Stellen wir uns einmal vor, es gibt ab sofort keine Arbeitslosen mehr, was passiert dann eigentlich mit den ganzen Menschen die in diesem „ neuen Industriezweig" ihr Auskommen gefunden haben?
Was noch vor nicht allzu langer Zeit ein” Ladenhüter „ war, ist auf einmal richtig
wertvoll geworden. Zuvor muss man natürlich ein gesellschaftliches Klima schaffen, in der die Angst vor Arbeitslosigkeit und dem damit drohenden sozialen Abstieg vorherrscht.
Als nächstes setzt man eine Kommission ein und lässt sich ein Gesetz „zusammenschustern” und gibt ihm den treffenden Namen „Gesetz für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt” (Hartz I-IV)
Einige Teile dieses Gesetzes sind inzwischen als verfassungswidrig erklärt worden, aber das hat keine Auswirkungen auf den neu geschaffenen Industriezweig.
Womit verdient dieser neue Industriezweig nun sein Geld?
1. Zeitarbeit
moderne Tagelöhner ziehen von Firma zu Firma und verdienen erheblich weniger als die Stammbelegschaft bei gleicher Arbeit
2. Beschäftigungsgesellschaften
Zulieferungen für die mittelständische Industrie werden von in Vollzeit arbeitenden Menschen erbracht und erhalten dafür 1€ pro Stunde (+SGB II)
3. Praktika
gedacht als Erprobung in neue Berufsfelder, aber immer öfter als Rekrutierung von kostenlosen Mitarbeitern missbraucht
4. Bildungsgesellschaften
hier muss man differenzieren, aber auch sie sind Bestandteil des Systems
Und natürlich nicht zu vergessen die unzähligen Mitarbeiter der BA, Private AV die wie Pilze aus dem Boden sprießen, Rechtsanwälte die Betroffene beraten, usw.usw
Nun stellen wir uns einmal vor, es gibt ab sofort keine Arbeitslosen mehr, was passiert dann eigentlich mit den ganzen Menschen die in diesem „ neuen Industriezweig” ihr Auskommen gefunden haben?
Aber keine Angst, stetig steigende Wachstumsraten für diese Branche sind vorprogrammiert. Der Umverteilungsprozess von UNTEN nach OBEN ist noch längst nicht voll ausgereizt. Einen kleinen Vorgeschmack auf das, was uns alle noch erwartet ist zum Beispiel eine kürzlich durchgeführte Joblotterie in Italien.
Für 30 € Umsatz in einem Supermarkt bekam man die Möglichkeit an einer Lotterie teilzunehmen in der Arbeitsplätze verlost wurden. Schöne Neue Shoppingwelt.
Hier noch ein bemerkenswerter Beitrag zur Problematik:
Photo: Gerd Altmann, via pixelio.de
Pingback: 21. Jahrhundert » Blog Archiv » Hartz I-IV: Die Geburt eines neuen Industriezweigs (Glosse) | READERS EDITION
Na und?
Es ist doch ALLES bekannt.
Hat nicht eine große deutsche Zeitschrift vor zwei Jahren mal die Kosten von HartzIV mit 49 Milliarden errechnet?
Wobei 24 Milliarden bei den Beziehern ankamen…
Noch Fragen?
Dass mittlerweile ein Stundenlohn von 10 Euro nicht mal mehr ausreicht, um nach 45 Jahren harter Arbeit eine “überlebensfähige” Rente zu erhalten (ab auf´s Sozialamt!) ist dann schon fast nebensächlich und wird geflissentlich unter den Stuhl gekehrt…
Dass hier der Steuerzahler auf Umwegen die Niedriglöhne der abräumenden Unternehmen subventioniert sollte bekannt sein. Sollte.
Und die Gewerkschaften? Halten still…
Noch Fragen?
@Jean Fairtique
” Na und? Es ist doch alles bekannt.”
Eben nicht, es muss gebetsmühlenartig wiederholt werden.