibt jedoch noch ein Geheimnis. Der nicht minder musikalische Ausklang ist für Festivalbesucher kostenlos.
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