ANALYSE

“Schwarzes Schaf”, Roman, von Ascanio Celestini, Wagenbach

Eine Großmutter, die sich Hühner hält, ab und zu ihre schwarzen Stützstrümpfe anzieht, wenn sie einen wichtigen Gang zu gehen hat und Nicola, ihr Enkel, das sind die Hauptpersonen dieses Stückes. Aber eigentlich geht es um etwas ganz anderes.

Es geht um unser nicht immer gradliniges Leben, es geht aber auch um eine Irrenanstalt.Es geht um Heilige, die nachts leuchten, aber eigentlich sind es Glühwürmchen und es  geht um Freundschaften, auch wenn einige davon tragisch enden. -
Immer aber geht es um ein Land wie Italien, um Menschen in diesem Land und um das Verstehen darum. Was wissen denn wir Nordländer über den Süden Europas? Wir, die wir nur noch nörgeln und es gar nicht verstehen können, dass die “fabelhaften Sechziger” genau so wahr waren wie die Marsmenschen. Aber eigentlich ist es auch ein Seitenhieb auf alles, was wir uns seit Tausenden von Jahren angeeignet haben an Gedanken, Vorurteilen und an verinnerlichter Frömmigkeit. -
Doch da gibt es neuerdings ja Nobelpreisträger (wirkliche und nicht so Pillepalle-Preisträger), die ihr Handwerk, z.B. das der Hirnchirurgie verstehen. Und aufgemerkt: mit Elektrizität (und mit Pillen) kann man so manche ruhigstellen. -
Das beruhigt auch uns, denn in diesem herrlich verrückten Buch des noch jungen Ascanio Celestini, eines bei der lesenden Jugend Italiens bereits sehr bekannten Autors, entstehen richtige Wunderdinge. Wir nennen das mitunter einfach Freude (auf den ersten Blick, auf den zweiten aber Aufklärung).

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