Startschuss für die neue Tour: Felix Weigt (l.), Spaceman Spiff (M.) und Johnny König (r.) haben erstmals im Sommer 2011 in dieser Konstellation in Hammelburg gespielt. Das „Experiment“ von einst ist heute zu einer festen Verbindung geworden. Foto: N. Oppelt
Bereits bevor der „Hammelburger Sohn“ die Bühne betrat, herrschte ein neugieriges Raunen im Saal. Seit vergangenem Sommer hatten die Fans der Region Spaceman Spiff nicht mehr gesehen. Jetzt, gut ein halbes Jahr nach dem „Castle Rock“, so hieß es, sei er zurück in Unterfranken, hätte das Schmuddelwetter in Hamburg mit dem kühlen Charme Würzburgs getauscht. Wie würde es sein, den „Abtrünnigen“ nun wieder ganz nah bei sich zu haben? Werden er und seine Bandkollegen zur Feier des Tages mit neuen Songs oder gar einem musikalischen Novum überraschen? Fragen über Fragen.
Zwei Premieren zum „Einstand“ in Hammelburg
Um es vorweg zu nehmen: Es tat und es tut auch weiterhin gut, das sah man dem Publikum an, Spaceman Spiff wieder als Aushängeschild in der Heimat zu haben. Und der hatte sich, bevor es nun mit einem bunt bemalten Tourbus wieder hinaus in die Republik geht, natürlich nicht lumpen lassen, den Hammelburgern einen kurzweiligen Abend mit gleich zwei Premieren zu bescheren.

Der Würzburger Singer-Songwriter „short story sports“ stimmte mit seinem ersten Album „die Melancholie die“ einfühlsam auf den Abend mit Spaceman Spiff ein. Foto: N. Oppelt
Zwischen verschiedenen „Gedankenstricken“, „Melancholie“, „Photonenkanonen“ und „Schnee“ überraschte der Mittzwanziger, der seit vergangenen November nach drei Jahren im hohen Norden wieder in der Universitätsstadt Würzburg wohnt, mit „Der Tag, an dem ich nicht verrückt wurde“ und „Vorwärts ist keine Richtung“ – letzteres übrigens die erste Komposition, die Spaceman Spiff in seiner neuen, alten Heimat verfasste. Der Singer-Songwriter bleibt auch diesmal der, von vielen so geliebten melancholischen Grundstimmung, treu. Die Texte sind nachdenklich, wenn nicht gar tiefgründig. Der Sound, das stellten an diesem Abend aber nicht wenige fest, ist merklich satter geworden. Mit Felix am Cello, an den Keys und diversen anderen Instrumenten sowie Johnny am Schlagzeug bekommt Spaceman Spiff zudem ordentlich Tempo und obendrein – ganz zur Freude der Zuhörer – eine wohltuende Portion Humor. Anekdoten über Probensituationen, eine Hommage an den Frankenwein und charmante Seitenhiebe in Richtung 90er Jahre. Das Trio hatte in Hammelburg Lacher und Applaus gleichermaßen auf seiner Seite.
Jahre in Hamburg haben sich ausgezahlt
Natürlich brannte nicht wenigen eine Frage unter den Nägeln. Was hat den Spacemann wieder in die Heimat verschlagen? „Woanders bin ich wer gewesen…“, hatte er zuvor in seinem Stück „Hamburg“ gesungen. Ein Hinweis? Bei weitem nicht, betont Hannes im Gespräch. Das Lied sei aus seiner Anfangszeit in der Hansestadt als er noch niemanden gekannt hätte. „In Würzburg wohnen 90 Prozent meiner Freunde – viele davon nur noch für ein Jahr, dann geht für sie das Arbeitsleben nach dem Studium los (…) und ich habe eine großartige Wohnung angeboten bekommen.“, beschreibt er die Gründe für seine Rückkehr. Wo er selbst wohne, sei gleich. Also, warum nicht! Seine musikalischen Erwartungen und Ziele hätten sich in Hamburg durchaus erfüllt. „Ich habe unheimlich davon profitiert“, fasst Hannes die Zeit dort zusammen. „Ich lebe jetzt vom Musikmachen, spiele unheimlich viel und habe mein Label gefunden. Meine letzte Platte ist bei einem der bekanntesten Indie-Buchverlage, ‘Mairisch’ , erschienen.“ Auch eine Booking-Agentur habe er mittlerweile gefunden. Und natürlich auch Menschen wie Felix Weigt, der ihm seither zum musikalischen Weggefährten geworden ist.

Überraschend anders: Spaceman Spiff und seine Bandkollegen haben ein Jahr nach dem Album „... und im Fenster immer noch Wetter“ einen musikalischen „Zwischenschritt“ eingeläutet. N. Oppelt
Jetzt wieder hier zu sein, das merkt man dem jungen Mann sichtlich an, ist wie ein zweites „Ankommen“. Und so beschreibt er es auch selbst: „Dadurch, dass mich in Hamburg alle als Spaceman Spiff kennen gelernt haben, also den Musiker, haben auch alle sofort mit mir diesen Spaceman Spiff verbunden. Es gab sogar Leute, die nicht wussten, wie ich eigentlich heiße. Es ist ganz angenehm mal wieder in Würzburg nur Hannes sein zu können“, gesteht er unumwunden. Die Menschen wüssten zwar, was er mache, es spiele aber keine so große Rolle und das sei wirklich schön. Hamburg, dort sei der Fokus privat wie beruflich voll auf Musik gewesen. Hannes als Person sei mehr und mehr in den Hintergrund getreten. In Würzburg, das hatte er auch schon bei früheren Besuchen festgestellt, konnte er abschalten. Die jetzt bewusst gesetzte Zäsur tut ihm gut. Zwar spiele er nach wie vor unheimlich viel, die Atmosphäre sei insgesamt jedoch viel entspannter. Hier könne er „runterkommen“. In der Ferne habe er festgestellt, was „Heimat“ wirklich bedeutet. Jetzt ist er zurück zu den Wurzeln – mit Neuem im Gepäck. In diesem Sinne: Herzlich willkommen zurück, Spaceman Spiff!
du schreibst wie für ein fanzine, Objektivität ist dir ein Fremdwort!?
Wir können über alles streiten – über den Klimawandel, über die Musik…
Und wer ist dabei schon objektiv???
Wir müssen aber über die anderen Menschen nicht erst dann etwas gutes sagen, wenn sie tot sind. Das ist nur ein Brauch aber keine Verpflichtung…
Kunst ist immer ein Objekt der Subjektivität und das “Fan” von Fanatismus kommt, weiß leider nicht Jeder!