Pakistan verbietet Verschlüsselungssoftware

Internetusern in Pakistan könnten bald härtere Zeiten beim Schützen ihrer persönlichen Daten vor behördlichen Abfang-Aktionen oder Gaunern bevorstehen sobald die Sperre des Virtuellen Privaten Netzwerks (VPN) in Kraft tritt. Die pakistanischen Kommunikationsbehörden versandten an die Internetdienstanbieter des Landes einen rechtlichen Hinweis, der ihnen auftrug Kunden, die VPN nutzen, abzuschalten. Künftig

4905099296_c7668b0ee6.jpgInternetusern in Pakistan könnten bald härtere Zeiten beim Schützen ihrer persönlichen Daten vor behördlichen Abfang-Aktionen oder Gaunern bevorstehen sobald die Sperre des Virtuellen Privaten Netzwerks (VPN) in Kraft tritt.

Die pakistanischen Kommunikationsbehörden versandten an die Internetdienstanbieter des Landes einen rechtlichen Hinweis, der ihnen auftrug Kunden, die VPN nutzen, abzuschalten. Künftig müsse jeder, der diese Netzwerke nutzen wolle, eine spezielle Genehmigung hierfür einholen.

VPNs ermöglichen es den Usern unerkannt im World Wide Web zu surfen und Nachrichten zu verschicken. Üblicherweise werden sie dazu genutzt, um im Land bereits gesperrte Seiten aufzuschen oder aber ein sicheres Netzwerk für ein Unternehmen und seine Mitarbeiter aufzubauen.

Pakistan will Kommunikation von Terroristen verhindern

Laut Angaben der Regierung besteht der Zweck des Verbots, das bereits 2010 beschlossen, aber bis dato nie wirklich durchgesetzt wurde, darin, die Kommunikation von Terroristen zu verhindern. Alle Internetaktivitäten in Pakistan werden durch staatlich betriebene Internetprovider geleitet. Die Regulierung gestaltet sich hierdurch um ein Vielfaches einfacher – solange die Daten nicht nur VPNs geschützt sind.

Laut Paul Ducklin, Experte beim Sicherheitsanbieter Sophos, verhindert das Verbot jedoch nicht nur eine verschlüsselte Kommunikation, sondern erleichert auch Gaunern ihre Arbeit, die jetzt viel einfacher an wertvolle Daten gelangen können. “Ein Internet, in dem Verschlüsselung komplett verboten wäre, ist noch gefährlicher als dasjenige, das wir heute schon haben”, argumentiert er in einem Blogeintrag.

Auch Facebook und YouTube wurden bereits gesperrt

Derlei Verbote sind jedoch nicht selten. Auch in Indien, China oder im Iran bedarf es einer Genehmigung, um Verschlüsselungsprogramme nutzen zu dürfen. Es ist auch nicht das erste Mal, dass Pakistan zu solchen Mitteln greift. Im vergangenen Jahr ordnete ein Gericht vorübergehend die Sperrung von Facebook an, da dort die Ausschreibung für einen Karrikaturen-Wettbewerb rund um den Propheten Mohammed auftauchte. Auch YouTube wurde bereits wegen der Verbreitung fragwürdiger Inhalte von der Regierung gesperrt.

Photo: dvidschub, via flickr

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