Anwerbeabkommen

Verfehlte Integrationspolitik gegenüber den Türken?

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan war heute in Berlin, um mit Bundeskanzlerin Angela Merkel an dem Festakt anlässlich des 50. Jahrestages des deutsch-türkischen Anwerbeabkommens teilzunehmen. Diese Gelegenheit nutzte er aus, um Deutschland eine falsche Integrationspolitik vorzuwerfen.

(02.11.2011)

Besonders hadert er mit der Tatsache, dass Türken, die freiwillig nach Deutschland kommen, verpflichtet sind, ausreichende deutsche Sprachkenntnisse nachzuweisen und dies auch für Ehefrauen gilt, die ihren Männern hinterher ziehen: „Es kann doch nicht sein, dass die Liebe junger Menschen per Verordnung nur auf Deutsch funktionieren kann“, beklagt er sich. “Wer Deutschkenntnisse zur wichtigsten Vorrausetzung erklärt, verletzt die Menschenrechte.“ Durch diese deutsche Politik würde sich die Bundesregierung einer mangelnden Verflechtung der drei Millionen in Deutschland lebenden Türken schuldig machen.

Meine Meinung dazu:

Und dies von dem Ministerpräsidenten eines Landes, in dem die Menschenrechte nicht gerade großgeschrieben werden. Dies ist eine unerträgliche Stimmungsmache des Herrn Erdogan, die sofort, unverzüglich, und zwar noch vor, aber auch während des Treffens, von der Bundeskanzlerin zurückgewiesen werden sollte.

Herr Erdogan verkennt ganz offensichtlich die Tatsachen. Nicht die deutsche Regierung oder die Deutschen sind es, die den Türken die Integration erschweren, das sind zu einem großen Teil die Türken selbst. Wer verweigert sich denn oft, sich den Sitten und Gebräuchen seiner Wahlheimat anzupassen und die dortige Landessprache zu beherrschen? Wer lebt denn in selbstgewählten Ghettos – zum Beispiel in Berlin und Duisburg -, um den Deutschen zu signalisieren, dass mit denen kein Kontakt gewünscht wird? Sähe es Herr Erdogan lieber, die Deutschen würden Türkisch lernen, damit eine Verständigung möglich wird?

Es gibt auf der ganzen Welt kein Land, das sich schon seit Jahren so um die Integration bemüht wie Deutschland. Wer etwas anderes behauptet, weiß – oder will es nicht wissen – offensichtlich nicht, dass es zum Beispiel viele Angebote gibt, die deutsche Sprache zu erlernen. Und Integration heißt nicht nur, dass sich eine Seite bewegen muss.

Um eventuellen Missverständnissen vorzubeugen: Mir ist sehr wohl bewusst, dass die meisten der hier lebenden Türken integrationswillig sind und dies auch getan haben – wobei Integration nicht mit Aufgabe der eigenen Kultur zu verstehen ist. Diese Menschen wollen und kommen hier gut zurecht und haben keinerlei Probleme mit der von ihnen gewählten Heimat. Aber diejenigen, die dies nicht wollen, sondern meinen, sie hätten in ihrem Gastland zu bestimmen, die sollten schleunigst verschwinden. Denn wer sich wirklich integrieren will, braucht keine Integrationspolitik, sondern kümmert sich selbst darum.

Was nun den Beitritt der Türkei in die EU betrifft, bei der Erdogan gerne viel mehr Engagement der deutschen Regierung sehen würde: So weit wird es hoffentlich nie kommen. Denn ein Land, dessen Ministerpräsident – eben dieser Herr Erdogan – sich dahingehend äußert, dass deutsche Stiftungen in der Türkei als Unterstützer für die PKK tätig seien, disqualifiziert sich selbst. Außerdem liegt das türkische Staatsgebiet nur zu drei Prozent auf europäischem Gebiet, der große Rest liegt in Asien. Wenn Herr Erdogan so eine Sehnsucht nach einem Bündnis hat, kann er ja versuchen, sich einem asiatischen anzuschließen.

Wenn ich Frau Merkel wäre, würde ich Herrn Erdogan in aller Deutlichkeit vor laufenden Kameras klar und deutlich meine Meinung sagen: Solche Leute wie ihn wollen wir hier in Deutschland nicht sehen!

Es ist übrigens erstaunlich und irritierend, dass es nur Feierlichkeiten zum 50. Jahrestag des Abkommens mit der Türkei, aber niemals Feiern zu den entsprechenden Verträgen zwischen anderen Ländern und Deutschland, zum Beispiel Spanien, Griechenland und Italien, gegeben hat. Warum diese Bevorzugung der Türkei? Wenn das so weitergeht, sagt irgendwann mal ein deutscher Bundespräsident in seiner Neujahrsansprache, dass die türkische Sprache genauso zu Deutschland gehört wie das Bayrisch zu Bayern oder das Saterfriesische zu Niedersachsen.

Nachrichtenquellen:

http://www.faz.net

http://www.stern.de

Kommentare

Dieser Artikel hat 8 Kommentare.

  1. Ich hätte einen pragmatischen Ansatz für Herrn Errol Flynn: Er sollte sich erbarmen und so viele zwangsweisedeutschsprechenmüssende Menschenrechtsopfer mit sich nach Hause nehmen in das Land wo Milch und Honig fließt oder meinetwegen dahin wo der Pfeffer wächst. Wir wollen nicht länger als Folterknechte von integrationsbereiten Muftis hingestellt werden, wääääh ….

  2. Die Türkei gilt inzwischen als wirtschaftlich aufstrebendes Land. Ist also gerade für Leute, denen die türkische Sprache so am Herzen liegt ein idealer Ort. Wer würde wohl den eingewanderten Türken, die freiwillig – wie Herr Erdogan treffend sagt – in unser Land gekommen sind verbieten, auch wieder freiwillig zu gehen? Wo also ist das Problem?

  3. Ich hoffe als gebürtiger Türke, das wir nicht Teil der EU werden, so haben wir eine florierende Wirtschaft, hinterher nicht mehr. Ein Handelsabkommen und ein wenig mehr Rechte wären gut, das eine gibt es bereits das andere ist auch nicht schlimm wenn wir es nicht bekommen. Eu als Ziel das war mal. Aktuell ist es nicht so wichtig, sich anzustellen um nur anderen Ländern zu helfen, die einen so wieso nicht wollen. Richtiger ist es sich nach Asien zu wenden, wie der Autor des Artikels es vorschlägt, aber ich meine das in einem anderen Sinne als er es kurzsichtigerweise erwähnt hat.

    ;-)

  4. warum wird eigentlich fast immer nur über Türken geredet?
    Muss wohl auch ein ganz kleines bischen an denen selbst liegen,
    oder sagen wir, an den Radikalinskis davon.

    Wir haben gut ausgebildete Einwanderer aus Osteuropa, also echte Europäer. z.B. russische Diplomingenieure,
    die hier in Deutschland, deutsch sprechend, Taxi fahren,
    weil deutsch Behörden ihre Qualifikation nicht akzeptieren.

    Wahrlich eine Meisterleistung an Diskriminierung und Dummheit!

    Gruß

    • Auch dazu kann ich sagen:ich kenne aus Osteuropa gut gebildete Fachkräfte-aber die machen ihre Arbeit in verschiedenen Branchen.
      Schade-von diesen Menschen habe ich nie ein böses Wort oder Hassreden-oder Schlimmeres erlebt-Hut ab-eben Erziehung und
      Charaktersache.Wir leben in einer Zeit-wo sich vieles tut-es wird
      sich einiges ändern-es sprich vieles sehr stark dafür.Die Menschen
      erwachen…

  5. Ich kann diesem “obigen”Kommentar nur beipflichten.Sollen wir uns nach denen richten-ich bin nicht ausländerfeindlich-aber es kocht und
    brodelt stark bei uns.Wir werden verspottet,angepöbelt-sogar nieder-
    geschlagen und getreten-hätte sowas nie geglaubt bis dato.Nun habe
    ich es bei einem Freund erlebt….wo bleibt da das Recht?Egal-wer einen
    Menschen niederschlägt-so derart tritt-dass er seh verletzt wurde-
    muß für diese grobe Straftat einstehen.Ich weiß,dass die Türkei nur 3%von ihrem Land in Europa haben-daher-Asien ist ein Ansprechpartner.
    Wir werden beschimpft:KZ-eine junge..soll man sich alles gefallen
    lassen-bin 35 Jahre älter-dann KZ..gehören wir hin.Da spricht nur
    totale Dummheit einer jungen,ungebildeten Frau-die mit Sicherheit nie Geschichts-Historik über ihr Land-Türkei und Deutschland gelesen
    hat-das wäre ja mühevoll-aber so …quatschen…..
    Es gibt nette Zeitgenossen-es ist wirklich egal woher ein Mensch kommt,wo seine Wurzeln sind-ein Anpassen-friedvolles Bemühen vonallen Seiten ist gefordert.Habe das selbst erlebt…darum kann ich nur sagen-das ist Charaktersache-Kinderstube-wenn ich einem
    Kind von klein auf nur Negatives über ein Land einspeichere-was
    ist da zu erwarten?Menschen mit Verstand und Charakter sind in einem Land egal zu Urlaub-oder als Arbeitnehmer genauso respektvoll und anständig wie in seinem Heimatland.Es muß sich sehr stark was änder-wenn Istanbul so groß an allem gewachsen ist-warum ..oder da ist doch auch Platz für intelligente,gut ausgebildete Fachkräfte—die werden ja gesucht….