Spaniens oberster Gerichtshof hat das Strafverfahren gegen den russischen Aluminium-Tycoon Oleg Deripaska an die russische Staatsanwaltschaft weitergeleitet. Nach Angaben der spanischen Zeitung El Mundo hat der spanische Staatsanwalt Fernando Andreo entschieden, den Fall an Russland zu übergeben weil „die kriminelle Gruppe Izmailovo in diesem Land gegründet wurde und von hier aus ihren illegalen Aktivitäten nachgeht. In Russland wurden die Befehle erteilt und die Geldwäscherei geplannt“. Deripaska und sein ehemaliger Geschäftspartner, Iskander Makhmudov werden verdächtigt, Geldwäscherei (in der Höhe von 4 Mio. Euro) getrieben zu haben. Es wird ebenfalls vermutet dass sie Verbindungen mit der russischen Mafia in Spanien unterhalten.
Ein Pressesprecher von Basic Element, einer Firma welche Deripaska gehört, sagte dass sie mit der Entscheidung des spanischen Gerichts, den vorliegenden Fall nach Russland weiterzuleiten zufrieden sind, weil dies ein Hinweis darauf ist, dass die Staatsanwaltschaft den Beweis für Deripaskas Rechtsverletzung nicht erbringen kann. “Wir sind zuversichtlich, dass die russischen Gerichte die Unschuld Deripaskas bestätigen und erkennen werden, dass das Ganze ein Missverständnis ist”, war einer Presseerklärung von Basic Element kürzlich zu entnehmen.
Es ist sehr wahrscheinlich, dass die russische Staatsanwaltschaft für den Aluminium-Tycoon Partei ergreiffen wird. Dies umso mehr weil dieser enge Beziehungen mit der sogenannte „Familie“, einer Sippe von korrupten Spitzenbeamten der ehemaligen Jelzin Administration, pflegt. Der Klan hat ihn schon in einer früheren, ähnlichen Angelegenheit unterstützt. Nach Angaben der spanischen Agentur ABC wurde anschliessend an Deripaskas Befragung im Jahr 2010 „Madrid eindeutig von der Schuld des Geschäftsmannes überzeugt” und dies obwohl die russischen Ermittler in ihrem Abschlussbericht festhielten, dass Deripaska für Russland nur Zeuge und nicht Angeklagter in dieser Angelegenheit ist.
Die Spanische Staatsanwaltschaft schweigt über den Zeitpunkt eines wahrscheinlichen zweiten Deripaska Verhör. Ein weiteres Verhör könnte den Aktienpreis von Rusal stark beeinträchtigen, welcher in den letzten 2 Jahren schon an Wert verloren hat, sehr zum Ärgernis der „Familie“ und der russischen Grossbanken welche zum Zeitpunkt des Börsengangs in 2009 in Rusal investiert haben.
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