Befürchtung: Durch die niedrigeren Kosten würden Riesen-LKWs die Kluft zwischen Bahn und Straße vergrößern. Die Folge: Noch mehr Güter würden von der Schiene auf die Straße verlagert.
Die einen sehen ihn ihnen Monströsitäten auf deutschen Straßen, andere sprechen von umweltschonenderem Fahren, das nicht erst seit der Entwicklung von alternativen Antrieben und weniger verbrauchenden Fahrzeugen wie dem Honda Civic 2012 in aller Munde ist. Die Rede ist von den sogenannten „Gigalinern“, 25 Meter langen Lastwägen, die bald über deutsche Autobahnen rollen sollen.
Im kommenden Frühjahr werden die ersten Riesen-LKWs auf den Straßenverkehr losgelassen. Die Regierung will fünf Jahre lang testen, ob sich der Einsatz der längeren Lastwägen lohnt. Die entsprechende Ausnahmeverordnung, die am 1. Januar in Kraft tritt, billigte das Kabinett bereits.
Doch es gibt auch Widerstand von den Ländern. Mehrere von ihnen sperren sich gegen das Vorhaben, unter anderem Nordrhein-Westfalen mit seinem dichten Autobahnnetz. Zugestimmt haben indes nur sieben Länder: Bayern, Hessen, Thüringen, Sachsen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein. In den Ländern, die nicht zustimmen, wird man auch künftig keine Gigaliner sehen, kündigte das Verkehrsministerium an.
Der Bund sei zwar grundsätzlich dazu berechtigt, auch auf diese Autobahnen zuzugreifen – Kooperation laute jedoch die Devise. Bis zu 6,5 Meter sind die Riesen-LKW länger als die bisher zugelassenen Modelle, worin Kritiker ernsthafte Gefahren für den Straßenverkehr vermuten: „Wir befürchten, dass es noch mehr Unfälle auf den Straßen gibt“, meldete sich der niedersächsische Landeschef des Verkehrsclubs Deutschland, Michael Frömming, zu Wort. Schon beim Überholen entstünden Risiken für andere Verkehrsteilnehmer.
Verkehrsminister Ramsauer hingegen kündigte an, „es wird keine 60-Tonner, keine Gigaliner oder Monstertrucks geben.“ Laut ihm könnten drei gewöhnliche Modelle durch zwei längere LKW ersetzt werden.
Auch die Autoindustrie ist auf einen geringeren CO2-Austoß bedacht. Ein neuer Honda Civic beispielsweise enthält die aktuellste Technik in Sachen Benzinsparen und Abgasreduktion. Für die Hersteller der Riesen-Laster ist die Nachhaltigkeit von großer Bedeutung, wie sie hervorheben. Bis zu 30 Prozent Kraftstoff- und CO2-Ersparnis seien bei den „Öko-Lastern“ möglich, so der Präsident des Verbands der Automobilindustrie, Matthias Wissmann.
Gefahren für den Eisenbahngüterverkehr befürchtet indes VCD-Mann Frömming aufgrund der Effizienz der neuen Laster: „Ziel muss es sein, mehr Güter auf die umweltfreundliche Schiene zu bringen.“ Durch die niedrigeren Kosten würden Riesen-LKWs die Kluft zwischen Bahn und Straße vergrößern, was zur Folge hätte, dass noch mehr Güter von der Schiene auf die Straße verlagert würden. Und genau das könne nicht Sinn einer guten Verkehrspolitik sein.
Photo: Allianz Pro Schiene, via flickr
Halte ich für absolut nicht umweltschonend.
Denn zum Einen werden die Starßenbeläge öfter erneuert werden, zum anderen wird das Überholen zäher, es werden sich Rückstaus bilden, die Unfallgefahr könnte drastisch steigen….