Verzicht

Javier Poves Gomez – Vorbild für den Fußball?

Der spanische Fußballprofi Javier Poves Gomez gab bekannt mit erst 24 Jahren seine Profikarriere beim spanischen Erstligisten Sporting Gijón zu beenden. Als Grund erklärte er, dass er im “kapitalistischen Fußball-System” widerliche Auswüchse erkenne, die ihn zu diesem Schritt veranlassen würden. Es könne nicht sein, dass im Profifußball so viel Geld verdient werde, „während in Südamerika, Afrika und Asien die Menschen sterben“.

“Je besser man den Fußball kennenlernt, desto klarer sieht man, dass sich alles nur ums Geld dreht. Das raubt dir alle Illusionen”, so Gomez.

Harte Worte eines Abwehrspielers, der erst in der vergangenen Saison zum ersten Einsatz in einer Profiliga kam.

Wie kann es denn sein, dass ein Spieler, der von den Jahresgehältern eines Cristiano Ronaldos (38,5 Millionen Euro) oder des Weltfußballers Lionel Messis (31 Millionen Euro) meilenweit entfernt ist, sich selbst schon überbezahlt fühlt? Beide Spitzenspieler sind übrigens auch in der spanischen Primera División aktiv. Poves gab sogar ein Fahrzeug, welches der Verein ihm überließ, zurück. “Es fühlte sich falsch an, zwei Wagen zu haben”, erklärte er.

650 Millionen Euro für Spielergehälter in der Bundesliga

Der Fußball hat mittlerweile Auswüchse erreicht, in denen das Gehalt in keinem Verhältnis zur dargeboten Leistung steht. Im vergangen Spieljahr 2010/2011 wurde in der Bundesliga 650 Millionen Euro für das „Personal Spielbetrieb“ ausgegeben. Eine unglaubliche Zahl, wenn man sich vorstellt, dass damit 15.280 Arbeitnehmer mit einem Jahresverdienst von 42.535 Euro (Durchschnittslohn eines vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmers) bezahlt werden könnten. In der Bundesliga werden von der identischen Summe lediglich 548 Lizenzspieler finanziert.

Selbst in der 2. Bundesliga hat der Trainer von Energie Cottbus bereits im letzten Jahr die unverhältnismäßig hohen Spielergehälter bemängelt. “Es ist ein Irrsinn, was teilweise für Gehälter gezahlt werden. Da muss endlich mehr Vernunft einziehen”, sagte Claus-Dieter Wollitz. Mehr Vernunft, wie es Claus-Dieter Wollitz fordert, kann man sich als Fan des Fußballsports nur wünschen. Dann ist es vielleicht wieder möglich, dass sich die Fans wirklich mit den Spielern und den Vereinen identifizieren können. Hoffentlich regt Javier Poves Gomez zum Nachdenken an.

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