Heimkinder Vereinigt Euch !!!Wir laden ein zur Heimkinder-Demo – Münster-LWL am 10.12.2011.
Die Gründe zusammengefasst für unsere Demo in Münster beim LWL: Wir solidarisieren uns mit folgender Forderung:
1. Der LWL erklärt seine Bereitschaft, sich an dem Entschädigungsfonds für ehemalige Heimkinder mit einer Summe bis zu 15 Millionen EURO zu beteiligen. Hierfür werden für die Jahre 2012 – 2014 jeweils 5 Millionen EURO bereitgestellt.
2. Die Verwaltung wird beauftragt, die Anlauf- und Beratungsstelle fürWestfalen-Lippe in geeigneter Form und zeitnah zu realisieren.
3. Der LWL spricht sich dafür aus und wird sich dafür einsetzen, dass der Deutsche Bundestag ein Opferentschädigungsgesetz für Heimkinder verabschiedet.
Begründung:
Die Heimkinder in den 50er- und 60er-Jahren wurden geschlagen, missbraucht, als billige Arbeitskräfte ausgebeutet. Die Heime waren unterfinanziert, das Personal unterbezahlt und die Heimkinder zumeist sozial unterprivilegiert. Die Schul- und Berufsausbildung wurde wenig gefördert. Die Überwachung der Heime und auch das Interesse daran war mangelhaft.
Für diese gesetzlichen und finanziellen Rahmenbedingungen waren der deutsche Staat und seine verschiedenen Ebenen verantwortlich, darunter auch der LWL und seine Kommunen und Kreise. 1967 unterstanden der Heimaufsicht des Landesjugendamtes fast 38.000 Kinder/Plätze in Kinderheimen, Fürsorgeerziehungsheimen, Sonderheimen und verschiedenen Heimarten. Auch unterhielt der LWL eigene Heime. Die vom LWL beauftragte Studie zu „Heimkinder und Heimerziehung in Westfalen 1945-1980“ kommt z.B. zu folgendem Ergebnis:
•Körperliche Gewalt war ein übliches Erziehungsmittel!
•Kinder und Jugendliche mussten unentgeltlich im Heim und für externe Firmen arbeiten, den Lohn bekamen die Heime!
Zu den Folgen der Heimerziehung stellt der Runde Tisch fest: Sie wirken ein Leben lang „da die prägenden Erfahrungen in der Kindheit und Jugend die Grundlage dafür bilden, wie Erfahrungen im weiteren Leben eingeordnet und erlebt werden…Der RTH bewertet die langfristigen schädlichen Folgen als schwere Belastung für das ganze Leben“.
Trotzdem verweigert der Abschlussbericht den ehemaligen Heimkindern die Bewertung der Heimerziehung als „Unrechtssystem“. Dies hat alleine den Hintergrund, dass man nicht bereit ist, die Mittel für eine ausreichende Entschädigung der Heimkinder zur Verfügung zu stellen. So wird begonnenes Unrecht weitergeführt.
Diesen Kreislauf muss der LWL stoppen und die Gelder für eine ausreichende Entschädigung der Heimkinder zur Verfügung stellen. Er muss für ein Opferentschädigungsgesetz eintreten, denn nur so wird ein gesetzlich einklagbarer Anspruch und Rechtssicherheit für die ehemaligen Heimkinder geschaffen.”
Obiger, zitierter Bericht ist ein Änderungsantrag der Partei “Die Linke”. Vor einem Jahr hat sich der Direktor des LWl, Münster, als Leiter der verantwortlichen Aufsichtsbehörde in der Heimaufsicht öffentlich bei den Ehemaligen Heimkindern entschuldigt für die Brachialerziehung in den 50er bis 70er Jahren in den unter seiner Kontrolle stehenden Heimen in NRW. Anlaß dafür war am 14. Dezember 2010 die Vorstellung des LWL-eigenen Berichtes über “Heimkinder und Heimerziehung in Westfalen 1945 – 1980″. Geschehen ist seit diesem warmen und unverbindlichen Händedruck nichts.
Trotz dieses 36-Seiten-Berichts verweigert der LWL die Anerkennung der Heimerziehung unter seiner Verantwortung den Status eines “Unrechtsystems”, denn er ist nicht bereit ausreichende finanzielle Mittel für eine Entschädigung der Heimkinder bereit zu stellen. Zudem muss der LWL für ein Opferentschädigungsgesetz eintreten, dass Rechtssicherheit schafft und ehemaligen Heimkindern die Möglichkeit bietet einen einklagbaren Rechtsanspruch auch gerichtlich durchzusetzen.
Wir wollen Auskunft! Wir wollen Antworten! Wir wollen wissen, was ihr mit unserem vorenthaltenen Arbeitslohn gemacht habt! Wir wollen die Fakten wissen! Und…Wir wollen Wiedergutmachung! Nicht irgendwann….JETZT!
“Ich bitte alle ehemaligen Heimkinder, die in westfälischen Heimen statt einer geschützten Kindheit Gewalt und Erziehung durch Arbeit erfahren haben, um Entschuldigung”, sagte LWL-Direktor Dr. Wolfgang Kirsch vor 120 Teilnehmern der Tagung. Das war, wie schon erwähnt, am 14.12.2010. Jetzt ein Jahr später ist außer dieser unverbindlichen Geste nicht weiter passiert! Warum nicht? Weil der LWL immer noch nicht verstanden hat, warum er gefordert ist! Er soll für das komplizenhafte Schweigen, das jahrzehntelange Verheimlichen und Vertuschen bezahlen, mit dem der LWL an den Opfern von Heimzwangsarbeit und des sexuellen Missbrauchs in seinen Einrichtungen als Aufsichtsbehörde ein zweites Verbrechen begangen hat! Das wollen wir in Münster klar aussprechen!
Veranstalter: Reiner Klein, geb. 22.10.1944, Im Holser Bruch 121, 32257 Bünde . Tel: 05223 – 792807 Mobil: 0177 – 4107127 Mail: le.cathare@teleos-web.de
verantwortlicher Leiter: siehe Veranstalter
Motto der Veranstaltung: Ehemalige Heimkinder fordern Wiedergutmachung vom L.W.L. – Jetzt!
Ort der Versammlung/Weg: Vom Hauptbahnhof Münster auf dem Gehweg/Bahnhofstr. Richtung Warendorfer Str. zum LWL-Gebäude: Freiherr-vom-Stein-Platz 1
Zeitpunkt/Dauer: Samstag, 10.12.2011 von 12:00 Uhr – ca. 17:00 Uhr.
erwartete Teilnehmerzahl: 50-200 Personen
Hilfsmittel: Transparente, Schrifttafeln.
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