Wer fördert trotz Fukushima ein Uran-Comeback?

Kernkraft Ade? Noch nicht ganz! Das glauben jedenfalls die Finanzmärkte. Schon ziehen die Preise an und die Spekulation auch. Verunsicherte haben verkauft und Schnäppchenjäger wollen den Reibach machen. Das ist nicht unüblich und muss daher nicht wundern. Aber, es zeigt auch die Distanz der Akteure zum Gemeinwohl der Gesellschaft. Liegt

gukl.jpgKernkraft Ade? Noch nicht ganz! Das glauben jedenfalls die Finanzmärkte. Schon ziehen die Preise an und die Spekulation auch. Verunsicherte haben verkauft und Schnäppchenjäger wollen den Reibach machen. Das ist nicht unüblich und muss daher nicht wundern. Aber, es zeigt auch die Distanz der Akteure zum Gemeinwohl der Gesellschaft. Liegt hier die Legitimation dafür? Nach dem Motto: “Was kümmern mich die anderen? Die kümmern sich doch auch nicht um mich!”

Wenn politische Parteien diese Lücke nicht füllen, verlieren sie bald nicht nur letzte Stück Vertrauen, sondern auch ihre Daseinsberechtigung.

Was soll der Wähler mit den alten Hüten verfehlter Parteipolitik?

Gesellschaftspolitik ist gefragt und nicht der Wettbewerb zwischen den “Wischi-Waschi-Farben”. Personen, die Programme vertreten, Ideen anbieten und diese auch umsetzen; das sind künftige Volksvertreter.

Energiehunger ist das Eine, Aktienspekulation das Andere, aber Achtsamkeit gegenüber dem Gemeinwohl ist gefragt als das Kommende. Plackatkleber sind dann vielleicht keine Posten-Anwärter mehr, dafür aber potentielle Leistungsträger. Die würden möglicherweise gezielt hinterfragen, wieso China die Steigerung von Uranimporten ankündigt. Oder, wie die Deutsche Bank und die Commerzbank dazu kommen, Tipps für Aktienkurse von Uran-Minen zu vergeben.

Wen kümmert das eigentlich jetzt?

Ich halte vergeblich Ausschau nach Politiker-Persönlichkeiten (nicht nach Partei-Abzeichenträgern), die sich der aktuellen Bedrohung annehmen und engagiert zeigen. Haben sie vielleicht einen Hinweis für mich?

Uran-Produzenten steigern weltweit ihre Förderung. Was veranlasst sie dazu? Wer spricht dagegen? Wer trägt die Belastung? Und vor allem, wer hat den Schaden? Es sind immer wieder die Gleichen. Die arme Bevölkerung, die in der Nähe der Minen leben und arbeiten. Der Verbraucher bzw. Konsument teueren Atomstroms und die durch einen Gau gefährdeten Menschen. Ist das in Ordnung? Soll das so weiter gehen?

Gut, dass Menschen Geld machen wollen ist klar, aber kaum ist die Angst nach Fukushima richtig unter die Haut gegangen, da wird schon wieder mit dem Teufelszeug spekuliert. Aus Überdruss, weil man von der japanischen Tragödie nichts mehr hören will oder weil die Schnäppchenjagd an der Börse plötzlich wieder “in” ist?

In den Uran-Minen herrschen Armut, Chaos, Verbrechen und Krankheit.

In Indien jubelt das Volk, weil man die weltgrößte Uran-Lagerstätte dort entdeckt hat. Wird es noch lange dauern bis zum nächsten Gau. Kann man die Sache mit dem vielen Uran vielleicht auch noch etwas beschleunigen? Wer sollte da schon etwas dagegen haben?

P.S.
Wer spekuliert nun auf den Mega-Gau? Im Vertrauen, fragen Sie Ihre Bank, Ihren Finanzberater oder einen gut informierten Politiker!

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