Patrone der Ärzte, Apotheker und Barbiere: Cosmas und Damian
Wie zahlreiche Zitate der Bibel bezeugen, heilte Christus selbst Kranke. Neben den göttlichen Krankheitsheilern begegnen in der Glaubensüberlieferung frühzeitig auch irdische Gestalten wie zum Beispiel der Evangelist Lukas, der einem neutestamentlichen Zeugnis zufolge Arzt war. Er gilt als Helfer der Sterbenden. Bereits im frühen Mittelalter gesellten sich in großer Zahl Märtyrer hinzu, die als Schutzpatrone bei bestimmten Krankheiten angerufen wurden. In der Regel zu Heiligen avanciert, erlangten sie die Stellung spezieller Krankheitspatrone, nachdem sie entweder selbst an den entsprechenden Leiden erkrankt waren und diese auf wundersame Weise überstanden hatten, oder weil sie andere davon befreit haben, oder schließlich, weil in der Legende ein Zusammenhang zwischen der speziellen Krankheit und der Art ihres Martyriums gesehen wurde.
In Bildzeugnissen erinnern noch heute die Brüder Cosmas und Damian, die wir oft als Arzt und Apotheker finden, daran, zugleich neuzeitliche Schutzheilige der Ärzte, der Apotheker und Barbiere zu sein. Kosmas und Damian wurden in der volkstümlichen Glaubensüberlieferung besondere Fähigkeiten zur Heilung von Geschwürskrankheiten, Drüsenleiden sowie Heilerfolge bei Seuchen nachgesagt. Womit sie auch in die Nähe der vierzehn Nothelfer rücken. Die Vierzehn Nothelfer sind Heilige aus dem zweiten bis vierten Jahrhundert. drei weibliche und elf männliche. Bis auf eine starben alle als Märtyrer. Zu den Nothelfern zählt auch Maria, Mutter Jesu, in ihrer Eigenschaft als Königin der Märtyrer und Hilfe der Christen (Maria Hilf).
Die kultische Verehrung der Medizinheiligen, deren Zahl im Mittelalter rasch anwuchs bis zu den Auswüchsen der Neuzeit, begleitet den Werdegang der Heilkunde, wie multimedial feststellbar, mit erstaunlicher Kontinuität bis in unser Jahrhundert; im Kern unangefochten von der neuzeitlichen Entwicklung der wissenschaftlichen Medizin.
Kommentare
Schreibe den ersten Kommentar für diesen Artikel.