INTERNET

Deutschland: #Bombe-nstimmung in Onlinemedien

Am Samstagmorgen, dem 25. Februar, verbreitete sich die Nachricht, dass deutsche Geheimdienste im Jahr 2010 massiv die E-Mail-Kommunikation überwacht haben. Dabei sollen mehr als 37 Millionen E-Mails herausgefiltert und überprüft worden sein, die bestimmte Suchbegriffe aus den Themenbereichen Terrorismus, Schleusung und Proliferation enthalten. Von den etwa 2.000 Suchwörtern wurde von Medien und Internetnutzern eines herausgegriffen, welches nicht nur Empörung, sondern auch kreative Wortspiele in sozialen Medien auslöste: Bombe.

Der Journalist Richard Gutjahr meint, dass die Geheimdienste zu weit gehen und weist in seinem Blog auf die Ergebnisse der Überwachung des E-Mail-Verkehrs hin:

Respekt: Unter den 37 Millionen abgefangenen Mails 2010 waren immerhin 213 Personen, die bei ihrer Steuererklärung gemogelt, Marihuana geraucht oder ihre Strafzettel nicht bezahlt haben. Soll noch einer sagen, Rasterfahndung liefere keine Ergebnisse.

Markus Beckedahl vom Blog Netzpolitik wundert sich angesichts der Überraschung vieler Nutzer:

Geschockt und überrascht? Verschlüsselte Kommunikation via Mail und Jabber sichern die eigene Privatsphäre besser.

Der Hashtag #Bombe wurde noch am Samstagvormittag zum Trending Topic in Deutschland. Nachfolgend einige Reaktionen von Twitternutzern kurz nach dem Bekanntwerden dieser Nachricht.

Twitterer @ploechinger schreibt:

@cjakubetz @videopunk @heiko Das ist ja heute Morgen schon eine #Bombe-nstimmung!

@HausOhneFenster witzelt:

Manchmal schreibe ich in meine Emails absichtlich Wörter wie Bombe, Rakete und Terror, damit wenigstens der Verfassungsschutz sie liest.

Twitternutzerin @irm_tw kommentiert:

#bombe trendet auf Platz 1. BND und MAD ratlos. Beantragen Budget für neue Technik, um auch noch sämliche tweets durchsuchen zu können.

Wingdings-Bombe (Bild bei Twitpic von @Olaf_HB)Wingdings-Bombe (Bild bei Twitpic von @Olaf_HB)

Twitterer @Olaf_HB postet ein Bild:

die tägliche #BOMBE ! / the daily #BOMB ! *hehehe* ;-) @lieselm twitpic.com/8pcndw

@linksgruen fragt:

@netzpolitik Hui, da darf man wohl das Wort Sex-Bombe nicht mehr benutzen?

@PatrickLobacher zweifelt am Nutzen dieser Vorgehensweise:

Sehr schön Herr Geheimdienst: Denke auch, dass Gangster über das schreiben, was sie konkret vorhaben – bestimmt! http://bit.ly/ySZ5dj #bombe

@kischtrine wundert sich über den Aufwand für diese Aktion:

Wieviele Geheimdienstler wohl wie lange damit verbracht haben diese Mails zu lesen? Wie bei der Stasi damals für nix. Was das kostet #Bombe

Geschrieben von Katrin Zinoun

Hier geht’s zum Originalbeitrag.

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