Wer heute die Nachrichtensendungen hört kommt aus dem sich wundern nicht mehr heraus. Die Sprachregelung. Es ist an diesem Montag nicht zu dem zuvor befürchteten Schwarzen Montag gekommen. Dabei sind heute der DAX um 5 Prozent gefallen und auch der Dow Jones is heading South. Wenn es nicht noch am späten Abend zu einer Tendenzwende kommt liegt er voraussichtlich auch bei einem Minus von 3,5 bis 4 Prozent. Wie stark muss denn der Kurseinbruch sein, dass man geneigt ist von einem Crash zu sprechen? In den letzten zehn Tagen hat ein Kurssturz in den USA und Europa stattgefunden, der durchaus mit der Entwicklung nach der Lehmann Pleite am 15. September 2008 vergleichbar ist.
Alles nicht so schlimm?
Was die Neunmalklugen Kommentatoren vergessen den geneigten Zuhörern zu sagen ist, dass die Lage derzeit viel trostloser ist als damals. Damals lagen die Zinsen der Zentralbanken noch deutlich im positiven Bereich. Die EZB konnten noch eine Zinssenkung von 3,75% einsetzen. Die Fed hatte da eher schon weniger Spielraum. Damals lag die Federal Funds Rate bei rund 2%. Immerhin konnte man so zinspolitisch noch bis zum Jahresende etwas bewirken. Jetzt geht das in den USA überhaupt nicht und in Europa auch nur noch anämisch mit einem Zinssatz von 1,5 Prozent.
Damals waren die Staaten noch nicht bis zum Hals verschuldet und hatten noch Handlungsspielräume, die heute längst aufgebraucht sind. Statt einer Staatschuldenquote von 90 bis 100 Prozent entgegen zu streben, wie das derzeit der Fall ist, stand man erst am Anfang der Schuldenorgie von unsinnigen Bailouts und sogenannten Rettungsschirmen.
Die Zentralbanken können es richten?
Klar können die Zentralbanken Geld wie Heu drucken. Aber irgendwann dämmert es auch dem Dümmsten, dass dies den Geldwert unterminiert. Sprich die Inflation fängt an zu traben und könnte anfangen zu galoppieren. Derzeit liegt die Inflationsrate zwar deutlich über dem Inflationsziel von 2 Prozent, aber sie entfernt sich bereits jetzt immer weiter davon. In den USA lag sie im Juni bei 3,6 Prozent und dürfte bis zum Jahresende die vier Prozenthürde spielend überschreiten.
Das Szenario heißt eben nicht nur Rezession oder Deflation, sondern Stagflation.
Die Staaten können fleißig weiterhin Schulden machen?
Auch dieser Mythos hält einer Prüfung an der Realität nicht stand. Alan Greenspan “man mag über seine Rolle am Börsencrash im Jahr 2008 denken was man will ” hat in einem Punkt jedenfalls recht. Er verweist darauf, dass die Staaten sich nur solange günstig verschulden können, solange die Anleihen noch als sichere Anlage gelten. Der Maßstab sind als Alternative Anlagen in private Schuldverschreibungen nicht Aktien. Letztere können durchaus als Substitut für Staatschuldverschreibungen dienen. Wenn die Märkte zu der Überzeugung gelangen, dass es sicherer ist in private Schuldverschreibungen zu investieren statt in Staatsanleihen, dann kehr sich die Zinsstruktur um. Der Zinssatz für Staatsanleihen steigt über den für private Anleihen. Damit entsteht eine mengenmäßige Schuldenbremse. Private ziehen private Schuldverschreibungen zu niedrigeren Zinssätzen den staatlichen vor oder umgekehrt die Zinsen für Staatsanleihen müssen steigen, wenn man sie noch loswerden will. Mithin kommt es zu einem rapiden Zinsanstieg bei Staatsanleihen. Greenspan hat darauf bereits im Frühjahr aufmerksam gemacht, dass es schon damals vorübergehend zu einer solchen Vertrauenskrise in den USA gekommen ist. Eine inverse Zinsstruktur wäre aber das Ende einer Staatsverschuldung, die noch finanzierbar ist. Zurzeit leben die USA nur noch von der Eurokrise. Würde dies ” was voraussichtlich nicht zu erwarten ist ” zu einem positiven Ende kommen, dann würde das gewaltige US-Schuldenproblem den Anlegern weltweit bewusst werden. Die Flucht aus den US-Staatschuldverschreibungen wäre unvermeidbar.
Ergo, wir erleben jetzt erst den wirklichen Crash
Die letzten drei Jahre werden voraussichtlich im historischen Rückblick als Prélude der tatsächlichen Krise erscheinen. Man konnte sich mit allerlei Tricks noch über Wasser halten. Das klappt jetzt nicht mehr. Das Datum für diesen Crash ist der August 2011.
Photo: Leonike Aalders, via flickr
Lieber Georg Erber. In meinem Kommentar zu Ihrem Bericht über die Sicherheit des Internets, hatte ich über Computerspiele gesprochen, die kurz nach ihrem Erscheinen auf den Index gestzt wurden.
Dabei hatte ich ein Spiel vergessen, dessen Aktualität derzeit beispielhaft wäre.
Es ging in dem Spiel um einen simplen Bürger namens Zack McKracken. Dieser Mann nahm den Kampf auf gegen die Vorhut einer außerirdischen Macht, die Alien Mindbenders, die in der Welt des Zack eine Doomingmaschine aufstellen wollten, um die Menschheit total zu verdummen.
Wer dieses Spiel noch kennt, der könnte sicher nachfühlen, dass mir gewisse Assoziationen zu unseren Regierungen in den Sinn kamen.
Vielleicht kleidet ein Spielefreak die Figuren dieses Spiels in aktuelle abgewandelte Figuren; immerhin hatte man auch in einer Wolfenstein Version, die SS-Schergen als Weihnachstmänner dargestellt . . . und dabei konnte man auch schon Vergleiche ziehen.