UNRUHEN IN SYRIEN

Syrien: Schock und Fassungslosigkeit nach Ermordung von Journalisten

Netizens, die über das Blutbad in Syrien in den sozialen Medien berichten, mussten heute innehalten, um die Meldungen weiterer Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die in Baba Amr in der belagerten Stadt Homs verübt wurden, aufzunehmen.

NPR-Medienstratege Andy Carvin, der in Tripoli, Libyen, lebt, twitterte:

@acarvin: Ich muss mich für eine Weile ausklinken, bevor ich etwas sage, was ich bereue. Ich kann das gerade nicht mehr ertragen. #homs #syria

Er fügt hinzu:

@acarvin: Reporter und Bürgerjournalisten zu töten wird uns nicht davon abhalten, Zeugnis abzulegen. Ihr könnt uns nicht aufhalten. #syria #homs

Und erfährt fort:

@acarvin: Diese Reporter und Bürgerjournalisten zeigen mehr Mut an einem Tag, als ich in meinem ganzen Leben. Ich stehe für immer in ihrer Schuld. #syria #homs

Während Iyad El Baghdadi zugibt:

@Iyad_elbaghdadi: Ich muss eine Pause machen und weinen. Bis später.

Die Reaktionen folgten auf Meldungen vom Tod der amerikanischen Journalistin Marie Colvin, die für die britische Sunday Times arbeitete, und des französischen Fotografen Remi Ochlik. Laut Reuters, “trafen Bomben das Haus, in dem sie sich aufhielten, und eine Rakete traf sie, als sie versuchten zu entkommen.”

Inzwischen berichten Netizens vor Ort, dass ein dritter Reporter verletzt worden sei, als das Medienzentrum, in dem sich die Journalisten und Aktivisten aufhielten, angegriffen wurde.

Tweets4peace beschuldigt das syrische Regime, den Angriff durchgeführt zu haben. Der Twitternutzer merkt an:

@tweet4peace: Wir wissen, dass es das Regime war, denn diese Art der Raketenangriffe dauern nun schon seit 19 Tagen an. Heute war das Ziel das Medienzentrum. #homs

Die Meldung verursachte einen Ausbruch an Mitgefühl bei Twitter, das sowieso schon schaudert angesichts des Schweigens der Welt zu den Massakern, die an Syrern verübt werden, die gegen Bashar Al Assad und sein Regime protestieren, und tausende Bürger das Leben gekostet haben.

Aus Ägypten twittert Maha Abdoelenein:

@mahagaber: Totaler Schock und Fassungslosigkeit. Marie Colvin heute in Homs, Syrien, getötet. Ich habe viel mit ihr zu Ägypten zusammengearbeitet.

Diaa Hadid bemerkt:

@diaahadid: Ruhe in Frieden Marie Colvin, Remi Ochlik, wenige werden so ehrenhaft sterben, indem sie der Welt erzählen, was andere versuchten zu verbergen.

Und Rania Zabaneh erinnert uns:

@RZabaneh: #Syria wird zur Todesfalle für Journalisten. Das ist UNGEHEUERLICH: ACHT Journalisten 2012 getötet, VIER davon in #Homs.

Inzwischen schlussfolgert CNN-Reporterin Arwa Damon:

@arwaCNN: Ruhet in Frieden, unsere Kollegen in #homs getötet, der Preis, den wir dafür zahlen, die Verbrechen ans Licht zu bringen, der Preis, den #syria jeden Tag für die Freiheit bezahlt.

Dieser Beitrag ist Teil unseres Dossiers zu den Protesten in Syrien 2011. [en]

Geschrieben von Amira Al Hussaini · Übersetzt von Katrin Zinoun

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