Werde ich Organspender: Ja oder Nein? Eine Entscheidung, die nicht leichtfertig zu fällen ist.
4045 Menschen konnte mit einer Transplantation geholfen werden, im Jahr davon waren es noch 4326. Von Fachleuten wird nun vermutet, dass ein Grund für die gesunkene Bereitschaft, Organe zu spenden, die Patientenverfügungen sein könnten, in denen sich nicht explizit zur Organspende geäußert wird.
12000 Menschen warten nach Angaben der DSO auf Spenderorgane; täglich versterben drei von ihnen, weil zu wenige Spenderorgane zur Verfügung stehen. Hier scheint also dringender Bedarf zu bestehen, an dieser fatalen Situation etwas zu ändern, es müssen mehr Menschen bereit sein, Organe zu spenden.
Ich gestehe, ich gehöre bisher nicht zu den Organspendern. Ich beschäftige mich zwar ab und zu mit dem Thema, bin aber bisher zu keiner persönlichen Entscheidung gekommen. Dabei ist mir durchaus bewusst, dass ich, solange ich keine Entscheidung treffe, die Last der Entscheidung auf die Schultern meiner Angehörigen, und da in erster Linie auf meine Frau, lade.
Dem Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr schwebt vor, diese Entscheidung mit Hilfe der Krankenkassen herbeizuführen.
Zum Beispiel könnten die Versicherten bei jedem Kassenwechsel oder bei der Neuausgabe einer Krankenkassenkarte informiert und befragt werden. Eine gute Idee, wie ich finde, die bei Privatkassen bei der leider alljährlichen Mitteilung über die Beitragserhöhung umgesetzt werden könnte. Allerdings muss darauf geachtet werden, dass keinerlei Zwang oder Druck ausgeübt wird, denn eine Organspende ist ein Geschenk, zu dem man sich freiwillig und aktiv entscheiden muss.
Was auf keinen Fall sein darf: dass diejenigen, die einer Organspende nicht ausdrücklich widersprechen, automatisch als Spender angesehen werden. Diese Regelung gibt es in einigen Ländern, wird von mir aber abgelehnt, denn es kann und darf keinen Anspruch auf eine Organspende geben. Auch nicht im Hinblick darauf, dass ich Organspender als potentielle Lebensretter ansehe.
Nun hindert mich ja niemand daran, auch jetzt schon eine entsprechende Entscheidung zu treffen, denn dazu brauche ich keinen Brief einer Krankenkasse oder sonstigen Institution. Bis jetzt ist es halt so, dass ich kein Organspender bin, weil ich keinen entsprechenden Ausweis habe. Warum ich mich dazu noch nicht durchringen konnte oder für mich bewusst die Entscheidung getroffen haben, kein Organspender zu sein (denn der fehlende Organspenderausweis ist nichts anderes als das Herausschieben einer Entscheidung, da bin ich ehrlich), kann ich noch nicht einmal richtig begründen.
Obwohl ich weiß, dass es Blödsinn ist, habe ich vielleicht im Kopf, dass ich mit der Entscheidung für Organspenden etwas heraufbeschwöre – im Klartext: meinen Tod.
Normalerweise bin ich in dieser Beziehung eher der Meinung, dass ich eben dran bin, wenn es so weit ist (wer oder was auch immer darüber entscheidet), aber trotzdem habe ich da beim Thema Organspende eine Blockade.
Oder ist es vielleicht die Vorstellung, man könnte von den Ärzten als willkommenes Ersatzteillager angesehen werden, die also schon Organe entnehmen, wenn man noch gar nicht richtig tot ist oder die den Tod beschleunigen? Vorstellbar ist ja immerhin alles.
Andererseits: Wenn ich zweifelsfrei tot bin, was soll ich dann noch mit meinen Organen? Vielleicht sind die ja tatsächlich noch zu etwas nutze und retten ein Leben?!
Ich könnte mich jetzt gleich, nachdem ich diesen Artikel geschrieben habe, daran machen, den Organspenderausweis anzufordern, eventuell notwendige Eintragungen zu erledigen und schon wäre die Sache erledigt. Aber ich glaube nicht, dass ich es mache, denn eine Blockade ist immer noch da. Dies mache ich auch nicht im Hinblick darauf, dass ich hoffe, dass es für mich im Falle eines Falles einen geeigneten Organspender gibt.
Ich weiß, das ist egoistisch und es ist ja Gott sei Dank auch nicht so, dass diejenigen, die sich bisher nicht bereit erklärt haben, Organspender zu sein, von vornherein als Organempfänger ausscheiden und mir gefällt meine Hinhalte-Taktik auch nicht, aber ich scheine noch nicht so weit zu sein – weder für die eine noch die andere Entscheidung.
Nachrichtenquellen:
http://www.stern.de/gesundheit/zahl-der-organspenden-nach-rekord-wieder-gesunken-1773036.html
http://www.rp-online.de/panorama/deutschland/zahl-der-organspenden-wieder-gesunken-1.2670085
Photo: Thorben Wengert, via pixelio.de
Bis vor einiger Zeit hatte ich einen Organspendeausweis und hatte die Organe angegeben, bei denen ich einverstanden gewesen wäre. Auf den alten Ausweisen konnte man das angeben.
( die gibt es in der Apotheke und manchmal beim Arzt )
Ich habe das vor einiger Zeit in “Nein” geändert. Bei der Organspende ist man nur “Hirntod” bleibt aber noch an den Geräten angeschlossen und wie ich hörte, bekommt man eine Art Narkosemittel/Schmerzmittel gespritzt, vor der Entnahme.
Meine Freundin hatte bei ihrem Mann erlaubt, das man Organe entnimmt – als der verstarb. Das ist ja eine Situation wo man auch in Trauer ist und nicht immer “klar” denkt. Nach den Entnahme durfte sie ihren Mann nicht mehr sehen. Von einem Menschen kann man ja alles gebrauchen, von der Hornhaut im Auge bis hin zur Körperhaut, Lunge,Herz, Leber.
Die Frage warum sie ihn nicht mehr sehen durfte- wurde beantwortet:* Weil der Leichnam nicht mehr ansehnlich ist.*
( also die Frage, ob man regelrecht ausgeschlachtet wird, bleibt )
Hier wäre also wieder eine Einschränkung und eine Entmündigung des Bürgers-und das gefällt mir nicht.
Solange die Ärzte ! und nicht die Regierung informieren- was GANZ GENAU passiert- kriegt keiner was von mir.
Zudem finde ich- aber das ist eine rein persönliche Meinung, das wir Menschen, spezifisch die Medizin viel zu viel in die Natur eingreift ( ich will nicht sagen- Gott ins Handwerk pfuscht ) und das wir ohnehin zu viele Menschen auf der Erde haben. Die Menschen hängen an ihrem “bischen” Leben und manchmal frage ich mich, warum. Man muss im Zweifelsfall auch loslassen, je nach Krankheit oder Sterbegrund.
Nun ist es noch ein Unterschied, ob ein junger Mensch ein Organ braucht, oder jemand der meinetwegen 80 ist. Ich selbst wollte kein fremdes Organ haben>> diese Option fehlt auf dem Ausweis !!
Meinem Sohn würde ich jederzeit eine Niere spenden, wenn die dann passen würde.Oder jemand aus der Familie- eine Lebenspende quasi. Ansonsten nicht.
Wenn ich sterbe, will ich so bleiben, wie ich auf die Welt kam und fertig. Die Entscheidung liegt bei jedem selbst- und sollte, auch wenn sie andern nicht gefällt, akzeptiert werden, sonst haben wir wie in andern Ländern ratz-fatz einen Organhandel.
Ich vermute, das diese Geschichte auf dem Steinmeier seinen Mist gewachsen ist, der seiner Frau ein Niere spendete, was ja auch sehr lobenswert ist. ABER – die Freiwilligkeit und im Notfall die Entscheidung der Angehörigen- wenn kein Ausweis da ist,hat gewahrt zu bleiben.
Die Optionen nach dem neuen Schema sind mir nicht ausreichend genug.
Leider macht unsere Regierung immer etwas, das nicht ausgereift ist- daher mein NEIN.
Schwieriges Thema. Ich kann mich da auch zu keiner Entscheidung durchringen. In Australien ist das, wenn ich mich recht entsinne, so, dass man der Organspende aktiv widersprechen muss (also eine Art Anti-Organspenderausweis beis ich tagen muss). Alles andere gilt als stillschweigende Zustimmung.
Ich finde das eine ganz gute Lösung, Denn ich glaube, vielen Menschen geht es so wie Ihnen: “… habe ich vielleicht im Kopf, dass ich mit der Entscheidung für Organspenden etwas heraufbeschwöre – im Klartext: meinen Tod.”
HIer einige Informationen, die man gaaaaaanz in Ruhe lesen sollte, “wenn” man sie liest.
http://www.das-weisse-pferd.com/03_03/organe_gegen_geld.html
http://www.das-weisse-pferd.com/00_01/organtransplantation.html
http://www.organspende-und-transplantation.de/gedanken.htm
http://www.theologe.de/theologe17.htm#Krankenkassen
und noch eine Information aus Zürich- aber ob’s in Deutschland auch so ist, da konnte ich nichts finden.
http://www.transplantation.usz.ch/PatientenUndBesucher/OrganspendeHirntote/Ablauf_der_Organspende/Seiten/Organentnahme.aspx
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