Toleranz, Akzeptanz, Anpassungsdruck und Gleichgültigkeit ” eine Begriffsklärung

Die Toleranz ist im Prinzip von “hier bis hier”, z.B. bei der Lautstärke oder in der Technik, bei der Herstellung von anspruchsvollen Gegenständen wie einem Kugellager. Wird die Toleranz überschritten/unterschritten, dann entsteht der Anpassungsdruck – die Dinge müssen korrigiert werden, damit sie wieder zueinander passen. Die Akzeptanz ist im Prinzip

Die Toleranz ist im Prinzip von “hier bis hier”, z.B. bei der Lautstärke oder in der Technik, bei der Herstellung von anspruchsvollen Gegenständen wie einem Kugellager. Wird die Toleranz überschritten/unterschritten, dann entsteht der Anpassungsdruck – die Dinge müssen korrigiert werden, damit sie wieder zueinander passen.

Die Akzeptanz ist im Prinzip der Toleranz sehr ähnlich, von “hier bis hier”, unterscheidet sich aber sinngemäß ein wenig: Am Arbeitsplatz kommt der Neuankömmling zuerst in eine Probezeit, erst danach wird er als Mitarbeiter akzeptiert. Wir sagen aber nicht, dass er vorher nur toleriert wurde, obwohl wir es sagen könnten – als Witz.

Warum der Unterschied?

Wir können auch Dinge tolerieren, die für uns keine große Bedeutung haben – so tolerant sind wir schon. So lange uns die bedeutungslosen Dinge nicht stören, können wir sie tolerieren. Ein Mitarbeiter ist von Anfang an nicht bedeutungslos. Wir wissen nur nicht, ob er auch akzeptabel ist.

Gleichgültigkeit ist eher ein Zustand, in dem weder die Toleranz noch die Akzeptanz besondere Bedeutung spielt: Z.B. ist die Lautstärke einem tauben Menschen so ziemlich egal und daher gleichgültig. Genauso können uns auch Menschen gleichgültig sein, die irgendwie tolerabel sind, sonst aber in unserem Leben keine besondere Bedeutung spielen: Z.B. die Bettler, die Kontrolleure in der Straßenbahn, (wenn ich eine Monatskarte in der Tasche habe), die Migranten oder der Knabenchor…

Der Knabenchor strebt aber nicht nach Akzeptanz sondern nach Sympathie und Beliebtheit. Der Fahrkartenkontrolleur strebt nicht nach Beliebtheit sondern einfach nur nach Akzeptanz. Und wenn ich einem Fahrkartenkontrolleur kommunizieren will, dass ich ihn akzeptiere, dann zeige ich ihm einfach meine Monatskarte. Der weitere Verlauf seines Besuches in der Straßenbahn kann mir gleichgültig bleiben…

Das sind alles ungeschriebene Regeln, die für einen Dichter genauso gelten wie für einen Migranten.

Gleich, ob der Migrant einen Mitarbeiter anstellen will oder mit einer Monatskarte unterwegs ist. Trotz seinem kulturellen Hintergrund wird er sich in solchen Situation von mir nicht besonders unterscheiden.
Es sei denn, der Dichter oder der Migrant hat auf die Welt ganz andere Ansprüche als ich…

Und dann stellt sich die Frage, ob wir die Ansprüche des Dichters einfach nur tolerieren können, weil uns der Dichter mit seinen Ansprüchen nicht besonders belastet. Oder ob wir die Ansprüche des Dichters irgendwie erst akzeptieren müssen: Wenn er von uns z.B. erwartet, dass wir ihm reinen Wein einschenken. Weil die Ehrlichkeit manchmal besser ist als Dichtung, kann auch ein Dichter sehr wohl von uns die Ehrlichkeit fordern. Und wir müssen dann überlegen, ob wir die anspruchsvolle Forderung des Dichters akzeptieren wollen.
Doch wir können die Ansprüche eines Dichters auch gut ignorieren. Vor allem dann, wenn er uns so ziemlich gleichgültig ist…

Und ein wenig Musik zum Schluss:

Kommentare

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  1. Akzeptiert!!Kompliment zu diesem schönen Spiel mit Worten, das interessante Zusammenhänge sichtbar macht. Man muss sich schon so gründlich mit den Begriffsinhalten auseinander setzen, um die Ästhetik in der Sprachlogik zu sehen.