Bundespräsident in der Krise

Gutti als Präsident: Wie das AMT gerettet werden kann

Alle machen sich Sorgen um das AMT. Während es in der Vergangenheit zumeist das Finanz-AMT war, dass bei vielen Menschen Sorgen auslöste, ist es in den letzen Wochen das hohe AMT, das große AMT, das noble AMT.

Wenn einer das AMT retten kann, dann Guttenberg, der als gelernter Betrüger viel bessere Nerven hat als der poplige Rechtsanwalt aus Niedersachsen. (Foto: wikipedia)

Wenn einer das AMT retten kann, dann Guttenberg, der als gelernter Betrüger viel bessere Nerven hat als der poplige Rechtsanwalt aus Niedersachsen. (Foto: wikipedia)

SPD-Chef Gabriel hatte noch in der Weihnachtszeit gebarmt, es käme zu einer “echten Staatskrise, wenn innerhalb von zwei Jahren zum zweiten Mal ein Bundespräsident zurückträte.” Denn das AMT des Bundespräsidenten, vom AMTs-Träger Wulff, leicht beschädigt, wackelte. Jetzt, nach weiteren Wulff-Wackeleien, weiß Gabriel: “Allerdings kann sich auch niemand einen Bundespräsidenten wünschen, der den Eindruck erweckt, er sei seinem AMT weder politisch noch stilistisch gewachsen.” Welchen Stilbruch mag Wulff begangen haben? Hat er braune Schuhe zum schwarzen Anzug getragen?

Die FAZ bescheinigt Wulff mangelndes Format für das AMT.

Die Stuttgarter Zeitung ist verzweifelt: “Wenn Wulff bleibt, ist sein AMT verloren.” Die Bildzeitung vermutet in ihm einen Kinderschänder: “Kinderköpfe streicheln, Lächeln für die Kameras, gute Mine – und kein Wort zu den Affären”, wenn die Sternsinger ihn im AMT besuchen. Das Hamburger Abendblatt fragt nach der Würde des AMTes. Auch der SPIEGEL sieht “Die dunkle Seite des netten Präsidenten” weil sich “Noch nie … ein Bundespräsident so nackt dem Publikum präsentiert” hat. Die Gilde der Rauf- und Runterschreiber, folgt einmütig der Springer-Kommando-Zentrale, die ihren späten Favoriten erst mit Homestories gehätschelt hat und nun den Spaß am kleinen Wulff aus Osnabrück verloren gibt.

Schon vor Tagen hatte der Seehofer-Horst die richtige Nase: “Ich werde mich im Jahre 2012 sehr darum bemühen, dass wir zu gegebener Zeit den Karl-Theodor wieder auch für eine aktive Rolle in der CSU gewinnen.” Denn das AMT braucht wieder jenen Glanz, den nur der Adel herbei polieren kann. Karl-Theodor, das ist jener Guttenberg, der keinen Kredit für ein bescheidenes Backsteinhaus braucht, er hat schon ein Schloss. Auch muss man nicht befürchten, dass er Urlaubsgefälligkeiten von Unternehmern annehmen muss. Wenn der mal zum Beispiel in die USA will, dann hat er im Nobel-Staat Connecticut bereits eine Bleibe. Schließlich kam auf den Geburtsadel noch der Amts-Adel drauf: Als Distinguished Statesman fungiert er in einer amerikanischen Denkfabrik, in deren Aufsichtsrat neben Investmentbänkern auch Leute des amerikanischen Verteidigungsministeriums sitzen.

Wenn einer das AMT retten kann, dann Guttenberg, der als gelernter Betrüger viel bessere Nerven hat als der poplige Rechtsanwalt aus Niedersachsen.

Immerhin käme dann ins Schloss Bellevue, das einst dem Preußen-Prinz August Ferdinand gehörte, ein Mann, dem auch der Springerkonzern nicht den nötigen Respekt versagen kann. Denn, wie der CSU-Generalsekretär Dobrindt ausrief: “Guttenberg ist und bleibt einer von uns!” Was heißt hier “von”. Guttenberg ist eine “für” uns! So könnte das hohe AMT auch erblich werden, was dann jenes ärgerliche Rücktrittsgerede dieser Tage ein für allemal überflüssig machen würde.

Kommentare

Dieser Artikel hat 4 Kommentare. Was ist Deiner?

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

  1. Der bayerische Monokrat Seehofer hat versichert, dass er voll hinter Christian Wulff stehe.

    Da wird es eng für den Bundespräsidenten …

    • @ Ronin

      Der bayerische Monokrat Seehofer hat versichert, dass er voll hinter Christian Wulff stehe.

      Da wird es eng für den Bundespräsidenten …

      Ja, Seehofer stand bis zur letzten Minute auch voll hinter zu Guttenberg, genau wie unsere Kanzlerin…….

      Da wird es für Wulff offenbar wirklich eng … ;-)

      • Man hat die Ehrenerklärung des Bundespräsidenten in ARD und ZDF vernommen und man ist verstimmt. Man glaubt, man müsse das Amt mehr respektieren, als man es als Amtsinhaber tut. Man hat auch selbst nie Baukredite zwischen 0,9 und 2,1 Prozent Zinsen erhalten, obwohl man Sicherheiten und gutes Einkommen nachweisen konnte.

        Aber man ist ja auch nie selbst Bundespräsident gewesen und kennt sich mit Korruption nicht so genau aus.

        Leider hat man auch keine reichen Freunde, die einen in die Grundbegriffe der Korruption einweisen könnten.

        Schade.

  2. Um Gottes Willi!

    Guttenberg soll mal schön weg bleiben und alles andere mit dem “C” davor auch.

    Wulff kann natürlich Guttenberg nicht das Wasser reichen, was die Schaumschlägerei angeht, aber ich finde, man sollte beide auf eine lange, weite Reise schicken und vor allem zur Bundesagentur für Arbeitsverhinderung schicken, damit sie lernen, für was sie da ihre Unterschriften geben ( oder geben würden)

    Ich kann es nicht begreifen, was aus unserem Land geworden ist.
    Lug, Betrug, Schaumschlägerei, Korruption, Fahrerflucht, Von der Arbeit weggbleiben, wie Koch-Mehrin, Öettinger Mist und alles was es noch gibt.
    Da lob ich mir Käßmann, besoffen fahren- und dann dazu stehen.
    Wobei so ganz stimmt das auch nicht, weil der Beifahrer ja auch ein Schaumschläger war- denn er hat sich “verdrückt” so dünn wie Gas.

    Prost !

    Herzlichst, Friedoline