Der Obdachlose, der sich zur Zeit auf einer Radtour von Hamburg in den Hessischen Taunus befindet, vertraute – eigenen Angaben zu Folge – dem Schlafplatz an der Weser so sehr, dass er das Gepäckstück für drei Stunden unbeaufsichtigt ließ, was er – eigenen Angaben zu Folge – sonst nie tut.
„In 18 Monaten Obdachlosigkeit ist mir so etwas nicht passiert, weil ich die Sachen immer bei mir hatte“, sagt Max Bryan und räumt ein, zu leichtsinnig mit der Situation umgegangen zu sein. Noch bis Ende des Jahres dauert Bryan´s Radreise an. Stationen sind unter anderem noch Köln, Gießen und Frankfurt.
(Quelle: ddp Themenportal-9
Interessanterweise wurde binnen nur zwölf Stunden Ersatz geschaffen, wie Max Bryan auf seiner Facebook-Seite berichtet. Das Mindener Tagblatt hatte direkt nach Bekanntwerden des Vorfalls einen Aufruf gestartet und ihre Leserschaft um Mithilfe gebeten. Noch am selben Abend erklärte sich eine Frau aus Minden dann bereit, einen Schlafsack und eine neue Isomatte für den Obdachlosen zu spenden.
Auch gibt es erste Ergebnisse von den Wohnungsbesichtigungen entlang der Radstrecke, allerdings noch ohne nennenswerten Erfolg. Von Schlange stehen, Schimmelhäusern und Diskriminierung ist die Rede. Umstände, die den 36-Jährigen dann auch zur Weiterfahrt zwangen. Die nächsten Etappen führten Bryan deshalb auch nach Paderborn (16.12.), Hamm (17.12.) und Dortmund (18.12.). Nach einer riskanten Nachtfahrt von Dortmund nach Köln stoppte er kurz vor Köln. Morgen also (20.12.) will er in Köln ankommen und fährt direkt auch weiter nach Koblenz, Mainz, Frankfurt und Bad Nauheim, wo die Tour dann am 31.12. zu Ende geht, sofern er bis dahin eine Wohnung gefunden hat. Wenn nicht, will er nämlich weiterfahren, so lange, bis er eine Wohnung gefunden hat, das hatte er versprochen, vor seiner Abreise aus Hamburg, vor genau einem Monat (20. November).
Hallo allen “Readers Editoren”,
Eben habe ich zufällig entdeckt, daß ihr über Max Bryan berichtet. Finde ich klasse, eine gute Sache, wenn sich jemand auf den Weg macht – innerlich wie auch mit dem Rad, um die Gesellschaft wachzurütteln.
Max war bei uns in Minden montagabends beim Treffen der lokalen #occupy-Gruppe ‘Empört euch!’. Es passte irgendwie, denn empört ist er auf seine Art auch.
Für ihn war es sowas wie ein Debüt, am Treffen einer Initiative teilgenommen. Nach dem Treffen hatten wir noch einige Zeit in einer Szenekneipe zusammen gesessen und geredet. Interessant, ihn kennengelernt zu haben.
Viel Erfolg an Max von hier aus!
Detlef Müller, Minden
PS: Es wäre schön, hier bei euch weiter über ihn lesen zu können.