Vor einiger Zeit musste an dieser Stelle über einen von Rechten verübten Überfall auf eine Szenekneipe in Dortmund berichtet werden. Derartige Vorfälle sind keineswegs “Einzelfälle” wie es manchmal seitens der Polizei oder der Politik verharmlosend ausgedrückt wird. Jedenfalls nicht in Dortmund. Erst in der vergangenen Woche ereigneten sich in der Ruhrgebietsstadt wieder mehrere Anschläge. Und zwar gab es einige dieser unschönen Vorfälle in nur kurzer Zeit. Die Tatorte mehren sich. Die Täter blieben bisher unbekannt. Abermals traf es das Wahlkreisbüro von Ulla Jelpke, Bundestagsabgeordnete der Partei DIE LINKE. Auf das Büro – schon einmal zog man um – hatte es früher u.a. schon Buttersäureanschläge gegeben. Diesmal gingen Scheiben zu Bruch. Wie das “Bündnis Dortmund gegen Rechts” berichtet, wurde desweiteren das Parteibüro der DKP Dortmund Ziel von Hakenkreuzschmierereien. Der PKW von Doris Borowski, der Vorsitzenden der DKP Dortmund, ist “erheblich beschädigt” worden. Der Sprecher der VVN/BdA, Ulrich Sander soll am Haus eine Schmiererei mit “verkappter Morddrohung” vorgefunden haben. Dem Betriebsratsvorsitzenden von Hoesch-Spundwand, Gerd Pfister musste erschrocken darüber desgleichen konstatieren.
Die Täter werden in der Neonaziszene vermutet
Das “Bündnis Dortmund gegen Rechts” geht davon aus, “dass all diese Anschläge zusammenhängen und dass die Täter in der Neonaziszene zu suchen sind”. Wie schon erwähnt, ereigneten sich bereits in der Vergangenheit derlei Anschläge. Neu indes sei, dass es nun eine Anhäufung dieser Vorfälle binnen nur weniger Tage gegeben habe. Linke, Kommunisten und Antifaschisten in Dortmund sind alarmiert. “Faschismus und Rassismus sind menschenverachtend und verbrecherisch. Die deutsche Geschichte hat dies in furchtbarer Weise belegt. Das ungeheuerliche Massaker, das ein rechtsradikaler Täter am letzten Wochenende in Norwegen verübt hat, unterstreicht dies aufs Neue. Auch”, erklärt man zur Anschlagserie in Dortmund, “wenn die Neonazi-Attacken der vergangenen Woche in Dortmund mit solchem Horror nicht verglichen werden können, so sind sie doch von der gleichen mörderischen Gesinnung geprägt.”
Gegen “national befreite Zonen” – Für das Verbot des geplanten Neonazimarsches am 3. September
Unakzeptabel sei es, “dass Politik und Rechtssprechung den Neonazis nach wie vor die Möglichkeit einräumen, ihre verbrecherische Politik und Hetze zu betreiben und sie auf Straßen und öffentliche Plätze zu tragen.”
Umsomehr handele es sich um einen politischen Skandal, dass es inzwischen in Ansätzen gelinge, “national befreite Zonen” zu etablieren, in denen ein Klima der Angst und Einschüchterung herrsche. Als Beispiel wird die Gegend um den Dortmunder Wilhelmplatz und der Rheinischen Straße genannt.
An die Adresse der Dortmunder Polizeiführung geht die Forderung: “Ziehen Sie endlich die notwendigen Konsequenzen! Verbieten Sie den Naziaufmarsch am 3. September!
Aufruf zur Solidaritätskundgebung nebst politischer Kunstauktion am 28. Juli
Die demokratischen und antifaschistischen Kräfte hingegen sind zur Solidarität mit den angegriffenen Dortmunder Nazigegnerinnen und Nazigegnern aufgerufen. “Keine Straße, kein Platz für die rassistischen Hetzer!
Für den kommenden Donnerstag hat das “Dortmunder Bündnis gegen Rechts” für 18 Uhr zu einer “antifaschistischen Solidaritätskundgebung und politischen Kunstaktion” auf den Wilhelmplatz aufgerufen.
Die Provokationen Rechter in Dortmund reißen offenbar nicht ab:
Macht die Polizei aus Opfern Täter?
http://www.derwesten.de/staedte/dortmund/Nazis-wollen-Demo-Konzert-im-Dortmunder-Kreuzviertel-id492252.html