Die Meldung passt ins Bild. Die amerikanische Brokerfirma MF Global hat sich bei europäischen Staatsanleihen so stark verspekuliert, dass sie Insolvenz anmelden musste. Die Firma wurde zuletzt noch mit rund 35 Mrd. US-Dollar am Markt bewertet und es wäre dann die achtgrößte Firmenpleite der Geschichte. Es zeigt, mit welch großem Rad auf den Derivatemärkten pro oder kontra die Staatspleiten der Krisenländer der Eurozone gewettet wird. Nun hat es einen der großen Akteure erwischt. Ob er als Broker in Form des Eigenhandels diese Verluste erlitt, oder ob er durch ungedeckte Leerverkäufe dritter aufgrund fehlender Erfüllung der IOUs (Kurzform für I owe you) durch FDOs (Failed to deliver) in den Abgrund stürzte, wird noch zu klären sein.
Systemische Risiken bleiben unklar
Offenbar sind auch große Investmentbanken wie die Deutsche Banken von der Firmenpleite negativ betroffen. Vielleicht waren es auch synthetische CDOs – ein Verbriefungskonstrukt aus CDS der Krisenländer. Who knows? Es zeigt deutlich, wie fragil das ganze anglo-amerikanische Finanzsystem derzeit ist. Alle reden von der Bankenkrise in Europa, aber von der in den USA redet man nicht oder nur ganz vorsichtig. Kommt von dort der nächste big crash? Schließlich gilt die Bank of America als eine der großen US-Zombie-Banken.
Auch der Derivatemarkt des Rohstoffhandels ist durch die Pleite von MF Global ins Trudeln geraten. Wird das die Lage dort entspannen? Viele Fragen, auf die man derzeit schwer eine Antwort geben kann.
Über die möglichen Weiterungen der MF Global Pleite.
http://www.manager-magazin.de/politik/weltwirtschaft/0,2828,795593,00.html