Auch in Zeiten immer knapper werdener öffentlicher Kassen in einem der reichsten Länder dieser Erde (!), angesichts verfehlter (neoliberaler) Steuerpolitik und damit verbundener Finanzkrisen, steigenden Ausgaben für Soziales bei gleichzeitig bestehende Einnahmeproblemen hauptsächlich in den Kommunen wird das Theater Dortmund auch in der Spielzeit 2012/13 abermals ein Programm anbieten können, dass sich wird sehen und hören lassen könne
So wartet die Oper u.a mit “Boris Godunow” von Modest Mussorgski, “Funny Girl” von Jule Styne und “L’Incoronazione die Poppea” (Die Krönung der Poppea) von Claudio Monteverdi auf. Bei “Poppea” sitzt das Publikum mit auf der Bühne, informierte Opernintendant Jens-Daniel Herzog. So wird es gewissermaßen hautnah den Aufstieg einer Hure zur Herrscherin erleben. Als Gast singt Startenor Joseph Calleja den Rudolfo in “La Bohème”. Ingesamt gibt unter der markanten Kuppel des Hauses neun Premieren zu sehen.Kooperationen und Austausch von Produktionen finden mit Häusern in Mannheim, Düsseldorf, Nürnberg und Chemnitz statt. Überdies, so Herzog, werde eine Achse Dortmund – Düsseldorf -Duisburg aufgemacht.
Deutsche Erstaufführung: “Anna Nicole” von Mark-Antony Turnage
Die neunte Dortmunder Opern-Premiere kommt gleichzeitig als Deutsche Erstaufführung auf die Bühne: Die Oper “Anna Nicole” von Mark-Antony Turnage auf die Bühne. Die Oper von Turnage behandelt Leben und kometenhaften Aufstieg der Anna Nicole Smith zum Playboy-Model mit dem mehrfach gefährlich aufgeblasenen Atombusen bis zum tragischen Ende. Nach der Uraufführung 2011 in London wird die Turnage-Oper nun in Dortmund erstmalig auf dem Kontinent zu sehen sein.
GMD Jac van Steen: “Musik kann retten!”
Dem Orchester, die Dortmunder Philharmoniker, steht aus Anlass seines 125-jährigen Bestehens ein ambitioniertes Konzertjahr bevor. Das Publimum, so Generalmusikdirektor Jac van Steen, könne sich auch in der neuen Spielzeit immer wieder davon überzeugen, dass der Dortmunder Klangkörper “als wichtige, ja unverzichtbare Säule im kulturellen Leben der Stadt verwurzelt” sei. Van Steen: “Seien es Abende in der Oper mit Mozart, Verdi oder Turnage, seien es Abende im Konzert mit Haydn, Brahms oder Britten: Die Philharmoniker möchten dazu beitragen, dass Sie in der Vielfalt der Programmierung eine emotionale Konstante finden. ‘Musik ist eine Offenbarung!’ – so hat es Tschaikowski empfunden. Dem möchte ich hinzufügen: ‘Musik kann retten!’” Jac van Steen betonte, diese Pressekonferenz sei die letzte für ihn an diesem Hause. Sein Vertrag endet nach der vorgestellten Spielzeit. Der Niederländer bedankte sich gestern bei der Presse für deren Begleitung seiner Arbeit. Im Spielzeit schreibt er: “Liebes Publikum, haben Sie Dank für ihre Treue, für ihre stets warme Respons, die ich als GMD vom ersten Tage meiner Amtszeit spüren durfte.”
Im Ballett zeigt Xin Peng Wang in seiner nunmehr zehnten Dortmunder Saison zwei große Handlungsballette aus seiner Heimat China: “Die Rote Kammer” und “Feine Jade”.
Auch das Schauspiel unter seinem jungen Direktor Kay Voges präsentiert in der kommenden Spielzeit interessante Inszenierungen auch unter Regie von internationalen Gästen. Voges gab freudig bekannt, dass das Schauspiel Dortmund zum NRW-Theatertreffen 2012 (mit “Nora oder Ein Puppenheim. Gespenster oder Widergänger”) eingeladen wurde.
Der Leiter des KJT kündigte eine Deutsche Erstaufführung an: “Man ist auch der, der man werden kann” (von Liv Heloe). Zur Aufführung kommt unter anderm auch “Miram, ganz schwarz” von Jörg Menke-Peitzmeyer( u.a. “Fangesänge”) und “Der Zauberer von Oz” von Andreas Gruhn (nach Lyman Frank Baum).
Der Clou: Bewegte Bilder im Spielzeitheft 12/13 via Smartphone
Als offenbar eines der ersten Theater Europas kann man sich über den QR-Code (Quick Response, “schnelle Antwort”-Code) das Spiezeitbuch des Theater Dortmund nun auch via Smartphone anschauen. Man benötigt dafür nur die kostenlose Theater-Dortmund-Spielzeit-2012/13-App. Die aktuellste Version der Theater Dortmund App kann aus dem Apple App-Store bzw. bei Google Market-Place (für iOS/Android) heruntergeladen werden. Mittels dieser App und dem Smartphone werden ca. 50 Photos im Spielzeitbuch- man muss das Gerät nur auf das jeweilige Photo ausrichten – zu Videos und damit lebendig. Diesen Clou verdankt das Haus einer jungen Münchner Agentur. Wie zu erfahren war, ist diese Version ausbaufähig, so daß man künftighin wohl auch Videos aus aktuellen Theater-Produktionenwird erleben können.
Der Tisch an welchem die Spielzeit 12/13 gestern im Dortmunder Musentempel vorgestellt wurde, war zweifelsohne nicht breit genug. Das imaginäre Füllhorn, woraus gestern das Programm des Theater Dortmund für die Spielzeit 12/13 vor die anwesende Presse sozusagen hingegossen ward, dafür war erfreulich prall gefüllt!
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