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Morgan Stanley: Nach dem 9. Dezember droht massiver Bank Run

In einer Analyse der Investmentbank Morgan Stanley werden für Europa nur noch zwei mögliche Szenarien aufgezeigt: Entweder kommt die EU bis zum 9. Dezember mit einer überzeugenden Lösung zu einer umfassenden Fiskalunion, oder wir erleben einen echten Bank Run.

Nach Ansicht der US-Investmentbank Morgan Stanley wird sich der bereits zu erkennende Bank Run – Flucht aus dem griechischen Euro, aus dem französischen Euro – signifikant beschleunigen. Schon heute beobachten wir in den Berliner Filialen von deutschen Banken ausländische Kunden, die sich mit ganzen Geldsäcken irischer oder italienischer Euros anstellen, um Berliner Immobilien zu kaufen. Dem globalen Bankensystem entsprechend, sind das unzweifelhaft die ersten Anzeichen eines Bank Runs, weil die Leute ihre nationalen Euros aus den Banken abziehen und in andere, vermeintlich sicherere Anlagen stecken.

Arnaud Marès von Morgan Stanley gilt als ein origineller Prophet. Seine Prognosen, wie etwa zur Entwicklung in Griechenland, sind ziemlich genau eingetreten. Genau vor einem Jahr hatte Marès geschrieben, dass Europa ein Jahr Zeit habe, das Schuldenproblem zu lösen.

Nun hat er eine neue Analyse vorgelegt. Unter dem Titel „Europe in the Balance“ stellt er fest, dass „uns die Zeit davonläuft“. Es bleiben nur noch wenige Tage, bis die Staatsschuldenkrise in ein echtes Katastrophenszenario kippen könne. Als Wendepunkt nennt er den 9. Dezember. Zwar wird aus der Analyse nicht klar, warum genau dieser Tag, aber Marès nennt ausdrücklich dieses Datum.

Er schreibt, dass sich nun die Entscheidung der Zukunft in Sinne Hamlets anbahnt: Sein oder Nicht-Sein also für Europa.

Europa müsse nun sofort einen klaren Plan vorlegen, wie eine Fiskalunion aussehe. Die bisherige Kapitalflucht aus Europa, insbesondere aus Banken und Staatsanleihen, ist in Marès Sicht der Anfang einer gigantischen Misstrauenswelle, die, wenn sie nicht gestoppt wird, in einem klassischen Bank Run mit allen dazugehörenden Begleiterscheinungen enden wird.

Für Marès ist eine vollintegrierte Finanzunion die einzige Chance, die gemeinsame Währung zu retten. Als Gründe nennt er die Notwendigkeit einer „Balance von fiskalischer Kontrolle und Finanzierung“. Wenn nur einfach Geld in die Märkte gepumpt werde, ohne gleichzeitig die fiskalischen Rahmenbedingungen zu verändern, sei dies sinnlos. Deswegen hält Marès die jüngste Intervention der Notenbanken für überflüssig und wirkungslos. Weil die Europäische Zentralbank (EZB) eben keine echte Zentralbank ist, ist sie entgegen allen Beteuerungen gezwungen, Geld für politische Zwecke zu drucken. Im Vergleich dazu kann man die Statuten der US-Notenbank betrachten: Dort steht deutlich geschrieben, dass es der Fed verboten ist, Geld für politische Zwecke zu drucken. Für die Haushaltssanierung der USA ist nicht die Fed, sondern sind die politischen Organe zuständig. Auch wenn dies nur eine Theorie ist – in der europäischen Konstruktion fehlt sogar die Theorie. Denn es gibt eine Entkoppelung der Fiskalpolitik (dezentral) von der Geldpolitik (zentral).

Dieser Kardinalfehler muss sofort behoben werden. Europa muss eine Föderation werden, in der alle wirtschafts- und fiskalpolitischen Entscheidungen in Brüssel getroffen werden müssen – wenn man den Euro weiter als gemeinsame Währung haben will.

Damit kommt der Morgan Stanley Analyst zur europäischen Gretchenfrage: Glauben die Europäer an den lieben Gott Euro? Denn eine solche Integration müsste schnell gehen. Marès fragt zweifelnd, ob all die verfassungsrechtlichen Regularien in der Union und in den Mitgliedsstaaten schnell genug erfüllt werden müssten. Wenn ja – können sich die europäischen Regierungen bis zum 9. November verbindlich auf solche eine Föderation festlegen? Wie sollen sie dies ihren Wähler erklären? Und wie lange dauern die Prozesse der Ratifikation und Implementierung?

Marès Schlussfolgerungen sind knallhart: Wenn auch nur eine einzige dieser Fragen nicht positiv beantwortet werden kann, dann wird sich der Bank Run beschleunigen und alle Segmente erfassen. Er würde dann auch nicht mehr aufzuhalten sein – mit allen Konsequenzen, die ein solcher Run mit sich bringt.

Zwar beschäftigt sich der Analyst in seinem Papier noch kurz mit der Möglichkeit von Euro-Bonds und anderen technischen Möglichkeiten, die die Grundlage einer Fiskal-Föderation sein könnten. Doch die Europäer wissen, dass mehrere der Kernfragen mit Nein beantwortet werden. Und dass die notwendigen Zeitpläne mit den Kaskaden der Marktentwicklungen nicht Schritt halten können. Ob der 9. Dezember nun wirklich Europas „D-Day“ wird, wie der Finanzblog Zerohedge schreibt, ist unklar. Klar ist jedoch die Essenz der Botschaft von Morgan Stanley: Es wird verdammt eng.

Kommentare

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  1. Pingback: Morgan Stanley legt nach | BERG. Blog

  2. Als Wendepunkt nennt er den 9. Dezember. Zwar wird aus der Analyse nicht klar, warum genau dieser Tag, aber Marès nennt ausdrücklich dieses Datum.
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    wie kommt er dazu? Ganz einfach, weil Morgan Stanley Analyst und Co und die anderen Goldmänner und Finanzgötter das so geplant haben.
    Sind die EU Staaten folgsam, dann wird milde u. diskret abkassiert, sind sie es nicht, dann kommt Blitz und Donner mit großem Blitzeinschlang und Großbrand.
    Wahl zwischen Pest und Cholera. Die Krankheit haben alle Staaten zusammen selber herbeigeführt. Sie konnten eben Zusammenhänge nicht erkennen, dazu waren sie schlicht zu dumm- zu einfälltig und naiv.
    Jetzt zappeln sie wie ein Fisch an der Angel. Jetzt dürfen sie raten: Welcher Fisch entkommt dem Angler da noch? Keiner.
    Der Fisch wird geschlachtet, das wird ein Festessen für Goldmänner und Co.
    DUMUWEHTU::::zu spät gedacht.
    Dummheit-muß-weh-tun….

    • Ja, so wie schon 1907 in den USA durch die Bankenmanipulation es zur FED gekommen ist, sehen wir es dieses Mal im Euro-Raum. Die Banken machen mit den Staaten, also uns Bürgern was sie wollen. Getestet haben sie es 2008 und haben gesehen, wie sie unsere gewählten Repräsentanten an den Nasenringen durch die Manege führen konnten. In Griechenland und Italien haben sie ausprobiert, was passiert, wenn sie undemokratisch die Ihren an die Regierung bringen. Nun wird es flächendeckend passieren. Wurden wir bisher indirekt von den Banken und Konzernen regiert, wird es dann direkt erfolgen.
      Mit Demokratie hat das dann nichts mehr zu tun.

  3. Pingback: NWO … Fortsetzung: Die „unsichtbare“ Macht der Manipulation « Adalberts Meckerecke