

Dieser Titel, in zwei Bänden, illustriert durch digitale 3D-Bilder einzelne Asanas, Muskeln, Knochen und Vorgänge im Körper. Keine leichte Kost, aber für den medizinisch interessierten Leser eine Bereicherung der Yoga-Kenntnisse.
Zwei Bände, warum?
Der Titel ist in zwei Bände unterteilt, die auch einzeln erhältlich sind.Der erste beschäftigt sich mit den wichtigsten Muskeln, der zweite speziell mit den Haltungen (Asanas) im Yoga. Somit ist der erste Band erheblich mehr Grundlagenvermittlung, diese Grundlagen werden jedoch stets an Yoga-Haltungen erklärt. Der zweite Band orientiert sich klar an einzelnen Abläufen wie dem Sonnengruß und den bekannten Yoga-Haltungen, doch auch hier werden Fachbegriffe verwendet, die aufgrund des Ziels dieses Titels notwendig sind: „Wissenschaftliche Kenntnisse sind wie die Farben auf einer Palette – je umfassender die Kenntnisse, umso mehr Farben sind verfügbar. Der Körper ist die Leinwand, und die Asanas sind die Kunst, die wir schaffen.“ (aus dem ersten Band, erste Seite)
Es ist also Ziel, wissenschaftliche Erkenntnisse gewinnbringend in die Yoga-Praxis zu integrieren, und das ist nicht möglich ohne Fachtermini anzuwenden. Die Aufteilung in zwei Bände scheint aufgrund des Umfangs daher durchaus gerechtfertigt, zumal nur so genug Platz für die Bebilderung bleibt.
Die Umsetzung durch Ray Long
Die Idee, medizinisches Fachwissen in die Yoga-Praxis aufzunehmen, scheint sinnvoll, doch hätte ich nicht angenommen, dass es solche großen Erkenntnisse bringt. Man muss – außer man bringt bereits Fachkenntnisse mit – zu Beginn einiges an Zeit investieren, hat man sich jedoch einmal die Grundlagen der verwendeten Anatomie erarbeitet, ist dieser Titel wirklich hilfreich und bereichernd. Die Einarbeitung ins Thema wird jedoch in beiden Bänden unterstützt und ausreichend ermöglicht. Zwischen drin gibt es sogar kleine Tests, ob man sich das vermittelte Wissen gemerkt hat und abrufen kann.
Es ist ein anspruchsvolles Unterfangen, sich diesen Bänden zu nähern, zumindest wenn man ihren vollen Nutzen ausschöpfen möchte, aber für Menschen, denen Körperwissen und Bewusstwerdung helfen, ist es ein großer Zugewinn.
Die digitalen Illustrationen von Chris Macivor
Für den Laien, der sich noch nicht oder kaum mit Anatomie befasst hat, wirkt die Bebilderung zu Beginn wahrscheinlich befremdlich. Man sieht das menschliche Skelett, Muskelstränge, die inneren Organe – doch nach diesem ersten Eindruck entfaltet sich die volle Wirkung der Idee der 3D-Darstellung. Das Verständnis für Abläufe wird gefördert, das eigene Körperempfinden kann besser eingeordnet werden.Ist man einmal mit dem Darstellungssystem vertraut (z.B. die Einfärbung der einzelnen Muskeln), kann man immer mehr sehen, welche Aufgabe welcher Körperteil übernimmt. Dies alles hilft in der Ausführung von Yoga. Tolle, spannende und unterstützende Illustrationen.
Die beiden Bände, die durchaus auch für das jeweilige Interesse einzeln sinnvoll sind, sind eine interessante Ergänzung zur spirituellen Herangehensweise an die Yoga-Praxis. Wer Zeit und Lust hat, sich den anatomischen Begriffen zu nähern, kann sehr viel gewinnen: eine neue Perspektive, vertieftes Vorstellungsvermögen und direkte Fortschritte in der Körperarbeit. Sehr empfehlenswert!
Leseproben und andere erste Eindrücke kann man auf der Internetseite des Verlages bekommen:
http://www.m-vg.de/riva/shop/article/2649-yoga-anatomie-3d/
http://www.m-vg.de/riva/shop/article/2515-yoga-anatomie-3d/
“Yoga Anatomie 3D“ von Ray Long, riva Verlag, ISBN:978-3-86883-092-7 & -103-0, je ca. D 25 €
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