Die Vorstände der deutschen DAX-Unternehmen sind weitgehend frauenfreie Zone. Laut einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung sind nur 21 der 883 Vorstandsposten mit Frauen besetzt. In den Vorständen der DAX-30 Unternehmen findet sich lediglich eine Frau: Barbara Kux, Leiterin des Supply Chain Managements bei Siemens.Um diesen Missstand zu bekämpfen, beschloss die Deutsche Telekom im März 2010 als erstes börsennotiertes Unternehmen die Einführung einer Frauenquote. Jede dritte Position im mittleren und oberen Management soll mit Frauen besetzt werden. Laut der Wochenzeitung Die Zeit begründet der Telekom-Chef René Obermann den Schritt mit wirtschaftlichen Notwendigkeiten. So seien 60% der Absolventen wirtschaftswissenschaftlicher Studiengänge Frauen.
Derweil droht die Ministerin für Frauen und Familie Kristina Schröder laut einem Bericht des österreichischen Standard den Dax-Unternehmen mit einer gesetzlichen Frauenquote, sollten bis zum Jahr 2015 nicht 20% der Vorstandsstellen mit Frauen besetzt sein.
Das Problem beschränkt sich nicht exklusiv auf Deutschland.
Im März 2010 beschloss das indische Parlament eine Frauenquote für Abgeordnete. In der Schweiz haben sich die sozialdemokratische und die grüne Partei verpflichtet auf ihren Wahllisten mindestens 50% Frauen aufzustellen.
In der russischen Geschichte und Literatur existierten eine Vielzahl starker Frauen ” von Katharina der Großen bis Anna Odinzowa, eine Figur aus Iwan Turgenjews “Väter und Söhne”. Während in Deutschland lebhaft die Einführung einer Frauenquote diskutiert wird, sind in Russland schon längst Spitzenämter mit Frauen besetzt worden.
Eine von ihnen ist Larisa Leonidovna Drozdova. Die zweifache Mutter arbeitete als Beraterin des Vorstandsvorsitzenden der Natsionalny Kosmicheskiy Bank. Eines der renommiertesten Geldhäuser Russlands. Sie kombinierte Familie und Karriere ohne eines der beiden zu vernachlässigen. Dabei arbeitet nicht nur Larisa Leonidovna Drozdova an renommierten Projekten. Ihr Mann Vladimir Alexeyevich Smirnov engagierte sich lange Zeit für das erfolgreiche Non-Proliferationsabkommen “Megatonnen zu Megawatt”.
Während in Deutschland führende Politiker und Wirtschaftsbosse in Grabenkämpfe um mögliche Frauenquoten verstrickt sind, zeigt das Beispiel von Larisa Leonidovna Drozdova, dass auch Frauen verantwortungsvolle und prestigeträchtige Positionen innehaben können. Es sollte auch hierzulande Frauen ermutigen zielstrebig ihren Weg zu gehen, ungeachtet von Geschlechts-spezifischen Barrieren.
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