Zustandsbericht zum arktischen Meereisminimum 2011

Das Meereis in der Arktis hat, wie jedes Jahr zum Sommerende, mal wieder seine geringste Ausdehnung erreicht. Zum 09.09.2011 registrierte das National Snow and Ice Data Center der USA (NSIDC) eine minimale Ausdehnung von 4.33 Millionen Quadratkilometern. Was immerhin noch dem zwölffachen der Fläche Deutschlands entspricht. Im September 2007 wurde

Das Meereis in der Arktis hat, wie jedes Jahr zum Sommerende, mal wieder seine geringste Ausdehnung erreicht. Zum 09.09.2011 registrierte das National Snow and Ice Data Center der USA (NSIDC) eine minimale Ausdehnung von 4.33 Millionen Quadratkilometern. Was immerhin noch dem zwölffachen der Fläche Deutschlands entspricht. Im September 2007 wurde die bisher geringste Ausdehnung seit dem Beginn der Satellitenaufzeichnungen im Jahr 1979 registriert. Am 16.09.2007 waren es laut NSIDC nur 4.17 Millionen Quadratkilometer.

Dieses Jahr nimmt damit den zweitgeringsten Wert seit 1979 ein. Was besonders auffällt, in diesem Jahr wurde das Sommerminimum besonders zeitig erreicht und die Meereisausdehnung verzeichnet derzeit wieder starke Zuwächse.

Betrachtet man den saisonalen Jahresgang der Eiszunahme und Eisabnahme der letzten Jahre, so sieht man schön das Auf und Ab zwischen Winter- und Sommerhalbjahr. Ein Außergewöhnliches Minimum wurde dabei im Sommer 2007 erreicht. Der gleitende Jahresmittelwert (die rote Linie) zeigt eine stetige Abnahme bis zum Sommer 2007, danach legt der Jahresmittelwert wieder leicht zu, gefolgt von einer leichten Abnahme. Aktuell liegt der Jahresmittelwert etwas über dem Minimum von 2007. Insofern kann man die Verhältnisse nach 2007, also der letzten vier Jahre, als weitgehend stabil bezeichnen. Es ist weder eine außergewöhnliche Abnahme, noch Zunahme im Jahresmittelwert der letzten vier Jahre zu beobachten.

Selbes zeigt sich auch in der Anomalie der Meereisfläche. Die Anomalie zeigt die Abweichungen zum mittleren Eisgang der letzten Jahre auf. Die Anomalie fällt bis zum Sommer 2007 stark ins Negative ab, danach nähert sich sich wieder der Nulllinie an (also den normalen Verhältnissen) und fällt dann wieder leicht ins Negative ab. Negative Werte wie 2007 werden dabei bis heute nicht erreicht. Insofern kann man auch hier die Verhältnisse nach 2007 als weitgehend stabil bezeichnen.

Fazit: Grund zur Besorgnis ist also erst einmal nicht angebracht. Sowohl in der Meereisausdehnung, als auch in der Anomalie der Meereisfläche (welche man, im Gegensatz zum Meereisvolumen, direkt aus den Satellitendaten ermitteln kann) zeichnet sich nach 2007 kein besorgniserregenden Trend ab, sondern weitgehend stabile Verhältnisse. Solange das Minimum von 2007 nicht langfristig und immer wieder neu unterschritten wird ändert sich auch nichts daran. Denn nur, wenn regelmäßig ein neuer Tiefststand erreicht wird, kann man von einer besorgniserregenden Entwicklung sprechen. Zweitniedrigste Werte in Folge bedeuten langfristig gesehen keine weitere Abnahme gegenüber 2007. Das vergessen die Medien vielfach in der Berichterstattung zu erwähnen.

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