Stuttgart 21 und der “Stresstest”

Die von vorneherein als strategisches Ablenkungsmanöver geplante Geißler-Show hat einen weiteren Höhepunkt erreicht: Die positive Absegung des Stresstests. Man sollte sich einmal die Vorgehensweise auf der Zunge zergehen lassen: Bahnchef Kluge beharrt seit jeher – immun gegenüber jeglicher Kritik und Alternativvorschlägen – auf Weiterbau des Tiefbahnhofs und behauptet im autokratischen

Die von vorneherein als strategisches Ablenkungsmanöver geplante Geißler-Show hat einen weiteren Höhepunkt erreicht:

Die positive Absegung des Stresstests. Man sollte sich einmal die Vorgehensweise auf der Zunge zergehen lassen:

  • Bahnchef Kluge beharrt seit jeher – immun gegenüber jeglicher Kritik und Alternativvorschlägen – auf Weiterbau des Tiefbahnhofs und behauptet im autokratischen Stil, es gäbe keine Alternative. Amen!
  • Obwohl ja – wie angeführt – für die oberste Bahnetage (was auch für die Creme der Politiker in Stuttgart und Berlin gilt) die Weiterführung des Projektes unabänderlich feststeht, initiiert die Bahn wegen des Öffentlichkeitsdrucks halbherzig einen Stresstest. Diesen führt sie natürlich eigenhändig durch, denn es ist ja jedermann bekannt, dass die Schweine ihre Ställe am besten selbst ausmisten können. Um das Ergebnis des Stresstests erahnen zu können, benötigt man nicht allzu viel Fantasie.
  • Um dem Ganzen einen objektiven Charakter zu geben, beauftragt die Bahn das angeblich neutrale schweizer Ingenieursbüro SMA mit der Absegung der von der Bahn festgestellten Stresstest-Ergebnisse. Es versteht sich von selbst, dass die SMA für ihren neutralen fachmännischen Rat fürstlich belohnt wird.
  • Eingeweihte wird das Resultat solch objektiver Überprüfung allerdings nicht erstaunen. Bewertung der SMA: Die Weiterführung des Bauvorhabens wie geplant sei “wirtschaftlich optimal”. Spätestens an diesem Punkt sollte man sich doch fragen: Für wen wirtschaftlich? Es würde mich interessieren, ob außer mir auch andere Menschen das Gefühl nicht los werden, dass es sich dabei um nichts anderes als um einen gekauften Persilschein handelt.

Ich mache keinen Hehl daraus, dass wir es mit einer ziemlich abgeschmackten Farce zu tun haben, wenn Politik und die Bevölkerungsmehrheit lernresistent dieses Trauerspiel unterstützen. Wenn ich auch noch die getätigten Lügen, Verheimlichungen, falschen Kostenvorgaben, technischen Problem und die getürkten Effektivitätsberechnungen mit ins Spiel bringe, dann sehe ich hier einen weiteren Beerdigungszug der Demokratie vor mir. Der geeignete Bahnhof dafür wird ja gerade gebaut!

Link für Interessierte:

www.kritisches-netzwerk.de

Kommentare

Schreibe den ersten Kommentar für diesen Artikel.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*