Es war genau 15.26 Uhr als am vergangenen Freitagnachmittag eine Bombe im Regierungsviertel von Oslo detonierte. Sieben Menschen verloren ihr Leben. Der angerichtete Schaden ist immens. Dann, gerade einmal zwei Stunden später, die nächste Hiobsbotschaft aus dem fernen Norwegen. Ein Amokläufer befindet sich auf der kleinen Ferieninsel Utoya. Verkleidet als Polizist hat er das Feuer auf die dort campierenden Jugendlichen eröffnet. Mehr als 80 Personen sterben.
Nicht nur Norwegen hat der mutmaßliche Attentäter Anders Behring Breivik in einem Zustand unvorstellbaren Grauens hinterlassen. Der 32-Jährige beutelt seitdem auch die Online-Welt. Die Medien überschlagen sich mit immer neuen Medien. Die Drähte der Sozialen Dienste glühen.
Breivik’s Facebook-Seite, die mittlerweile offline ist, wurde schnell von den Usern aufgespührt. Ebenso seine einzige Twitter-Nachricht, die er am 17. Juli schrieb. Blogger und Journalisten begaben sich auf die virtuelle Jagd nach dem Mann, der seine Tat nicht nur zwei Jahre geplant, sondern jetzt auch als “grausam, aber notwendig” bezeichnet hat. Sie wollten mehr über den offensichtlichen Rechtsradikalen erfahren, um so die Ereignisse vielleicht nicht zu verstehen, aber ein Stück weit begreifen zu können.
Was trieb Anders Behring Breivik an? Welche Motive hatte er? Warum war sein Hass so groß, dass er zum kaltblütigen Mörder wurde?
Am vergangenen Samstag dann der erste “handfeste” Hinweis der US-amerikansiche Blogger Kevin Slaughter (@kevinslaughter) machte ein 1514 Seiten starkes Manifest sowie ein 12-Minuten Video, die beide, obschon auf Englisch und unter dem Namen Andrew Berwick veröffentlicht, offenbar von Breivik stammen, ausfindig. Eine wahre Hasstirade, die sich mit dem “Aufstieg des kulturellen Marxismus”, der “islamische Kolonialsierung” und der Ausrottung der “blonden Rasse” befasst. Die spätere Bestätigung der norwegischen Medien, dass es sich bei dem Urheber tatsächlich um Breivik handelte, überraschte da nur noch die wenigsten. Denn die Diskussion rund um die Inhalte sind da bereits in vollem Gange.
Auf Twitter debattieren die User unter dem Hashtag #N2083 (in Bezug auf den Titel des Manifests “2083: A European Declaration of Independence.”) über das, was Breivik bewegte und dachte. Blake Hounshell (@blakehounshell), Redakteur beim Foreign Policy Magazin twitterte am Samstag, noch während er das Dokument las, einige Zitate:
“Being a Justiciar Knight is not for everyone.”
“Appear politically correct or at least moderate, dress normally. Try to limit your rhetorical activities. Avoid excessive forum posting.”
Daneben war Breivik auch in Online-Foren aktiv.
Kommentare von der Internetplattform Document.no aus den Jahren 2009 and 2010 wurden ins Englische übersetzt und auf dem persönlichen Blog von Doug Saunders (@DougSaunders) neu veröffentlicht.
Doch damit nicht genug. Am Sonntag meldet sich Document.no-Gründer Hans Rustad zu Wort und eklärt, dass Breiviks Manifest ganze Auszüge des Manifests von Ted Kaczynski, der bis heute als “Unabomber” wird, kopiert. Dieser hatte zwischen 1978 bis 1995 insgesamt 16 Briefbomben an verschiedene Personen in den USA verschickt. Dabei starben damals drei Menschen. 23 weitere wurden verletzt. Document.no selbst hat sich von Breivik, der auch auf Minerva und der schwedischen Neo-Nazi-Seite Nordisk.nu aktiv war, in der Zwischenzeit distanziert.
Fündig wurden die User zudem im Online-Gamer-Forum von Eu.Battle.Net, wo sich die Mitglieder über Spiele wie “World of Warcraft” austauschen. In einem Thread mit dem Titel “Attacker from Oslo a WoW player??” sprechen die User nun darüber, ob sie möglicherweise in selbst Kontakt mit Breivik gestanden haben und ob seine Geschichte nun erneut negative Auswirkungen auf die Darstellung von Online-Games in den Medien haben könnte. Auf dem Blog der New York Times, “The Lede” postet Robert Mackey zudem eine Sammlung an Links “Web Clues to a Supected Attacker’s Motives” sowie einige Videos, die das Ausmaß der Zerstörungen in Oslo zeigen.
Photo: L.C. Nottaasen, via flickr
dem verhaltensgestörten nazißtischen mörder wird zu viel aufmerksamkeit gewidmed. wir haben es hier mit einer narzißtisch blockierten persönlichkeit zu tun, ein mann mit einer starken mutterbindung, der aufgeputscht mit ephedrinen ( das war auch die droge der hochgestellte nazis) seinen vater (regierung, autoritäten) wegbomben wollte uind einer großen anzahl von jugendliche die zukunft nicht gönnte. mehr ist es aber auch nicht