Die große Betroffenheits-Show

Nach der Festnahme der rechtsradikalen Verbrecherbande, der es offensichtlich möglich war, mordend durch Deutschland zu ziehen, ohne dass die betreffenden Behörden davon etwas ahnten (ahnten oder wussten die wirklich nichts?), sind viele Politiker dazu übergegangen, ihre Betroffenheit zur Schau zu stellen. Besonders die Damen und Herren der SPD treten hier

Nach der Festnahme der rechtsradikalen Verbrecherbande, der es offensichtlich möglich war, mordend durch Deutschland zu ziehen, ohne dass die betreffenden Behörden davon etwas ahnten (ahnten oder wussten die wirklich nichts?), sind viele Politiker dazu übergegangen, ihre Betroffenheit zur Schau zu stellen. Besonders die Damen und Herren der SPD treten hier an vorderster Stelle auf.

Diese Betroffenheit kann ich, so wie sie rüberkommen soll, nicht ernst nehmen.

Wenn Herr Gabriel sich in der Kölner Keupstraße, die überwiegend oder ganz von Türken bewohnt wird und in der die eingangs erwähnte Bande vor sieben Jahren ein Attentat verübte, hinstellt, den Berufsbetroffenen mimt und nun so tut, als ob er erschüttert sei und den Eindruck zu vermitteln versucht, die amtierende Bundesregierung sei verantwortlich für das Schreckensszenario, das nun angeblich Deutschland heimsucht, ist das mehr als Heuchelei. Wer stellte denn vor sieben Jahren die Bundesregierung? Das war die SPD zusammen mit den Grünen. Der seinerzeitige grüne Innenminister, ein Herr Schily, war doch damals schon auf dem rechten Auge blind.

Ich halte diese angebliche Betroffenheit nicht nur für heuchlerisch, sondern auch für falsch.

Denn dadurch werden die rechtsradikalen Kriminellen doch nur unnötig aufgewertet, die sich jetzt in der Medienpräsenz sonnen können. Und diese Leute sind tatsächlich nichts anderes als gewöhnliche Kriminelle, Verbrecher und Mörder, denen man nicht mehr Aufmerksamkeit widmen sollte als anderen Tätern auch, sondern die so schnell wie möglich vor Gericht gestellt und abgeurteilt werden müssen. Denn je mehr Aufmerksamkeit die bekommen, desto eher fühlen sich Gesinnungsgenossen veranlasst, auch in der Öffentlichkeit zu erscheinen.

Die Politiker sollten sich endlich einmal auf ihre Aufgaben besinnen, die unter anderem darin bestehen, das Volk vor Verbrechern zu schützen. Herr Gabriel und alle anderen Politiker sollten in der Hauptsache nicht darüber betroffen sein, dass es Rechtsradikalen möglich war, ausländische Mitbürger umzubringen und fremdenfeindliche Anschläge zu verüben, sondern darüber, dass die zuständigen Behörden seit Jahren nicht in der Lage waren, diese Leute aufzuspüren und dingfest zu machen. Das ist, und da gebe ich unserer Kanzlerin Recht, „eine Schande für dieses Land“.

Aber eine Schande ist es auch, dass seit Jahren Aufmärsche der NPD genehmigt und sogar vor Gegendemonstrationen geschützt werden.

Warum hat man solche Aufmärsche nicht einfach verboten? Und mir kann doch niemand ernsthaft weismachen, dass die Behörden die ganzen Jahre über nichts von den Plänen dieser Leute gewusst haben. Hier durchzugreifen, die Sache schnell und umfassend aufzuklären und sofortige Konsequenzen zu ziehen, das wäre jetzt allererste politische Pflicht.

Außer Gerede ist aber leider nichts zu vernehmen. Mir ist noch nicht bekannt geworden, dass schon personelle Maßnahmen ergriffen wurden. Alle Verantwortlichen sitzen nach wie vor auf ihren Posten. Wahrscheinlich wird erst einmal wieder geredet und geredet, bevor Entscheidungen getroffen werden – und hinterher will es dann niemand gewesen sein.

Die Medienberichte der letzten Tage lassen mittlerweile nur noch einen Schluss zu: Deutschland steht vor der Machtübernahme durch die Neo-Nazis. Ich vermisse hier die nötige Sachlichkeit in den Reportagen, Moderationen und Diskussionen.

Jetzt fordern die FDP-Urgesteine Genscher und Scheel auch noch einen nationalen Gedenk- oder Trauertag für die durch die endlich gefasste Mörderbande getöteten türkischen und griechischen Unternehmer – Jahre nach den Taten! Was soll das? Soll damit den Deutschen wieder ein Büßergewand übergestülpt und damit der Welt gezeigt werden, was wir Deutschen doch für böse Menschen sind, die nicht nur von 1933 bis 1945 Schreckliches vollbracht haben, sondern auch heute noch Rechte und verkappte Nazis sind?

Die Wahrheit sieht ganz anders aus. Seit nunmehr 63 Jahren setzt sich Deutschland für Freiheit, Frieden und Demokratie ein und lebt dieses auch. Wir sollen und dürfen nicht vergessen, was im Zweiten Weltkrieg angerichtet wurde, aber es kann und darf nicht sein, dass wir immer noch im Erdboden versinken und den Kopf demütig neigen, wenn verbrecherische Wirrköpfe in unserem Land tätig sind.

Und sind die Opfer linksradikaler und anderer Mörder und Attentäter weniger wert als die rechtsradikaler Gewalttaten? Diese Einteilung von Gewaltopfern in erster und zweiter Klasse betrachte ich auch als Schande für Deutschland und ist außerdem diskriminierend.

Kommentare

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  1. Liebesgrüße von einem “schaffenden” Volksdeutschen an seine “raffenden” Volksgenossen?!

    Irgendwo auf der Welt bist auch du “ein Ausländer” H(a)H(a)!!

    Linksradikale und andere Mörder, schon klar….