NRW-Öko-Landbautage auf dem Dortmunder Schultenhof eröffnet

Am gestrigen Sonntag erlebte der von der Dortmunder Arbeiterwohlfahrt (AWO) betriebene Biohof, mit Hofladen, Metzgerei und Kindererlebniswelt, der Schultenhof gleich zwei Höhepunkte. Dass war zum einen ein Hoffest zur Feier seines zehnjährigen Bestehens und zum anderen die Eröffnung der Öko-Landbautage des Landes Nordrhein-Westfalen. Dortmunder OB Ullrich Sierau voll des Lobes

presse_stille_10_Jahre_Schultenhof_4_9_2011_11.jpgAm gestrigen Sonntag erlebte der von der Dortmunder Arbeiterwohlfahrt (AWO) betriebene Biohof, mit Hofladen, Metzgerei und Kindererlebniswelt, der Schultenhof gleich zwei Höhepunkte. Dass war zum einen ein Hoffest zur Feier seines zehnjährigen Bestehens und zum anderen die Eröffnung der Öko-Landbautage des Landes Nordrhein-Westfalen.

Dortmunder OB Ullrich Sierau voll des Lobes und der Anerkennung für das Projekt “Schultenhof”

Zu beiden Anlässen äußerte sich der Dortmunder Oberbürgermeister Ullrich Sierau (SPD) sichtlich stolz und hocherfreut. Sierau erwähnte in seiner kurzen Ansprache, dass er seine Kinder- und Jugendzeit in unmittelbarer Nachbarschaft des Schultenhofes verbrachte. Schon sehr früh hatte der spätere Ministeriumsmitarbeiter und Oberbürgermeister den Verfall des in Stadtbesitz befindlichen Hofes beklagt und auf Abhilfe gesonnen. Um so erfreuter zeigt sich der nunmehrige OB, dass es vor zehn Jahren endlich gelungen war, diesen quasi mitten in der Stadt in Nähe zum Dortmunder Westfalenstadion befindliche Hof durch ein inzwischen sehr erfolgreiches Projekt der AWO restauriert und somit erhalten werden konnte.

Nicht etwa nur als eine Art Museum, sondern vielmehr als “geschütztes, lebendiges Denkmal”. Im restaurierten Fachwerkhaus fanden, ein Bioladen, Büros und ein Landgasthof Platz. Letzerer wird nun zu einem Bistro umgebaut. Sierau strich erfreut heraus, dass der Schultenhof dank seiner Mütter und Väter und der AWO in den zehn Jahren seines Bestehens zu einem viel beachteten Lern- und Arbeitsort auch für Menschen mit Behinderungen geworden ist. Der Oberbürgermeister sprach, sich gewissermaßen selbst und gern korrigierend, dass diese Menschen von den vielen Besuchern des Hofes im Grunde überhaupt nicht als behindert wahrgenommen würden. Sondern vielmehr als sehr kreative, wichtige und wertvolle Mitglieder der Gesellschaft positiv wahrgenommen würden. Noch dazu seien sie mitten in der Großstadt stets präsent und keineswegs irgendwo abseits versteckt, sondern in jeder Hinsicht öffentlich. Wie auch die dort lernenden und arbeitenden jungen Menschen ihren Gästen offen begegnen und die Besucher ihnen ihrerseits aufgeschlossen gegenübertreten.

Dass AWO-Schultenhof-Projekt, so Sierau sinngemäß, sei in der Tat gelebte Integration. In einer Großstadt wie Dortmund wirke der Schultenhof auch als Naherholungsgebiet, kleines Paradies und Begegnungsstätte. Noch dazu diene es Kindern als Lern- und Erfahrungsort, der Großstadtpflanzen wie ihnen Landwirtschaft und Tierhaltung nahebringe. Der sie u.a. lehre, dass “lila Milka-Kühe” nichts mit bäuerlicher Wirklichkeit zutun haben. Ein Projekt, dem samt der damit verbundenen Menschen, allerhöchsten Dank und Anerkennung gebühre. Der OB: Wenn es dieses Projekt nicht schon gebe, man müsste es geradezu erfinden! Sierau weiter: In Dortmund existierten derzeit 170 Landwirtschaftsbetriebe, teils aim Nebenerwerb. In der Landwirtschaft seien unterdessen – bedingt durch den Strukturwandel in der Ruhrgebietsstadt – mehr Menschen tätig, als im Bergbau. Der Schultenhof könne mit Fug und Recht als “ein Stück neues Dortmund” bezeichnet werden, so der Oberbürgermeister.

Minister Johannes Remmel: Öko-Landbau ist wichtiges Zukunfsthema

presse_stille_10_Jahre_Schultenhof_4_9_2011_2.jpg Der NRW-Minister für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz, Johannes Remmel (B’90/Die Grünen), unterstrich in seiner Eröffnungsrede (Photo links) der NRW-Öko-Landbautage, wie wichtig es sei, den Landbau – zumal den Öko-Landbau, zu den und an die den Menschen in die Stadt zu bringen. Das sei auch eines der wichtigsten Zukunftsthemen des Landes NRW.

Laut Remmel finden im Rahmen der nunmehr 13. Öko-Landbautage NRW landesweit insgesamt 300 Veranstaltungen statt. Zehn Prozent davon allein im Erföffnungsort Dortmund. Der Minister wies daraufhin, dass ökologischer Landbau u.a. deshalb so nötig und wichtig sei, weil die Gesellschaft darüber lernen und erfahren könne, künftig noch ordentlicher und schonender mit der Umwelt umzugehen. Um dies, was auch etwas mit Nachhaltigkeit zutun habe, in nächster Nähe zu den Städten (Stichwort: Vermeidung von umweltfeindlichem Straßenverkehr)  mit gesellschaftlichem Gewinn ins Werk zu setzen, müsse verantwortungsvolle Politik u.a. den nach wie vor enormen Flächenverbrauch im Lande für andere Zwecke stoppen.

Überdies stelle die zumehmende Spekulation mit Nahrungsmitteln und Rohstoffen (im Wissen, dass die Bevölkerungszahl der Erde in 30-40 Jahren rapide ansteigen wird) ein großes Problem dar. Es müsse, so Remmel, massiv daraufhin gearbeitet werden “Ernähungssicherheit” herzustellen.  Der grüne Landwirtschaftsminister nannte für NRW die Zahl von 1800 existenten landwirtschaftlichen Betrieben und die von 300, die mit den dort erzeugten Produkten Handel treiben. Nicht zuletzt steckten hinter diesen Zahlen auch eine nicht zu vernachlässigende Anzahl von Arbeitsplätzen im Lande, die durchaus noch steigerungsfähig sei. Größtes Augenmerk verdiene auch die ökologisch-ökonomisch vernünftige Verwertung landwirtschaftlicher Produkte und die damit im Zusammenhang stehende “Wertschöpfungskette”.  Nicht zuletzt dafür sollen auch die NRW-Öko-Landbautage auf vielfältige Weise werben.

Spiel, Spaß und Kultur nach dem offiziellen Teil 

presse_stille_10_Jahre_Schultenhof_4_9_2011_3.jpgNach deren Eröffnung am gestrigen Mittag gab es jede Menge Spiel und Spaß auf dem Dortmunder Schultenhof. Im Anschluss waren Lifemusik von “Starclub”, der “Nettle-River-Band” der Auftritt der Kabarett-”Ruhrgebietsikone” Franziska Mense-Moritz angesagt. Natürlich konnten die angebotenen Bioprodukte auf dem Gelände des Schultenhofes verkostet werden. Für das leibliche Wohl – größtenteils aus der Herstellung des Biohofes (Photo links: eine Auswahl von Hofprodukten) – selbst. Vertreterinnen und Vertreter von den im Biolandbau engagierten Verbänden standen Interessierten an Ort und Stelle für Fragen und Auskünft zur Verfügung. Die Aktionstage “Ökolandbau NRW” laufen noch bis zum 3. Oktober.

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