Das Problem der Eurozone ist das Auseinanderklaffen von politischem Willen und wirtschaftlicher Realität. Im Gespräch mit dem UBS-Ökonomen Gerit Heinz kristallisiert sich heraus, dass die Krise nur mit radikalen Schnitten lösbar sei. Der Ökonom skizziert zwei Wege, die – rein wirtschaftlich gesehen – die aktuelle Krise lösen könnten: Entweder ein Austritt Deutschlands oder die Aufgabe der fiskalischen Souveränität der Staaten. (ganzes Interview hier)
Bereits vor einem Jahr habe die UBS Research in einer Analyse der Eurozone festgestellt, dass Deutschland zu stark für die Euro-Zone sei. Diese Sicht bestätigt sich nun. “Deutschland besitzt eine extrem wettbewerbsfähige Wirtschaft, hat auf Lohnkostenzurückhaltung geachtet, strukturelle Reformen in die Wege geleitet und natürlich auch international gefragte Produkte exportiert”, so Heinz. Gleichzeitig räumt er jedoch ein: “(…) ein Austritt Deutschlands ist in der Realität (…) nur schwer vorstellbar. Wir hätten dann beispielsweise das Problem, dass Deutschland und Frankreich sich in zwei verschiedenen Lagern wiederfinden würden. Zudem ist der Euro ein politisches Projekt und kein ökonomisches. (…) Durch das stärkere Wachstum Deutschlands ist das Ungleichgewicht nicht kleiner geworden.”
Er ist der Ansicht, wenn die Eurozone in dieser Form erhalten bleiben soll, dann führt über kurz oder lang kein Weg an einer fiskalischen Koordinierung der Wirtschafts- und Finanzpolitik vorbei, um die Ungleichgewichte zu beseitigen oder zumindest auszugleichen.
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Es steht zu befürchten, dass Gerit Heinz Wirtschaft in der nächsten Eckkneipe studiert hat: Träte Deutschland aus der Eurozone aus, würde die Mark so teuer, dass die Exporte einbrächen. Dann ging es uns deutlich schlechter und wir könnten dann prima zurück in die Eurozone. Möglicherweise hat aber Herr Heinz auch den Bierdeckel von Herrn Merz als Studienvorlage benutzt.