Die Meldungen über schlagen sich. Das Internet wird zum Einfallstor für Cyberkriminalität und Spionage. Cyberterrorismus wird zur realen Bedrohung. Bisher steht die Öffentlichkeit einschließlich staatlicher Stellen dem hilflos gegenüber. Droht das Ende des Internets? Jakob Augstein verkündet bereits das Ende des Internets.
Eine Milliarde von Bankkonten abgeräumt
Nach einem aktuellen Bericht von Bloomberg sind rund eine Milliarde US-Dollar von Konten verschiedener Bankkunden verschwunden. Die Banken weigern sich diese Verluste zu tragen. Sie unterstellen den Bankkunden Nachlässigkeit beim Umgang mit ihren Computersystemen, die durch Malware infiziert worden sein sollen. Ein schwer zu entkräftender Vorwurf, denn die Beweislast liegt jetzt beim Bankkunden. Die sind in aller Regel überfordert. Wie soll man beweisen, dass man einen Computer benutzt hat, der frei von Schadsoftware war? Wie kann man beweisen, dass das Sicherheitsloch beim Bankserver war? Ein kaum lösbares Problem. Auch die Gerichte dürften überfordert sein. Die Rechtslage ist schwierig und die Rechtsprechung steckt in den Kinderschuhen. Hört die Branche einschließlich der Kreditkartenfirmen auf, im Wege der Kulanz eine Schadensregulierung im Sinne der betroffenen Bankkunden vorzunehmen, dann bleiben die auf ihren Schäden am Ende sitzen oder müssen das Risiko jahrelanger Rechtsstreitigkeiten eingehen. Viele können sich dann den kostspieligen Rechtsstreit nicht leisten. Das Homebanking wird so zu Alptraum vieler Opfer von Cyberkriminellen.
Cyberattacken und Cyberterrorismus
Die Regierungen sind immer mehr verunsichert. Durch das Internet sind ihre internen Computersysteme nicht mehr vor einem umfassenden Datenklau sicher. Wikileaks hat dies mit der Veröffentlichung tausender interner Unterklagen der US-Regierung vor aller Weltöffentlichkeit dokumentiert. Damit wird die Geheimhaltung von Staatsgeheimnissen immer mehr zu einem Schlüsselproblem der Politik. Man ist sich immer weniger sicher, dass man geheimes was irgendwo auf Rechnersystemen gelagert wird, auch geheim halten kann. Ob Patientendaten in Großbritannien, Konstruktionspläne der US-Rüstungskonzerne oder generell Wirtschaftsspionage der weltweiten Konkurrenz. Die Kommerzialisierung des Internets wird zum Problem der Staaten und Wirtschaft. Diejenigen, die die besten Cycber-Krieger unter Vertrag hat, China steht hier wohl mit an der Spitze, können oftmals lange Zeit unbemerkt die Gegner ausspionieren und daraus strategische bis hin zu militärische Vorteile ziehen. Kommunikationssysteme werden so zur Achillesferse. Ob Al Quaida, Taliban Terrorgruppen weltweit oder Regierungen in Ost und West alle rüsten gewaltig zum Cyberkrieg auf. Die Kosten zur üblichen Militärrüstung sind vergleichsweise bescheiden. Die USA haben bereits Cyberattacken zum casus belli für das Land erklärt. In einem immer mehr durch weltweite Vernetzung geprägten Kommunikationssystem könnten vorsätzlich zerstörte oder böswillig manipulierte Kommunikationssysteme dramatische Schäden irreversible anrichten.
Profiling und das Internet
Sozial Netzwerke werden immer mehr zur Plattform zum Profiling von Personen von zahllosen kommerziellen und öffentlichen Stellen genutzt. Nichts was im Netz steht kann mehr als privat angesehen werden. Arbeitsgeber spionieren im Netz oder über andere Kommunikationssysteme ihre Mitarbeiter oder Kandidaten für Stellen aus. Für Werbezwecke wird routinemäßig von Google & Co ein Kommunikationsprofil der Nutzer angelegt und diese werden ungewollt zu wohlfeiler Handelsware. In welchem Kontext Informationen aus dem Internet, die auch in der Regel ungeprüft als Fakten meist gewertet werden, dann genutzt werden, bleibt völlig im Dunkeln. Selbst wer sich dem Internet als Informationslieferant verweigert, macht sich verdächtig. Schließlich sind unbeschriebene Blätter besonders verdächtig. Ohne Profil im Internet entsteht eben auch der Verdacht, dass man etwas zu verbergen hat.
Wohin führt das?
Mit dem explosionsartigen Anstieg des Missbrauchs der Informationen des Netzwerks, stellt sich daher auch das Internet nach zwanzig Jahren selbst in Frage. Die Einstellung von Elena, einer bundesweiten zentralen Arbeitnehmerdatenbank, zeigt wohin die Reise gehen könnte. Wichtige Daten sollten immer weniger im Netz zugänglich sein. Der Zugang wird der Allgemeinheit verwehrt. Da Wissen eben Macht darstellt, wird ein Zugangsberechtigungssystem immer dringlicher. Wir steuern auf eine globale Informationszugangskrise zu.
Photo: berlin-pics, via pixelio.de
So wahrhaftig wie die Ausführungen des Berichtes sind, muß doch dem Fazit ernsthaft widersprochen werden.
Wer beim Autofahren leichtfertig mit seinem Gerät umgeht, muß sich bei Unfällen durch Fehlverhalten nicht wundern. Er muß allerdings zuvor einen “Führerschein” machen, um den Nachweis der Beherrschbarkeit seines Fahrzeugs zu führen (wobei allerdings auch manchmal dennoch Zweifel an dereren Rechtmäßigkeit entstehen). Mit der Erfindung dieses Automobiles, sind erhebliche kriminelle Aktivitäten verbunden, betrachten wir die Historie einmal.
Das Internet wird von Zuvielen als Spielwiese betrachtet, in dem ein Jeder seinen Gelüsten bis zu Exzess frönen kann und wo der Narzismus fröhliche Urständ feiert und das auch hier kriminelle Elemente ihre Energie für ihren Eigennutz verwenden, war schon seit der totalen Ignoranz der Politik, die einst die Datenautobahn dem Verkehrministerium zuordnete und auch heute noch handelt, wie der Blinde, der von Farbe redet, sattsam bekannt. Ich habe schon in anderen Berichten bahauptet, dass der größte Teil unserer Abgeordneter nicht in der Lage ist, binär bis 3 zu zählen! Das Zahlensystem, auf dem dem das gesamte System der Computertechnik beruht.
All das ist jedoch kein Grund für neue staatliche Restriktionen. Die meisten Vorbehalte gegen Internet & Co, gegen Spiele, welcher Art auch immer, beruhen auf der Unkenntnis und dem mangelhaften Verständnis für das Medium.
Meine Generation hat zu Beginn der 90er Jahre die Urversionen von Wolfenstein und Blood und Quake gespielt, ohne dass wir mit einer Waffe losgezogen sind und unsere ignoranten Abgeordnete bedroht hatten. Auswüchse wir die RAF und die Pädophilie, sind ja nicht die Normim täglichen Leben und im Internet.
Auch Flugzeugabstürze liegen im Verhältnis zu den weltweiten Flugbewegungen unterhalb eines zehntel Prozents; sie sind aber spektakulär für die Sensationsgier der Menschen und desahlb zeigt man sie.
Das beste Beispiel für die Unfähigkeit der Politik und eines ganzen Ressorts, zeigte uns doch die von der Leyen mit ihrem “Stopschild”, das bei direkter Anwahl der jeweiligen IP überhaupt nicht zum Tragen kommt.
Wer im Netz also die nötige Vorsicht an den Tag legt, lieber auf ein obskures Gewinnspiel verzichtet, bei dem sowieso kaum Gewinnchancen bestehen, wer komplexe Passworte einrichtet und deren Niederschriften nicht gerade am Monitor befestigt, wer seine mails mit dem kostenlosen PGP verschlüsselt usw., der hat überhaupt nichts zu befürchten.
In meiner aktiven Zeit hatte ich unter hundert Kunden nur 2 (zwei) die ein tägliches Backup machten, aber 22 die im Internet spielten, ohne Router und DMZ.
Was Wunder !
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