Merkels Papst-Show

Der Papst war in Berlin und hat als erster Papst im Bundestag als Staatsoberhaupt eine Rede gehalten. Merkel wollte es so. Merkels Verhältnis zu den Katholiken als protestantische Pfarrerstochter ist getrübt. Spätestens als sie öffentlich den Papst kritisierte. Derzeit kämpft Merkel mit dem konservativen Flügel der CDU/CSU, der ihr immer

5925199693_9287649d58.jpgDer Papst war in Berlin und hat als erster Papst im Bundestag als Staatsoberhaupt eine Rede gehalten. Merkel wollte es so. Merkels Verhältnis zu den Katholiken als protestantische Pfarrerstochter ist getrübt. Spätestens als sie öffentlich den Papst kritisierte. Derzeit kämpft Merkel mit dem konservativen Flügel der CDU/CSU, der ihr immer mehr die Gefolgschaft versagt. Da traf es sich gut, sich im Rahmen des Papstbesuchs als brave Konservative  zu präsentieren. Das könnte ja der eigenen Popularität innerhalb der eigenen Partei und bei der Bevölkerung nutzen. Mithin sollte es der eigenen Imagepflege der Kanzlerin dienen.

Nur ein bescheidener Erfolg

Das ging letztendlich schief. Das Problem: Derzeit ist insbesondere die katholische Kirche wegen der Missbrauchsfälle an Jugendlichen und Kindern in Deutschland ins Gerede gekommen. Es geht dabei ja nicht nur darum, dass Priester ihre sexuelle Lust an Minderjährigen befriedigt haben, sondern auch um die Vertuschung nachdem diese Straftaten bekannt geworden sind. Es hagelte auch Proteste und Boykotte selbst bei Bundestagsabgeordneten. Zudem kann man mit einer solchen Show nicht die Weltwirtschaftskrise verdrängen. Während weltweit die Wirtschaft auf Talfahrt geht, sind solche Veranstaltungen, die den deutschen Steuerzahler 30 Millionen Euro kosten, beim Bürger wenig beliebt.

Im Ausland wurde der Papstbesuch in Deutschland weitgehend ignoriert. Man hat eben andere Probleme. Damit fällt der Papstbesuch als Medienereignis weit hinter der Jubel-Hochzeit in Großbritannien zurück. Das einzig Positive bisher, es lief alles glimpflich ab.

Vermutlich wäre es für Benedikt sinnvoller gewesen als Religionsführer nach Deutschland zu kommen und Merkel und den Bundestag zu meiden. Er hat sich keinen Gefallen mit seinem Auftritt dort getan. Man soll sich nicht von der Politik einspannen lassen zumal der Stern der Kanzlerin derzeit im Sinken ist.

Photo: Madrid2011, via flickr

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