Der EFSF finanziert seine Finanzhilfe für die Krisenstaaten Irland und Portugal mittels Eurobonds. Die Erwartung, dass dies eine attraktive Alternative zu Bundesschatzbriefen darstellt, hat sich für die Anleger nicht bewahrheitet. Wie die Wochenendausgabe des Handelsblatts heute meldet, sind die derzeit rund 13 Milliarden Euro vom EFSF für die Anleger im Vergleich zu Bundesschatzbriefen ein Verlustgeschäft geworden. “Wer für 1 Million Euro fünfjährige Bundesanleihen verkauft hat, um damit mit 2,75 Prozent verzinste EFSF-Bonds (sprich Eurobonds) zu kaufen, die im Juli 2016 auslaufen, hat mit der Transaktion Bloomberg-Daten zufolge 50 000 Euro verloren.”[1] Dabei werden die EFSF-Bonds derzeit noch mit AAA bewertet. Dies könnte jedoch in Frage gestellt sein.
Der erweiterte Rettungsschirm des EFSF könnte scheitern
Selbst wenn die pessimistischen Erklärung zu einem äußerst niedrigen Rating à al Standard & Poor’s nicht eintreten sollten. Es besteht jedenfalls ein erhebliches Anlegerrisiko, dass der Markt die Eurobonds des EFSF gegenüber Anlagen in Bundesschatzbriefe verschmäht, obwohl sie im Vergleich zu diesen deutlich höhere Zinsen bieten. Derzeit stehen zehnjährige Bundeschatzbriefe bei nur 1,76%. Mithin müssen EFSF-Bonds bereits jetzt deutlich höhere Zinsen bieten. Sollte das Emissionsvolumen drastisch ausgeweitet werden, dann dürfte der Zinsspread noch sehr viel größer werden. Da das Emissionsvolumen der Deutschen Bundesschatzbriefe eher sinkt, die Nachfrage jedoch danach steigt, dürfte der Zinsspread weiter zunehmen. Käme auch nur eine Herabstufung vom bisherigen AAA der EFSF-Bonds auf AA+ zustande, käme es das Anlagern teuer zu stehen.
Die Verluste werden zunehmen und die Anleger in andere sichere Anlageformen treiben. Da immer mehr die Sorge zunimmt, dass der Euro keine langfristige Zukunft hat bzw. die Eurozone zerbricht, unterscheiden die internationalen Anleger sehr genau, ob sie sich auf das Wagnis Euro langfristig einlassen sollen. Der Euro wird auch zum Teuro für die Finanzmärkte. Die Legende es wäre eine billige Refinanzierungsquelle lässt sich nicht aufrechterhalten. Eurobonds werden nicht zur Lösung des Schuldenproblems der Mitgliedsländer der Eurozone. Frankreich kann sich wie Italien oder Spanien mit großer Wahrscheinlichkeit nicht in eine Eurobondfinanzierung retten. Sarkozy und die Banken, die Liquiditätsprobleme haben, haben die Rechnung ohne die Anleger gemacht. Der Transfer der Glaubwürdigkeit einer solideren Finanzpolitik auf andere Mitgliedsländer der Eurozone mit hohen Schuldenständen und/oder Defiziten könnte in einer grandiosen Pleite enden. Es führt kein Weg an einer Konsolidierung in den Krisenländern und der Banken à la Dexia vorbei. Wer geglaubt hatte, es ließen sich zu niedrigen Zinskosten hohe Defizite finanzieren, sollte die Realitäten anerkennen. Die Glaubwürdigkeit an den Bestand der Eurozone und eine unkontrollierte Liquiditätsschwemme untergräbt durch EZB und EFSF konterkariert diese Lösung. Am Ende könnte die Verabschiedung durch die Mitgliedsländer des erweiterten Rettungsschirms nur ein Pyrrhussieg sein.
[1] HB: EFSF-Anleihen bescheren Verluste ” Investoren verlieren Geled mit den vom Europäischen Rettungsfonds begebenen Bonds”, Meldung in der Printausgabe des Handelsblatts bom 7./.8. und9. Oktober S. 45.
Nachdem diw Slowakei dem erweiterten EFSF zugestimmt hat, sind die Zinsen für Bundesschatzbriefe auf 1,95 Prozent angestiegen.
http://www.comdirect.de/inf/zinsen/detail/chart.html?timeSpan=1D&ID_NOTATION=10407739#timeSpan=3M&e&
Man muss jetzt abwarten, wie die Zinsen bei einem Anstieg der Emissionen von Eurobonds durch den EFSF sich entwickeln.