Schäubles Meinung zu Röslers Aussage

Im innerdeutschen Streit um die Lösung der Griechenland-Krise ist es zu neuen Auseinandersetzungen gekommen. Was bisher geschah: Wie bereits jeder wissen sollte, steckt Griechenland im Moment tief in der Krise. Athen muss sparen, sparen, sparen, sonst droht dem Land schon Mitte des nächsten Monats die Zahlungsunfähigkeit. Da die Sparmaßnahmen aber

Im innerdeutschen Streit um die Lösung der Griechenland-Krise ist es zu neuen Auseinandersetzungen gekommen. Was bisher geschah: Wie bereits jeder wissen sollte, steckt Griechenland im Moment tief in der Krise. Athen muss sparen, sparen, sparen, sonst droht dem Land schon Mitte des nächsten Monats die Zahlungsunfähigkeit. Da die Sparmaßnahmen aber nicht stattzufinden scheinen, wie es vereinbart war, sind nun die restlichen Euroländer zurecht verärgert und halten den möglichen Rettungsbeitrag, der Griechenland aus dem Schlamassel ziehen könnte, zurück. Erst am Freitag wurde bei einem Treffen der Finanzminister des Euroraums beschlossen, die Entscheidung, ob man diesen Beitrag wirklich übergibt, noch bis Oktober aufzuschieben. Vorschläge zur Verbesserung der Lage durch die USA wurden abgelehnt.

Doch nicht nur international gibt es Trubel, wenn das Thema Griechenland angeschnitten wird. Hatte doch Jürg Zeltner, CEO beim UBS Wealth Management schon zu Beginn des Jahres mögliche „Währungs- und Handelskonflikte“ für 2011 vorausgesagt. Innerhalb Deutschlands diskutiert man ebenso über die Zukunft des südeuropäischen Staates. In der vergangenen Woche hatte eine Bemerkung des FDP-Politikers Rösler für Aufsehen gesorgt. Dieser hatte gesagt, eine geordnete Abwicklung einer Insolvenz Griechenlands sei eine nicht auszuschließende Lösung. Für diese Bemerkung gab es eine Menge Kritik. Man solle so etwas nicht zerreden, eine Insolvenz käme nicht in Frage und so weiter.

Nun hat sich auch Finanzminister Schäuble in die Diskussion eingemischt und sich ebenfalls als Gegner der Äußerungen zu erkennen gegeben.

Der CDU Politiker wies Rösler mit den Worten in seine Schranken, der Wirtschaftsminister sei für diesen Bereich nicht zuständig, sondern für den Euro wäre dies nur einer, der Finanzminister. Zwar bestehe in einer Demokratie die Redefreiheit, deshalb sei gegen die Äußerungen an sich nichts zu sagen, aber dennoch forderte Schäuble Rösler auf, sich in Zukunft mit seinen Behauptungen besser zurück zu halten. Er sagte zu dem Thema: „ Denkverbote sind zutiefst freiheitswidrig. Aber das Gegenteil von Denkverboten sind nicht unbedingt Redegebote.“
Wie das Problem Griechenland in den kommenden Wochen behoben werden soll und wie man am klügsten handelt, ist bei der ganzen Diskussion bisher noch nicht heraus gekommen. Etwa einen Monat Zeit haben die Griechen noch, um durch Sparmaßnahmen das Schlimmste zu verhindern. Aber ob das nicht utopisch ist?

Kommentare

Schreibe den ersten Kommentar für diesen Artikel.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*