Markt für Breitbandinternet im Umbruch?

Der deutsche Breitband-Markt ist derzeit in einer Umbruchphase, die sich langfristig insbesondere auf die bisher als Standard geltenden DSL-Anschlüsse auswirken wird. DSL ist immer noch der häufigste häusliche Breitbandanschluss in Deutschland und zeichnet sich durch ein günstiges Preis-Leistungs-Verhältnis für den durchschnittlichen User aus. Denn der Otto Normalsurfer benötigt keine rasend

4842735353_055b521dd3.jpgDer deutsche Breitband-Markt ist derzeit in einer Umbruchphase, die sich langfristig insbesondere auf die bisher als Standard geltenden DSL-Anschlüsse auswirken wird. DSL ist immer noch der häufigste häusliche Breitbandanschluss in Deutschland und zeichnet sich durch ein günstiges Preis-Leistungs-Verhältnis für den durchschnittlichen User aus. Denn der Otto Normalsurfer benötigt keine rasend schnellen Datenübertragungsraten wie etwa der Extrem-Online-Gamer mit hochauflösenden Grafiken oder der Extrem-Sauger, der in null-Komma-nix riesige Videodateien aus dem Netz pumpt.

Anwendungen, die zukünftig den Breitbandmarkt verändern sollen, können allerdings mit DSL-Übertragungsraten nicht empfangen werden – etwa ruckelfreie HD-Filme über IPTV. Aus diesem Grund wird dem klassischen DSL-Anschluss in der Fachwelt auch mangelnde Zukunftsfähigkeit bescheinigt.

Wenn man die jüngste Ankündigung von Vodafone bezüglich seines DSL-Angebots aufmerksam verfolgt hat, scheint die Zeit des DSL-Anschluss bald gänzlich der Vergangenheit anzugehören. Vodafone möchte nämlich fast alle seiner ca. 4 Mio. DSL-Kunden auf den neuen, mobilen Breitbandstandard LTE (Long Term Evolution) umstellen. Selbstverständlich nicht sofort. Aber der Konzern sehe die Zukunft eher jenseits des Festnetzes. Vodafone CEO Joussen bringt es mit der Aussage „Die Zeit des guten alten Festnetzanschlusses geht zu Ende.“ auf den Punkt.

Entsprechend groß ist die Verwirrung in der Netzgemeinde, denn für viele ist LTE immer noch ein Fremdwort.

Dabei handelt es sich um nicht weniger als eine neue, mobile Breitband-Revolution, wenn man das so sagen darf. Denn LTE ist rasend schnell und das per Funk! Einige sprechen daher scherzhaft vom “mobilen VDSL”.

Die Ankündigung von Vodafone ist aus mehreren Gründen brisant. Denn erstens wurde die Internationale Funkausstellung, IFA, am Donnerstag eröffnet – sie ist die weltweit wichtigste Messe für Unterhaltungselektronik und Elektro-Haushaltsgeräte. Der diesjährige Schwerpunkt des Vodafone-Messeauftritts liegt dabei nicht zufällig auf LTE und TV. Zweitens hat der LTE-Ausbau in Deutschland die Startphase abgeschlossen und beginnt der Netzausbau nun in städtischen Regionen. Dadurch werden sich vielleicht schon erste DSL-User in den nächsten Monaten für die Alternative LTE entscheiden können. Als dritter Faktor kommt hinzu, dass mit dem Post-Erbe die Deutsche Telekom von allen Anbietern eine Miete für die Teilnehmeranschlussleitung verlangen darf. Vodafone beziffert den jährlichen Mietbetrag auf 500 Mio. Euro und beklagt sich darüber, dass sich deshalb der DSL-Anschluss nicht lohne. Bei einer Umstellung auf LTE kann Vodafone diese Leitungsgebühren einsparen.

Ob und wann Vodafone mit der Umstellung seiner DSL-Kunden beginnt, bleibt aber weiter abzuwarten.

Das LTE-Netz befindet sich noch im Aufbau und breitbandintensive Anwendungen sind weiterhin kein Massenphänomen. Dennoch ist die Vodafone-Ankündigung ein Zeichen dafür, dass mittel- bis langfristig nichts so bleibt, wie es war!

Photo: tacker, via flickr

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  1. Das LTE aufgrund der mobilen Nutzung Zukunft hat kann man unterschreiben, aber gerade bei breitbandigen Anwendungen wie IPTV wird es Probleme geben, hier reicht die Kapazität nicht aus. Eine Basisstation (LTE800) mit drei Zellen hat einen maximalen Durchsatz von ca 150 MBit/s.
    Nimmt man eine Datenrate von 3MBit/s für IPTV an, sind das gerade mal 50 Haushalte, die Fernsehen könnten, und dann kann auch niemand mehr im Internet Surfen…Bei HD wirds noch viel schlimmer. Die Netzbetreiber wissen schon, warum sie alle LTE Tarife (und auch UMTS Tarife) nach einem gewissen Datenvolumen drosseln. Ob es in den Städten mit LTE1800/2600 funktioniert wird sich zeigen, da sind die Kapazitäten etwas größer. Generell kann LTE zwar kurzzeitig hohe Datenraten erreichen, aber eben nicht für alle, die an einer Zelle angemeldet werden.

    Vodafone will in erster Linie kosten sparen, dass sie deshalb versuchen LTE als DSL-gleichwertig oder sogar besser zu vermarkten ist klar aber technisch gesehen Unsinn. Infos zur LTE Technik: http://www.ltemobile.de/lte-technik/