Die EZB gegen die Investoren

Es geht derzeit hoch her im Euroraum. Vorderster Grund dieser Turbulenzen ist die mögliche Pleite Griechenlands, die derzeit stark diskutiert wird. Man ist sich uneinig in der europäischen Finanzwelt sowie Politik. Soll man dem Land weiterhin Hilfe zukommen lassen oder rettet man den Euro am ehesten aus seinem Tief, wenn

Es geht derzeit hoch her im Euroraum. Vorderster Grund dieser Turbulenzen ist die mögliche Pleite Griechenlands, die derzeit stark diskutiert wird. Man ist sich uneinig in der europäischen Finanzwelt sowie Politik. Soll man dem Land weiterhin Hilfe zukommen lassen oder rettet man den Euro am ehesten aus seinem Tief, wenn man eine geordnete Insolvenz des Landes durchzieht.

Die Meinungen sind geteilt und Spekulationen im Moment eigentlich noch gar nicht gerne gesehen. Schon zu Beginn des Jahres hatte Jürg Zeltner, der als CEO beim UBS Wealth Management arbeitet, gesagt: „Weltweit werden 2011 Regierungen und Zentralbanken weit reichende politische und wirtschaftliche Entscheidungen treffen. Die werden auch für andere Länder zu spüren sein. Und daraus können internationale Währungs- und Handelskonflikte entstehen.“ Zu dem Zeitpunkt hatte er wohl noch nicht geahnt, wie wahr diese Aussage in diesem Jahr werden sollte.

Nun ist als Folge nicht nur der DAX in den Keller gesunken, auch Italien und Spanien geraten zusehends unter Duck. Nachdem die beiden südeuropäischen Staaten ebenfalls Probleme angemeldet hatten, begann die EZB Staatsanleihen der Länder aufzukaufen, um die Lage dort zu entlasten. Nun fordern Anleger jedoch höhere Risikoaufschläge. Tatsächlich sind diese sowieso schon gestiegen, die Renditen konnten davon profitieren. Jedoch werden diese dadurch gedrückt, dass die EZB italienische und spanische Staatsanleihen aufkauft. Das stößt den anderen Marktteilnehmern natürlich teilweise sauer auf. Dabei seien die Käufe der EZB keine großen und würden demnach auch keine große Rolle spielen, die Rendite könnten sie aber dennoch gedrückt haben.

Auch intern gibt es bei der EZB Streitigkeiten um den Kauf der Staatsanleihen. Man vermutet, dass auch der überraschende Rücktritt des EZB Chefvolkswirts Jürgen Stark, in der letzten Woche, damit zu tun haben könnte. Es hatte vorher mehrmals Streit um den Ankauf von Anleihen innerhalb der EZB gegeben. Tatsache ist, dass italienische sowie auch spanische Anleihen derzeit einen sehr guten Kurs fahren und bei spekulativen Anlegern überaus beliebt sind. Beide Länder planen nun im Verlauf der Woche neue Staatsanleihen im Gesamtvolumen von etwa zehn Milliarden Euro auszugeben. Man kann nur hoffen, dass diese Schritte den Ländern wirklich helfen und nicht weitere Situationen wie in Griechenland entstehen.

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