INITIATIVE

Zivilcourage – “Lauf um Dein Leben”

Immer mehr Jugendliche „ticken aus“. Gewalt gegen wahllos ausgewählte Opfer, vorwiegend in den U-Bahnhöfen. Die letzten Vorfälle machen das Ausmaß sichtbar. Die Zivilcourage bleibt dabei immer mehr auf der Strecke.

Was kann und muss getan werden? Wie bekommt man die Jugend in den Griff?

Was kann und muss getan werden? Wie bekommt man die Jugend in den Griff?

Im Jahre 2009 fand die Thematik den Weg in die Medien, als in München ein Mensch Zivilcourage zeigte und dafür sein Leben ließ. Dominik Brunner sah nicht weg, sondern handelte. An anderer Stelle sahen die Menschen einfach weg. Es ist eine Gradwanderung da sich helfende Hände auch selbst in Gefahr begeben. Trotzdem hofft man, sollte man selbst in die Situation geraten, überfallen zu werden, dass nicht alle wegsehen sondern helfen würden.

Der Musiker Tom Stevens hat sich, nach dreijähriger Schaffenspause, diesem Thema angenommen. Mit seiner einschlagenden, deutschsprachigen Single. “Schrei nach dem Leben” – produziert von Paulo Mendonca (Graig David, Lee Ryan), ist dieser Song ein Aufruf zum aktuellen Thema „Jugendliche ticken aus“, in Bezug auf die vielen U-Bahn-, Bus- und andere öffentliche Schlägereien, mit schweren Folgen für die Opfer.

Dominik-Brunner-Stiftung für Zivilcourage

Tom Stevens, der damals noch in Nürnberg lebte, war so aufgebracht über die Geschehnisse, dass er sich seinen Frust darüber von der Seele schrieb und den fertig produzierten Song an die „Dominik-Brunner-Stiftung für Zivilcourage“ schickte. Diese Stiftung wurde nach dem Vorfall mit Dominik Brunner ins Leben gerufen. Tom Stevens unterstützt mit seinem Song die Stiftung mit 30% der Einnahmen. Statement von Peter Maier, Mitglied des Vorstands der Dominik-Brunner-Stiftung „’Schrei nach dem Leben’ beschäftigt sich mit dem Thema Zivilcourage in einer nicht alltäglichen Form und spricht vor allem Jugendliche an, die sonst nur schwer zu erreichen sind. Zudem mahnt der Song die Menschen, die bei Problemen im öffentlichen Raum lieber wegschauen statt hinzusehen und etwas zu tun. Als Tom Stevens uns seinen Song kurz nach dem Tod von Dominik Brunner zukommen ließ, waren wir daher sofort begeistert.“

Diese Stiftung soll dazu beitragen, dass die Gesellschaft sich nicht durch Brutalität und Gewalt entmutigen lässt. Sie soll ein Zeichen setzen, dass in unserer Gesellschaft nicht Gleichgültigkeit, sondern Menschlichkeit, Nächstenliebe, Bürgersinn und Zivilcourage als zentrale Werte gestärkt werden.

Der Song spricht nicht nur eine Seite an.

Er spricht zwar aus der Sicht der Täter – offen, direkt und klar, mahnt gleichzeitig jedoch auch all die Menschen, die nichts getan haben. Der Song macht uns bewusst, was in den Köpfen dieser Jugendlichen wohl vorgehen mag und zeigt uns somit, Möglichkeiten für die Zukunft auf. “Wir brauchen bessere Perspektiven für unseren Nachwuchs und wir müssen lernen, dass wir in der Gemeinschaft grundsätzlich stärker sind. Es ist irrwitzig zu wissen, dass Jugendliche grundsätzlich auch nur innerhalb ihrer Gemeinschaft (Gang) stark werden, aber wir dieses Prinzip nicht anwenden, wenn
es darauf ankommt“, so Tom Stevens.

Schrei nach dem Leben

„Hast keinen Plan was Leben ist, die Liebe deiner Eltern hast du nie vermisst – und keiner sah was da mit dir geschah – alles ein Irrtum und dann warst du plötzlich da. Jetzt bist du 17 und du weist wie alles läuft, dein bester Freund ist der mit dir das meiste säuft. Dann ziehst ihr los und ihr seid stark, weil´s dunkel ist – der Frust, die .ot, einfach nur angepisst – Lauf um dein Leben, ich komm dir hinterher – Schrei nach dem Leben, für mich gibt’s das nicht mehr – renn um dein Leben, für mich ist es nichts wert, was kann es noch geben für mich ist es zu spät“, so der Refrain des Songs.

Derzeit wird darüber nahezu überall diskutiert in den Medien, an den Stammtischen, auf der Straße. Was kann und muss getan werden? Wie bekommt man die Jugend in den Griff? Müssen erst solche Dinge passieren, damit die Ursachen erkannt und etwas getan werden kann? Auch hier spricht Tom Stevens einen Satz aus: „…vorher zu denken hattest du wohl keine Zeit?“ Das gilt jedoch nicht nur für die Jugendlichen, sondern auch für jeden Einzelnen sowie die Politik. Zusammen mit dem Projekt „Deutsche Bahn Azubis – gegen Hass und Gewalt“ war Tom Stevens im Rahmen einer Veranstaltung live am 17.06.2011 im Hauptbahnhof München zu sehen und zu hören. Es wurde eine Facebook Seite eingerichtet, auf der man sich mit dem Thema auseinandersetzen kann. Dort können sich Jugendliche, aber auch jeder Aktive im Netz, zum Thema äußern, Meinungen kundtun und vor allem soll es eine Plattform der Möglichkeiten sein. Was kann jeder aktiv tun um solche Geschehnisse zu verhindern?

Photo: CFalk, via pixelio.de

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