Schlimmer hätte der Ramadan nicht beginnen können. Am Vorabend des heiligen Fastenmonats ließ Syriens Präsident Baschar al-Assad Panzer in die Stadt Hama rollen. Es soll weit mehr als hundert Tote gegeben haben. Seit 1982 – als al-Assads Vater, Hafis al-Assad, gut 20.000 Menschen ermorden ließ – hat der Ort keine derartigen Szenen mehr gesehen.
Bürger schicken erschütternde Bilder und Videos um die ganze Welt
Den Journalisten ist der Zutritt zum Land verwehrt. Nur über Umwege dringen Bilder der schrecklichen Ereignisse nach draußen. Es sind Bürger, die ihre Handys und Kameras in Richtung Straßen halten, um den Menschen außerhalb Syriens ihre prekäre Lage zu schildern. Zunächst über Twitter erreichen die Welt erste Fetzen. Wasser, Elektrizität, Telefonleitungen – die 400.000-Einwohner-Stadt muss völlig abgeschnitten worden sein. Aktivisten wie @wissamtarif oder @malathaumran versorgen kontinuierlich mit Neuigkeiten, während über das Portal “qik” eine Art Livestream eingerichtet wurde.
Auch am Montag setzten Assads Männer weiterhin auf Gewalt. Die Oppositionshochburg Hama wird auf ein Neues beschossen. Erneut kamen dabei mindestens vier Menschen ums Leben. Laut Menschenrechtsorganisationen sollen somit bisher über 140 Menschen getötet worden sein. Daneben sollen Panzer und Scharfschützen nun auch in Deir al Zor einmarschiert sein. Hier verloren 25 Menschen ihr Leben, 65 wurden verletzt.
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