Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan war heute in Berlin, um mit Bundeskanzlerin Angela Merkel an dem Festakt anlässlich des 50. Jahrestages des deutsch-türkischen Anwerbeabkommens teilzunehmen. Diese Gelegenheit nutzte er aus, um Deutschland eine falsche Integrationspolitik vorzuwerfen.
Besonders hadert er mit der Tatsache, dass Türken, die freiwillig nach Deutschland kommen, verpflichtet sind, ausreichende deutsche Sprachkenntnisse nachzuweisen und dies auch für Ehefrauen gilt, die ihren Männern hinterher ziehen: „Es kann doch nicht sein, dass die Liebe junger Menschen per Verordnung nur auf Deutsch funktionieren kann“, beklagt er sich. “Wer Deutschkenntnisse zur wichtigsten Vorrausetzung erklärt, verletzt die Menschenrechte.“ Durch diese deutsche Politik würde sich die Bundesregierung einer mangelnden Verflechtung der drei Millionen in Deutschland lebenden Türken schuldig machen.
Meine Meinung dazu:
Und dies von dem Ministerpräsidenten eines Landes, in dem die Menschenrechte nicht gerade großgeschrieben werden. Dies ist eine unerträgliche Stimmungsmache des Herrn Erdogan, die sofort, unverzüglich, und zwar noch vor, aber auch während des Treffens, von der Bundeskanzlerin zurückgewiesen werden sollte.
Herr Erdogan verkennt ganz offensichtlich die Tatsachen. Nicht die deutsche Regierung oder die Deutschen sind es, die den Türken die Integration erschweren, das sind zu einem großen Teil die Türken selbst. Wer verweigert sich denn oft, sich den Sitten und Gebräuchen seiner Wahlheimat anzupassen und die dortige Landessprache zu beherrschen? Wer lebt denn in selbstgewählten Ghettos – zum Beispiel in Berlin und Duisburg -, um den Deutschen zu signalisieren, dass mit denen kein Kontakt gewünscht wird? Sähe es Herr Erdogan lieber, die Deutschen würden Türkisch lernen, damit eine Verständigung möglich wird?
Es gibt auf der ganzen Welt kein Land, das sich schon seit Jahren so um die Integration bemüht wie Deutschland. Wer etwas anderes behauptet, weiß – oder will es nicht wissen – offensichtlich nicht, dass es zum Beispiel viele Angebote gibt, die deutsche Sprache zu erlernen. Und Integration heißt nicht nur, dass sich eine Seite bewegen muss.
Um eventuellen Missverständnissen vorzubeugen: Mir ist sehr wohl bewusst, dass die meisten der hier lebenden Türken integrationswillig sind und dies auch getan haben – wobei Integration nicht mit Aufgabe der eigenen Kultur zu verstehen ist. Diese Menschen wollen und kommen hier gut zurecht und haben keinerlei Probleme mit der von ihnen gewählten Heimat. Aber diejenigen, die dies nicht wollen, sondern meinen, sie hätten in ihrem Gastland zu bestimmen, die sollten schleunigst verschwinden. Denn wer sich wirklich integrieren will, braucht keine Integrationspolitik, sondern kümmert sich selbst darum.
Was nun den Beitritt der Türkei in die EU betrifft, bei der Erdogan gerne viel mehr Engagement der deutschen Regierung sehen würde: So weit wird es hoffentlich nie kommen. Denn ein Land, dessen Ministerpräsident – eben dieser Herr Erdogan – sich dahingehend äußert, dass deutsche Stiftungen in der Türkei als Unterstützer für die PKK tätig seien, disqualifiziert sich selbst. Außerdem liegt das türkische Staatsgebiet nur zu drei Prozent auf europäischem Gebiet, der große Rest liegt in Asien. Wenn Herr Erdogan so eine Sehnsucht nach einem Bündnis hat, kann er ja versuchen, sich einem asiatischen anzuschließen.
Wenn ich Frau Merkel wäre, würde ich Herrn Erdogan in aller Deutlichkeit vor laufenden Kameras klar und deutlich meine Meinung sagen: Solche Leute wie ihn wollen wir hier in Deutschland nicht sehen!
Es ist übrigens erstaunlich und irritierend, dass es nur Feierlichkeiten zum 50. Jahrestag des Abkommens mit der Türkei, aber niemals Feiern zu den entsprechenden Verträgen zwischen anderen Ländern und Deutschland, zum Beispiel Spanien, Griechenland und Italien, gegeben hat. Warum diese Bevorzugung der Türkei? Wenn das so weitergeht, sagt irgendwann mal ein deutscher Bundespräsident in seiner Neujahrsansprache, dass die türkische Sprache genauso zu Deutschland gehört wie das Bayrisch zu Bayern oder das Saterfriesische zu Niedersachsen.
Nachrichtenquellen:
“Um Amerikaner zu werden braucht es 5min. Um Deutscher zu werden genügen keine 100 Jahre!”. Ich weiß nicht (mehr) von wem das stammt. Als Leser der RE bin ich erst zu den Deutsch-Türkischen Nachrichten, auf die hier ab und an mal verlinkt wird, gekommen. Und dann so was…
“Herr Horn” Das beste Beispiel dafür ist das die JobCenter nun den vom AK Zensus2011 titulierten “Ariernachweis 2.0″ von Erwerbslosen fordern. Natürlich freiwillig
Sehr zu Empfehlen:
Besser nicht integriert! Teil 1
http://www.aggromigrant.com/2011/10/21/besser-nicht-integriert-teil-1/
Apropos, Integration. Ich trinke meinen Kaffee am liebsten “Türkisch” zubereitet. Weil damit die Ätherischen Öle der Kaffeebohne auch in den Kaffee wandern und nicht im Papierfilter hängen bleiben.