Barack Obama und Ben Bernanke haben jetzt ein neues Kabinettsmitglied zu beachten. Das heißt Hu Jintao, laut Forbes der mächtigste Mann der Welt. Joe Biden wurde vorgeschickt, um die Lage in Beijing zu erkunden, nachdem die USA ihr AAA bei Standard & Poor’s kurz zuvor verloren hatten. Was China von der US Wirtschafts- und Finanzpolitik hat, hat die chinesische Ratingagentur Dagong bereits deutlich gemacht. Man stufte die USA statt nur von AAA auf AA+ bereits zum wiederholten Male auf A herab. Biden dürfte eine deftige Gardinenpredigt von Hu Jintao zu hören bekommen haben. Schließlich ist Chinas Regierung der größte Gläubiger der USA. Eine Botschaft, die die Chinesen dem Amerikaner mit auf den Weg gegeben haben, war offenbar no more quantitative Easing. Zum Abschluss gab’s noch eine Massenschlägerei zwischen chinesischen und amerikanischen Basketballspielern bei einem Freundschaftsspiel in China. Nicht mehr freundliche Ping-Pong-Diplomatie unter Nixon. Jetzt wird mit härteren Bandagen gekämpft.
Jackson Hole
Heute haben sich die Crème de la Crème der globalen Finanzindustrie in Jackson Hole zu ihrer Jahrestagung getroffen. Höhepunkt war die von Ben Bernanke angekündigte Rede zur US-Geldpolitik. Die von der Wall Street erhoffte neue Geldspritze bleibt danach aus. Helikopter Ben hat verstanden. Die Chinesen wollen es nicht. Sie haben bereits jetzt damit zu kämpfen ihre Inflation, die in Richtung zweistelliger Zuwachsraten treibt unter Kontrolle zu kriegen. Ein Teil dafür geht zu Lasten der lockeren Geldpolitik der USA. Jetzt lassen die Chinesen den Yuan schneller aufwerten. Das dürfte jedoch auch den Inflationsimport der USA beschleunigen, die schließlich nach der EU der größte Abnehmer chinesischer Waren ist. Da auch in den USA die Inflationsrate bereits bei ordentlichen 3,6 Prozent liegt, kann diese Entwicklung Bernanke gar nicht recht sein.
Die USA kommen um eine weitere Rezession kaum herum
Sich beschleunigende Inflation, zunehmende Wachstumsschwäche der Wirtschaft und eine gelähmte Geld- und Finanzpolitik. Das ist das Horrorszenario für die US-Wirtschaft. Die Fiskalpolitik ist gelähmt, da Obama bei der Heraufsetzung der Schuldengrenze durch den Kongress bereits jetzt drastischen Haushaltskürzungen zugestimmt hat. Die Republikaner angeführt von der Tea-Party werden es zu verhindern wissen. Mithin wird es eine erneute expansive Fiskalpolitik nicht geben. Die Geldpolitik sind ebenfalls jetzt die Hände gebunden. Die Chinesen wollen keine dritte Dollarflut. Die US-Wirtschaft wird so in die erneute Rezession taumeln. Double Dip ist dafür das falsche Wort. Es geht nicht nur um einen kleinen Einbruch. Es geht um mehr.
Die Wall Street räumt schon munter auf und schmeißt massenhaft ihre Mitarbeiter auf die Straße. Da dürfte auch die Rede von Barak Obama über ein Job-Programm wenig Tröstliches für das Heer der Arbeitslosen bieten, außer dass er ein bisschen weiße Salbe auf das gewaltige Problem der gesamten US-Wirtschaft zu streicht.
Wie sagten es bereits die alten Römer: Abyssus abyssum invocat! (“Ein Fehler zieht den anderen nach sich!”)
Photo: tommyS, via pixelio.de
Hier einige Stimmen zu Bernankes Rede in Jackson Hole.
http://www.bloomberg.com/video/74494544/