Es handelt sich bei der Lage der Psychiatrie eher um eine Menschenrechtsfrage.
Es stimmt schon, dass in wirtschaftlich schlechten Zeiten in den Psychiatrien sich die Lebensbedingungen verschlechterten und dass mit einem größeren Budget eine bessere Behandlung möglich wäre.
Aber zum einen ist es so, dass gerade dort am meisten gespart wird. In unserem Krankenhaus wurde z.B. das Linoleum erneuert. Nur die psychiatrische Abteilung hat noch das Linoleum von vor 30 Jahren.
Mit der Schwere der Erkrankung erhöht auch nicht der Btreuungsschlüssel. Im Gegenteil. Er wird niedriger.
Die meisten Psychiatrien erzeugen unnötige Kosten, ohne dass den Patienten damit geholfen würde. Erkrankung wird oft als Verschulden des Einzelnen behandelt, wobei dann die “Erziehungsmaßnahmen” seltsame Blüten treiben. Kleines Beispiel: Die Patienten müssen länger in der Klink bleiben, um sich ihre Behandlung zu “verdienen”. Dies geschieht, indem sie angehalten werden, kleine Spielsachen oder Tonwaren zu fertigen, die dann verkauft werden, oft noch unter Wert, um den Patienten ihre miderwertigkeit zu bescheinigen. Fazit: Tonmännchen im Verkaufswert von ca. 30 Euro stehen dann einem Klinikaufenthalt gegenüber, der die Allgemeinheit locker 3000 Euro kostet.
Jede Klinik versucht Patienten, die potentiell Geld in die Kasse bringen, zu “halten” und wenn es mit Zureden nicht klappt, dann mit Gewalt. Erst seit 2009 gibt es ein Gesetz, das zumindest in Deutschland versucht, Menschen dagegen zu schützen.
Kliniken leben nicht davon, dass sie Menschen heilen, sondern dass sie in ihrem Jahresbudget ein Plus aufweisen.
Was bedeutet, dass sie Menschen versuchen, klinikinterne Leistungen aufzuzwingen, die sie abrechnen können. Dabei geht es immer nur ums Geld und zwar das, was für die Klinik dabei rausspringt. Psychiatrische Kliniken haben dabei leider viel zu viel Möglichkeiten, die Rechte einzelner auszuhebeln. Faustregel ist, dass die Kliniken immer am längeren Hebel sitzen, Menschenrechtsverletzungen immer noch an der Tagesordnung sind, obwohl es mittlerweile sich sehr gebessert hat.
Das liegt aber nicht an der wirtschaftlichen Situation, als an der Tasache, dass die heutige psychiatrische Sichtweise von psychischen Erkrankungen nicht mehr so menschenverachtend und brutal ist, wie sie es früher einmal war.
Menschen mit Psychoseschüben wurden früher zur Bestrafung festgehalten, ihre Wohungen aufgelöst…und …und…mit Folgekosten, die dann sehr viel höher waren, als eine humane Hilfestellung gekostet hätte. Fazit: Es geht nicht darum, dass mehr Geld in solche Anstalten fließen muss, sondern dass dieses Geld im Sinne und zum Wohle der Betroffenen verwendet wird.
Nicht Geldmangel schadet psychiatrischen Patienten, sondern deren Entwürdigung und Entmündung und ein volkswirtschaftlich Verschwenden und Zerstören von Ressourcen, die bei Patienten ja vorhanden sind. Kliniken und Psychiater richten einen sehr viel größeren Schaden an, als sie nutzen, eben weil sie ihre absolute Notwendigkeit und Wichtigkeit beweisen müssen, eben um weiter gut Geld zu verdienen.
Jedenfalls kenne ich keinen Fußpfleger, der einen Patienten mit Gewalt behandeln darf, auch wenn dieser infolge Diabetes selbstgefährdend handelt, wenn er seine Füße nicht behandeln lässt. Psychiater maßen sich dieses Recht aber an.
Magnus Gäfgen erhielt Schmerzensgeld vom Staat nur wegen Androhung von Folter.
Ich kenne aber keinen psychiatrischen Patienten, der wegen erlittener unrechtmäßger Zwangsmaßnahmen, nicht nur der Androhung derselben, je einen Cent sah, ohne dass diese je ein Verbrechen begangen hätten. Als Patient ficht man einen aussichtslosen Kampf.
Vor einem Jahr schafften es Frauen aus der Berliner Charite einen Pfleger wegen Vergewaltigung anzuzeigen, mussten sich im Gerichtsaal auf schlimmste Weise demütigen lassen, wobei der Pfleger, trotz erwiesener Schuld nicht einmal gekündigt wurde.
Das ist Deutschland. Darum geht es und nicht so sehr um die Höhe des Budgets.
Photo: Gerd Altmann, via pixelio.de
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