Albrecht Müller hat sich Gedanken über Joachim Gauck gemacht. Ist er ein "Anti-Hessel"?

Gauck, “Der falsche Präsident”? Wie er doch noch der richtige werden kann

Wohl noch niemals zuvor hat ein Kandidat für das Amt des deutschen Bundespräsidenten bereits vor dessen Wahl so stark polarisiert wie der von CDU, CSU, FDP, SPD und Bündnis ’90/Die Grünen dafür nominierte Pfarrer a.D Joachim Gauck. Für die einen ist er “der Kandidat der Herzen” und besonders prädistiniert für das Amt, weil er zu DDR-Zeiten angeblich ein ehrenvoller und aktiver Bürgerrechtler war.

Albrecht Müllers Büchlein erscheint am 16. März bei Westend; Quelle: NachDenkSeiten via Westend

Besonders im Westteil unseres Landes ist ihm dieser Nimbus – verliehen von den Mainstream-Medien und von Politikern unterschiedlichster polititscher Färbung – von vielen Menschen jedoch offenbar weitesgehend unhinterfragt – sicher. Seine Kritiker wiederum werfen ihm vor, nur ein eloquenter Apologet des des neoliberalistischen Kapitalismus und Predigers eines Begriffs von Freiheit (nach dem Motto, jeder sei sei seines eignen Glückes Schmied) zu sein. Freiheit, ein Wort, das den Schwächsten in der Gesellschaft wie reiner Hohn in den Ohren klingen muss.  Ein Begriff, welcher ohne den Einbezug von Gerechtigkeit und Chancengleichheit  eine  leere Worthülse bleibt.

Joachim Gauck polarisiert stark. Ist er der richtige Präsident?

Joachim Gauck polarisiert wohl auch deshalb so stark, weil er sich (absichtlich oder unwissentlich – dies  sei hier einmal dahingestellt) in seinen von ihm so gern und mit Verve gehaltenen Reden oder auch in Interviews nicht selten in einer Weise ausdrückt, die Missverständnisse geradezu heraufbeschwört. Man ist manchmal versucht dabei an Thilo Sarrazin und dessen kruden Thesen zu denken. Und prompt sprang Sarrazin, das Noch-immer-SPD-Mitglied, Joachim Gauck zu, als diesem ob seinen Äußerungen Kritik zuteil wurde.

Nun stellt sich die drängende Frage, ob Joachim Gauck – nachdem dessen Amtsvorgänger, der im Nachhinein peinlich wirkende “Schnäppchenjäger” Christian Wulff, welcher die “Würde des Amtes” fraglos schwer beschädigt hat (und weiter beschädigt, indem er alle einem gewesenen Bundespräsidenten zustehenden geldwerten Privilegien fordert, als sei nichts gewesen) – der richtige Präsident für unser Land in schweren Zeiten sein wird.

Selbst Manager fordern stärkere Beachtung der Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft

Noch dazu wo die Diktatur der Finanzkapitalismus (Stéphane Hessel, “Empört Euch!”) die in Europa (und anderswo) Regierenden noch immer in Geiselhaft hält. Wo Gewinne nach wie vor privatisiert und Verluste wie eh und je – nur inzwischen noch frecher zulasten der Armen und Ärmsten – sozialisiert werden. Wo letztlich sinnlose “Schuldenbremsen” (von Berlin bald ganz Europa aufgezwungen) die Sozialsysteme und die Staatswesen runieren mit unkalkulierbaren, aber mit Sicherheit schwerwiegenden negativen Auswirkungen auf Gesellschaft und Demokratie.

Oskar Lafontaine ist nach einen Blick auf die Wirklichkeit zweifellos Recht zu geben: Noch nie habe der Satz, wonach Geld die Welt regiere, so sehr gestimmt wie heute.

Selbst Manager, denen man nun nicht nachsagen kann, politisch links verortet zu sein, kritisieren zunehmend die gefährlichen Ausuferungen der  unkontrollierten Finanzmärkte. Sie mahnen vor den möglichen schwerwiegenden Folgen für die gesamte Gesellschaft und weisen auf die Gefahren für unsere Demokratie hin. Multiaufsichtsrat Gerhard Cromme, so das Manager Magazin, spricht von einer “echten Krise”. Ex-Siemens-Chef Klaus Kleinfeld führt die auf die entfesselten Finanzmärkte zurück. Die Topmanager  “plädieren angesichts der Auswüchse für die stärkere Beachtung der Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft” (Manager Magazin/DER SPIEGEL). Cromme. “Oben werden sie immer reicher, unten herrscht im günstigsten Fall Stagnation.”  Cromme, sagte, er glaube fest an das Solidarprinzip unserer Gesellschaft. Zu diesem Behufe  müssten die Besserverdienenden ihren Beitrag leisten.

Gauck, ein Präsident der Herrschenden und Beschwichtiger der Armen?

Vom “Kandidaten der Herzen” für das Amt des Bundenspräsidenten, Joachim Gauck, hat man derlei dagegen noch nicht gehört. Oder nur leise und auf Nachfrage. Pfarrer Gauck a.D. predigt weiter nur das Wort von der Freiheit als Verantwortung. Dem Land gehe es doch gut, ist von ihm zu hören. Warum also jammern? Anpacken, machen!, soll das wohl heissen. Und Gauck lässt sich auch so verstehen: Die Freiheit (die er in der DDR hatte bitter entbehren müssen – trotz Westreisen etc.) und der Kapitalismus mit seinem Markt wird es schon richten.  Der Eindruck drängt sich auf, Gauck sei hauptsächlich ein Kandidat, der die Herzen der Kapitalisten hochschlagen lässt. Gut passend zur schwarz-gelben Koalition und deren Spar-, Lobby- und falschen Steuerpolitik. Ist dem künftigen Bundespräsidenten  Gauck die Rolle des grossen Beschwichtigers zugedacht, der den Herrschenden nach dem Mund reden und den immer mehr werden Armen und Prekarisierten hierzulande billigen Trost spenden soll?

Freilich: Joachim Gauck könnte auch ein ganz anderer, sogar für viele Menschen passabel erscheinender Bundespräsident werden.

“Was Pfarrer Gauck noch lernen muss, damit wir glücklich mit ihm werden.”

Albrecht Müller (Nationalökonom, Publizist, SPD-Mitglied; einstiger Mitarbeiter im Planungsstab von Bundeskanzler Willy Brandt), der “unverzichtbare”  (Frank Schirrmacher) Mitherausgeber der NachDenkSeiten, hat sich dazu Gedanken gemacht und sie  in einem kleinen Büchlein vereint.  Es heißt “Der falsche Präsident” und trägt den Untertitel “Was Pfarrer Gauck noch lernen muss, damit wir glücklich mit ihm werden”.

Albrecht Müller gestern auf den NachDenkSeiten: “Ich habe dieses Buch geschrieben, weil mir, je mehr ich mich mit Joachim Gauck und dem Umfeld seiner Nominierung beschäftige, klar wird, dass wir es hier mit einer Art “Anti-Hessel” zu tun haben. Gaucks Botschaft lautet: “Empört euch nicht!“  Gauck, so Albrecht Müller, nehme die aktuellen, großen Bedrohungen unserer Freiheit nicht ernst genug: die Macht der Finanzwirtschaft, den Abbau der sozialen Sicherheit und die Erosion der Demokratie.

Demzufolge dürfte Joachim Gauck nicht der “richtige” Präsident sein, wie viele Menschen bereit sind zu denken. Möglicherweise ist das  Hohelied auf Gauck reichlich vorschnell gesungen und dem oberflächlichen Betrachtungen des von der veröffentlicheten Meinung gezeichneten rosigen Bildes von Gauck geschuldet. Das es ihnen leicht macht, dem Pastor zu glauben  (!), weil dieser auch noch als Bürgerrechtler zusätzlich von Glanz und Gloria umflackert wird, dieser sei, so vielfach bekränzt, für die Menschen in Deutschland eben besonders präsidiabel.  Und das Beste, was uns passieren konnte.

Erinnern wir uns jedoch an Gaucks in Teilen fragwürdige Amtsführung als Chef der hart und ohne Rücksicht auf Verluste drauflos “gauckenden” Stasi-Unterlagenbehörde, könnten einem schon Zweifel in Bezug auf dessen Eignung für das Amt des Bundespräsidenten kommen.

“Der falsche Präsident” erscheint am 16. März bei Westend Frankfurt a.M.

Somit wäre also Joachim Gauck “Der falsche Präsident”? In seinem am 16. März 2012 – also noch rechtzeitig vor der Wahl des Bundespräsidenten – bei Westend in Frankfurt am Main erscheinendem Büchlein diesen Titels verspricht Albrecht Müller zu zeigen, wie Joachim Gauck doch noch der richtige Präsident werden kann. Wir dürfen auf Müllers Büchlein gespannt sein. Albrecht Müller hat mit “Die Reformlüge”, “Macht Wahn”, “Meinungsmache” und “Nachdenken über Deutschland” schon einige m. E. unentbehrliche Bücher vorgelegt, die dem neoliberalen Mainstream kritisch und in der Sache aufklärend (ja: Machenschaften entlarvend) begegnen.

 

 

Kommentare

Dieser Artikel hat 13 Kommentare.

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  2. der falsche Präsident ist sicherlich ein “Gauckler”! Über den Gaukler findet man bei Wikipedia folgendes:Zu den Gauklern gehörten auch Quacksalber, Possenreißer, Bärenführer, Zirkusangehörige, Tierschausteller und Wanderprediger. Sie traten auf Kirchfesten und Jahrmärkten auf und präsentierten ihre Kunststücke. Von ihren Taschenspielertricks leitet sich der heute noch gebräuchliche Begriff vorgaukeln (falsche Tatsachen vorspiegeln) ab. Wie wahr, wie wahr!

  3. Ich stimme dem Bericht voll zu und freue mich auf das “Büchlein” von Albrecht Müller.
    Hinzufügen möchte ich, dass ich es unverständlich finde, WIE Gauck in Bausch und Bogen als der Beste und natürlich wieder als alternativlos verkauft wird.

    Von jedem anderen Vorgänger hätte man, z.B. erwartet, dass, wenn er ins Bellevue will, seine privaten Angelegenheiten in Ordnung bringen muss, was seine Noch-Ehe angeht.

    Bei Gauck wird so getan, als sei es das selbstverständlichste von der Welt und ganz normal und fortschrittlich, dass er im Alter von 72 Jahren in wilder Ehe lebend dieses hohe Amt bekleiden kann.

    Keine Worte mehr von Würde und Ansehen des Amtes, des 1. vorbildhaften Mannes im Staat, von Moral und Integrität, das bei Wulff huntertmal geschrieben, gesprochen und eingefordert wurde.

    Keine Rede davon, dass hier ein Pastor in den Himmel gelobt wird, dem in seinem privaten Leben Werte, Normen, Ethik. Moral, Integrität, ein einwandfreier Lebenswandel als Mensch und Pastor, total egal zu sein scheinen.

    Es entsteht durchs Gaucks Verhalten eine Doppeldeutigkeit und Doppelbödigkeit im sozilen Verhalten, die ich nicht bereit bin zu aktzeptieren, weil er durch sein Verhalten auch ein schlechtes Vorbild nicht nur für die Jugend ist.

    Wenn von Werten nur noch gesprochen wird, sie aber nicht mehr von Politikern und denen, die in der 1. Reihe stehen, gelebt werden, müssen wir uns nicht wundern, wenn die Menschen immer mehr verrohen, abdriften in eigene Welten und von der Politik nichts mehr wissen wollen.

    Wie sollen sich Menschen, auch mit Migrationshintergrund sich für ein Land begeistern oder gar identifizieren können, wenn der 1. Mann im Staat charakterlos nach eigenem Gusto lebt und für jeden, nach der Affäre Wulff deutlich werden wird, wer- wo- wie- moralisch besser oder schlechter war oder ist.

    Kurz: Er ist der falsche Mnn mit zuviel “schwerem” Gespäck, Ballast aus der Vergangenheit, die er noch mit sich herumschleppt, um wirklich frei für dieses Amt zu sein.

    Zudem: Ich will nicht jeden Tag Kirchentag in Deutschland haben.

    • Das ist ja mal voll am Thema vorbei polemisiert.

      Ob er unverheiratet, schwul, polygam oder sonstwas ist kann uns doch echt mal scheißegal sein. Ich hoffe Herr Müller erwähnt das in seinem Buch nicht mit einem Wort. Diese Debatte über Gaucks Liebesleben finde ich dermaßen ärgerlich. Als ob wir das als Gegner von Gauck als Argument nötig hätten…

      Gauck hat vollkommen andere Verfehlungen, die wesentlich schwerwiegender sind. Seine ätzende Art mit der er die Schwächeren in unserer Gesellschaft belächelt ist der eigentliche Grund ihn zu verachten. Unsere Mitbürger mit Migrationshintergrund dürften sich auch wesentlich mehr über seine “Sympathie” zum Volksverhetzer Sarrazin aufregen. (Ich reiße mal ein Zitat aus dem Kontext: “der ist mutig” #notmypresident) Ich kann mich als Bundesbürger mit einem Playboy identifizieren, aber keinesfalls mit einem rechtskonservativen Arschloch!

  4. Ein Schatten über der Familienpolitik!?

    Es dürfte vorwiegende Meinung sein, dass sich Privatsphäre und Amtsführung gerade bei unserem Bundespräsidenten als oberster Staatsmann, der Deutschland nach innen und außen würdevoll vertreten soll, nicht vollständig trennen lassen (s. den Fall Wulff u.a.). Das Privatleben und der öffentliche Auftritt zeigen eindeutig, dass Herr Gauck sein Eheversprechen nicht nur nicht einhält, sondern darüber hinaus durch seine Doppelmoral bezüglich der Lebensgefährtin öffentliches Ärgernis erregt.
    Der Pastor / die Pastorin fragt:
    Name, willst du Name, die / den Gott dir anvertraut, als deine Ehefrau / deinen Ehemann lieben und ehren und die Ehe mit ihr / ihm nach Gottes Gebot und Verheißung führen – in guten und in bösen Tagen – bis der Tod euch scheidet, so antworte: Ja, mit Gottes Hilfe.
    Bräutigam / Braut: Ja, mit Gottes Hilfe. http://www.unsertag.de/ratgeber/trauzeremonien/evangelische_trauung.html

    Sein Traubekenntnis (-versprechen) wird er wie üblich in der Kirche im Beisein einer überschaubaren Öffentlichkeit damals sicherlich aus Überzeugung ausgesprochen haben. Wenn jedoch die Eheschließung nur ein rein „weltlich Ding“ (Luther) wäre, käme die evangelische Kirche gewiss ohne einen ausdrücklichen Gottesbezug aus.

    Welche Glaubwürdigkeit wird der Schwur dieses auf christliche Werte bedachten Pfarrers haben, wenn er dabei wieder Gottes Hilfe erbittet:
    „Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. (So wahr mir Gott helfe.)“
    http://de.wikipedia.org/wiki/Eidesformel

    Abgesehen davon, dass Ehen scheitern können und heutzutage die Scheidungsrate zudem erschreckend hoch ist, scheint Herrn Gaucks unbändiger Freiheitsdrang größer zu sein als die von ihm oft hochgepriesene nachhaltige Verantwortung. Wenn heute fast jeder weiß, was unter „wulffen“ zu verstehen ist, könnte auch bald der Begriff „gaucken“ für bestimmte Lebensverhältnisse stehen. Wir wagen zu hoffen, dass dieser wortgewaltige und selbstgefällige (ehemalige?) Gottesmann nach seinem Trauversprechen nicht auch noch die Eidesformel verbiegt und aus dem Bundespräsidialamt keine Gauck-Behörde macht.

    Es wird wohl keinem entgangen sein, dass zunehmend über verwahrloste Kinder und Jugendliche geklagt wird, was viel mit einem zerrütteten Familienleben zu tun hat. Viele Jugendämter und Schulen werden Ihnen hierzu bestimmt gerne zusätzlich detaillierte Angaben über diese Problematik und die damit verbundenen Kosten machen können. Unsere Gesellschaft braucht Vorbilder, die – bei allen menschlichen Schwächen – nach innen und außen ein stringent glaubwürdig moralisches Beispiel geben können. Es ist nicht nur eine Binsenweisheit der Soziologen, dass eine intakte Familienstruktur eine wesentliche Voraussetzung für eine intakte Gesellschaft darstellt.

    Wie sein Sohn Christian durchblicken lässt, war seinem Vater die Karriere offensichtlich wichtiger als seine Familie:
    „Wir kamen als Familie immer an zweiter Stelle, er hat alles allein entschieden. Als er die Stelle in dem Plattenbaugebiet in Rostock bekam und wir aus dem wunderschönen Dorf Lüssow wegziehen mussten, da wurden wir nicht gefragt. Das wäre heute undenkbar, in der Familie so miteinander umzugehen. Aber für ihn war das die Aufgabe, diese Gemeinde aufzubauen, in dieser Betonwüste Kirche zu machen, da ging er total drin auf.“
    http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/joachim-gaucks-sohn-christian-er-war-fuer-uns-selten-der-vater-11671517.html

    Nicht nur nach der göttlichen Ordnung, sondern ebenso auch nach dem Grundgesetz stehen Ehe und Familie unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung. Allein dieser Artikel des GG dürfte den künftigen Bundespräsidenten, falls dies für Ihn ein hoher Wert ist, in eine schwierige Lage bringen: Folgt meinen Worten, aber nicht so sehr meinen Taten! Für das facettenreiche Politikfeld Ehe und Familie, gewissermaßen der Kernbereich unseres Staatswesens, fehlt dem Kandidaten mehr oder weniger die gelebte Glaubwürdigkeit und somit die moralische Kompetenz.

    Hinsichtlich der integeren Vertretung nach außen müsste nun bezüglich der privaten Lebensführung neben unserem Außenminister auch noch selbst der Bundespräsident als wichtigster Repräsentant Deutschlands vornehmlich in bestimmten Ländern unnötige diplomatische Stolpersteine wegräumen.
    s. auch:
    http://www.baltische-rundschau.eu/2012/03/07/gaucks-wilde-ehe-ist-die-kunftige-first-lady-im-ausland-unerwunscht

    Da stellt sich zum Schluss die bedrückende Frage, ob es zum Wohl unseres Volkes, insbesondere für die Anliegen der Familie, nicht doch einen besseren Kandidaten gegeben hätte

  5. Egal, was Gauck über Sarrazin (“mutig”), Occupy (“albern”) oder sonstige aktuelle Entwicklungen gesagt (und gemeint) haben mag, für mich ist er in erster Linie ein Amtsmissbraucher. Zehn Jahre lang hat er sein Amt als Leiter der Stasi-Unterlagen-Behöre (“Gauck-Behörde”) missbraucht, indem er in gefühlter Permanenz Akteninhalte an die Presse weitergegeben und sie entgegen seinem Auftrag der Spekulation preisgegeben hat – und das meist noch bei politisch aktiven Menschen, oft inmitten eines Wahlkampfs, sodass sie sich plötzlich irgendwelcher Stasi-Verdächtigungen zu erwehren hatten und ihren links-alternativen Wahlkampf vergessen konnten. Für mich ist das gefühlte Wirklichkeit – und ich war in dieser Zeit nicht besonders politisch aktiv (das kam erst 2003 mit der Agenda 2010 und Hartz IV). Also wo bleibt der Aufschrei der Leute, die in jener Zeit politisch aktiv waren und die Gauck noch viel stärker als ich als Amtsmissbraucher erlebt haben??

  6. Es gibt vor allem einen Grund, warum selbst bei der Nominierung und Wahl Wulffs die Kritik Müllers vor allem auf Gauck fokussiert blieb: und das ist seine Fehde für Gaucks Demontage der DDR-Ideologie und Staasi-Klüngel. Müller ist ein kaum versteckter Sympathisant dieser Ideologie. Deshalb war für ihn ein Wulff noch akzeptabler als ein Gauck – aber es ist Belndwerk, dahinter rein objektive Argumente zu behaupten.

  7. Der Leiter des Simon-Wiesenthal-Centrums Jerusalem, Efraim Zuroff, erinnert daran, dass Joachim Gauck die “Prager Erklärung unterschrieben hat und führt aus, was dies bedeutet. Er ist skeptisch gegenüber einem Bundespräsidenten Gauck. Via taz:
    http://www.taz.de/!89802/

  8. soso der alt 68. Der Präsident, Herr Gauck, bringt frischen Wind in die Politik. Ich könnte ein Schelm sein, aber besteht die Möglichkeit, dass dieser Kritiker von Herrn Gauk links wählt. Entschuldigung,dass ist kein Vorurteil, aber muss es nicht auch Menschen geben, die in der Mitte es Leben stehen und nicht nur für die Reichen oder scheinbar Armen sich stark macht, sondern auch mal für die Menschen, die normal arbeiten und auch durch ihre Sozialabgaben für die armen Menschen da sind.