Konjunktur

Unternehmen bereiten sich auf Euro-Zerfall vor

Große multinationale Konzerne haben mit Berechnungen begonnen, welche Folgen das Auseinanderbrechen der Eurozone für ihr Geschäft hat. Die meisten sind gelassen.

In einer Umfrage der FT stellt sich heraus, dass bereits viele große Unternehmen den Austritt einzelner Staaten aus dem Euro für ein realistisches Szenario halten. Andrew Morgan, Präsident von Diaego Europa sagte, dass jede Veränderung bei der europäischen Währung auch gravierende Auswirkungen auf die Planungen der Unternehmen habe: „Wenn Länder den Euro verlassen, wird es eine massive Abwertung geben. Dadurch werden importierte Produkte sehr, sehr teuer.“ Die Unternehmen fürchten vor allem, dass weitere Sparpakete unter der Aufsicht des IWF trotz des Gelddruckens durch die EZB die Kaufkraft in einzelnen Ländern signifikant verringern könnte. Die meisten gehen davon aus, dass die EZB massiv intervenieren werden: Es sei „eine Minute vor zwölf“. Man wisse zwar nicht, wie lange es noch bis Mitternacht sei, aber es sei „schrecklich dunkel da draußen“, zitiert die FT einen ungenannten Marktteilnehmer.

Um sich vor der Gefahr von währungspolitischen Verwerfungen zu schützen, drosseln Autohersteller, Energieunternehmen und die Konsumgüterindustrie ihre Investitionen und versuchen, Cash-Reserven in sichere Anlageformen umzuwandeln. Alle unnötigen Kosten sollen vermieden werden. Siemens hat zu diesem Zweck sogar eine eigene Bank etabliert.

Die meisten Unternehmen sind jedoch relativ gelassen. Ein Zerbrechen der Euro-Zone sei unwirtlich, könne aber gemanagt werden. Jedes Unternehmen müsse sich nun mit dem Nachdenken über das Undenkbare beschäftigen, sagte Jean Pisani-Ferry, der Direktor des Brüsseler Think Tanks Bruegel. Jürgen Dieter Hoffmann, der Volkswagen-Chef in Portugal verlässt sich auf die globale Präsenz seines Unternehmens. Er hofft, dass man Verluste in Portugal an anderen Märkten ausgleichen könne.

Während die Konzerne also schon konkret planen und vor allem viele Experten anheuern, die ihnen erklären sollen, was zu tun ist, haben die kleinen Unternehmen offenbar kaum Vorbereitungen getroffen. Ob dies auch für den deutschen Mittelstand gilt, geht aus dem Bericht nicht hervor.

Alle Unternehmen vermeiden jedoch, den Eindruck von Panik zu machen. Sie fürchten, dass die Lage noch schneller noch schlimmer werde, wenn erst einmal ruchbar werde, dass viele den Euro als europäische Gemeinschaftswährung bereits abgeschrieben hätten.

Kommentare

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  1. wer es noch nicht gefressen hat ,der euro ist wirklich am ende ..
    von der finanzkrise zur staatskrise .auslöser waren die geld zu geld macher und die politiker
    von ca 70 millionen deutsche haben nur 3,5 millionen aktien .
    die abstand zwischen arm und reich wird immer grösser
    über 12 millionen leben von weniger als 900 euro
    wo ist unser gutes deutschland geblieben
    die politiker wissen was jetzt läuft,sie reden nur nicht um eine panik zu verhindern.
    Ich hoffe nur das diese zur verantwortung gezogen werden
    holt euer geld und kauft noch was bevor es keinen wert mehr hat…