Bahrain: Frau demonstriert im Alleingang!

Seit dem Beginn der Aufstände in der arabischen Welt sind wir es gewöhnt, Bilder von tausenden Demonstranten zu sehen, die sich auf Plätzen und Straßen versammeln.

Ausdrücke wie Million Man March wurden in die Wörterbücher aufgenommen und Szenen wie die folgende sind Symbole des “Arabischen Frühlings” geworden.

Großdemonstration auf dem Tahrir-Platz, Kairo, von Nameer Galal (25.11.2011). Copyright Demotix.Großdemonstration auf dem Tahrir-Platz, Kairo, von Nameer Galal (25.11.2011). Copyright Demotix.

Man muss jedoch besonders mutig sein, um an kleineren Demonstrationen teilzunehmen, wo weniger Leute da sind, um einander zu verteidigen, und weniger Medien, um über ein etwaiges gewaltsames Durchgreifen zu berichten. Was soll man also von einer einzigen Demonstrantin halten, die alleine eine Sitzblockade organisiert, wie das folgendes Bild zeigt?

Zainab Alkhawaja vor dem Financial Harbor in Manama, Bahrain (21.4.2012). Bild von BImage via Twitternutzer @Kareemasaeed.

Das obige Bild zeigt wie Zainab Alkhawaja am 21. April allein vor dem Financial Harbor in Manama, der Hauptstadt Bahrains, demonstriert. Ihr Vater, Abdulhadi Alkhawaja, ist ein prominenter Menschenrechtler, der am 9. April 2011 verhaftet worden war und zwei Monate später zusammen mit weiteren Oppositionführern zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt wurde. Seit dem 8. Februar 2012 ist er im Hungerstreik, um auf seine Inhaftierung und Misshandlung aufmerksam zu machen. Seit kurzem bringen Netzbürger überall auf der Welt ihre große Bestürzung über seinen sich verschlechternden Zustand zum Ausdruck.

Zainab, die als @angryarabiya twittert, ist seit gestern in Gewahrsam. Ihre Schwester Maryam AlKhawaja berichtet, dass sie sich weigert der Staatsanwaltschaft gegenüberzutreten. Es sollte erwähnt werden, dass dies nicht das erste Mal war, dass Zainab verhaftet wurde, und auch nicht das erste Mal, dass sie sich alleine behauptete.

Ich frage mich immer noch, wie es kommt, dass sie so mutig ist. Aber ich glaube, was sie in ihrer Twitter-Bio schreibt, beantwortet die Frage am besten:

Wenn du gefesselt bist, ohne Würde oder Rechte lebst, dich vor kriminellen Diktatoren verbeugst, ist der erste Schritt, deine Angst zu vergessen und zu begreifen, dass es dein Recht ist wütend zu sein.

Dieser Artikel ist Teil unser Sonderberichterstattung über die Proteste in Bahrain 2011

Geschrieben von Tarek Amr · Übersetzt von Jasmin Lewis

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