Da hat ein staatlich subventionierter Fernsehsender neulich mit „hoch drei“ geworben, also in Bezug auf Karneval und so. Wie und so?
Na, wie gesagt mit „hoch drei“ und raus gekommen ist allerlei Mögliches und Unmögliches, meist Letzteres, doch ganz so schlecht war es auch wieder nicht, wenn man nämlich auf einen regionalen Sender umschaltete (zappte), da war es richtig finster, fast spießig, möchte ich sagen, fast wie immer. -
Also jetzt aber mal hablang!
Doch. Da spielt BARCA im Westen unserer schönen Republik. Ein Fest der Freude (beim Zusehen!) und dieses Fest lag direkt, wie man sagen kann, vor der Tür und dann: „Karneval hoch drei“.
Ja hallo, aufwachen, schreit es aus dem Inneren, und zwar laut!
Europa und die Krise, ja wirklich überall eine Krise und ein Privatvermögen liegt bei uns im schönen Deutschland auf den Banken (oder als Immobilie oder was auch immer), ein Privatvermögen von über 10 Billionen Euro und der deutsche Staat ist mit „nur“ 2,1 Billionen Euro verschuldet. Lasst das nicht Europa wissen oder die Finanzhändler und bringt das um Gottes Willen nicht als Büttenrede im Karneval, das „Helau!“ wäre dann sicher wirklich „hoch drei“.
Mein Gott, der Fasching (oder Karneval, oder die Fastnacht), man sollte wirklich daran teilnehmen. Als Mitmacher(in) als Tänzer(in), als Clown. Dann aber richtig, dass die Bude wackelt und kein Blatt vor den Mund genommen bitte, wie es weiland bei Hans Sachs etwa geklungen haben dürfte:
„Dies hier und das auf unserer runden Erde,
das Dumme und wirklich Blöde werde
verbannt auf ewig und zwar auf die Schnelle,
das Gute werde wie das Böse helle!“
Klingt nicht so fröhlich, wie?
Ja, gut, es klingt halt, wie es klingt in Deutschland, in einem Land mit Kultur. Apropos Kultur! Im Gedicht Dichter eines unbekannten Dichters, allerdings nur als Refrain, klingt es an, was bei uns herrscht, nämlich eine gewisse Traurigkeit:
„Eisblumen am Fenster, sie nicken dir zu,
Eisblumen am Fenster sind traurig wie du.“
So klingt es doch bei uns allenthalben in Deutschland und deshalb sind Zeiten wie der Karneval so nötig, so notwendig. Und es ist ja auch so, dass wir zwar allerhöchste Faschingsprinzen und Prinzessinnen haben, die nur kurz im Amt sind, wie es der verordneten kurzen Zeit entspricht, aber deswegen sollten sie nicht vorher oder nachher derart ernst oder tragisch in die Welt schauen. Nein, wir alle rufen ihnen zu (auch nach Berlin, auch ins Bellevue!), es kommen auch mal andere Zeiten und der Bürger hat für vieles Verständnis, auch für das Mittelmaß!
„Schau nicht so ernst aus dem Fenster,
Droh mit dem Finger nicht du,
Der, wo du meinest, dass du kennst, er
Lächelt verschmitzt dir zu!“
Klaus Grunenberg
Photo: Ruth Rudolf, via pixelio.de
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